Darum gehts
- Noémie Wiedmer fährt im Snowboardcross auf den vierten Platz
- Im Zielraum fieberte ihre Familie und ihr Grosi lautstark mit
- Rund 20 Sekunden lang träumten sie von Gold bei der Olympia-Premiere
Es passiert ausgerechnet vor dem Olympia-Final ihrer Tochter. Monika Wiedmer (53) eilt zu ihrem Rucksack. «Scheisse, mein Natel ist leer», ruft sie. Sekunden später haucht sie dem Handy mit einer Powerbank wieder etwas Leben ein. Kurz darauf wird auf dem grossen Bildschirm Noémie Wiedmer (18) eingeblendet.
Die Snowboardcrosserin winkt bei ihrer Olympia-Premiere in die Kamera. Im Zielraum platzt Mutter Monika fast vor Stolz. Neben ihr hält Grosi Vreni Stalder diesen speziellen Moment mit dem Handy fest. «Super Noémie», ruft die 79-Jährige. In der anderen Hand hat sie eine Schweizer Fahne und einen speziellen Glücksbringer.
Grosse Nervosität vor dem Grossanlass
Es ist ein kleines Plüschtier. Dieses brachte Noémie ihrem Grosi 2024 aus Südkorea mit, nachdem sie Jugend-Olympiasiegerin geworden war. «Sie ist schliesslich mein grösster Fan», erklärte die Snowboarderin vor dem Grossanlass.
Entsprechend intensiv sind die Olympischen Spiele für ihr Grosi. «Ich konnte vor lauter Nervosität nicht schlafen. Es war eine Katastrophe.» Immer wieder checkt sie auf ihrem Handy Resultate und Zwischenzeiten. «Ich bin fix und fertig», sagt Vreni nach dem Viertelfinale.
Wie sehr auch ihr Grosskind auf dieses Rennen hinfieberte, spürte sie am Vortag beim Mittagessen. «Noémie hat beinahe alle zwei Sekunden an ihren Haaren gezupft.» Auch Stiefvater Raymond Tschabold (52) merkte ihr die Nervosität an. «In den letzten paar Tagen hat sie kaum etwas gegessen.»
Folgenschwerer Unfall in der Weihnachtszeit
Auf der Strecke ist von dieser Nervosität dann nichts mehr zu spüren. Wiedmer schiesst Mal für Mal explosiv aus dem Starthaus. In jedem Durchgang reihte sie sich sogleich an erster oder zweiter Position ein. «Push, push, push!», ruft Stiefvater Raymond.
Nach der Halbfinal-Quali schüttelt ihr Grosi ungläubig den Kopf. «Sie ist die beste Schweizerin. Das ist irrsinnig.» Vor allem wenn man Wiedmers Vorgeschichte kennt. Über die Weihnachtstage brach sie sich beim Snowboarden das Handgelenk.
Deshalb stand sie in diesem Winter nur bei einem Weltcup-Rennen am Start. Aufgrund dieses Handicaps ist ihre Grossmutter dann auch nicht wirklich optimistisch vor dem Halbfinal. «Die Konkurrentinnen sind brutal stark. Das gibt einen fünften oder sechsten Platz.»
Tränen und Umarmungen
Eine Final-Quali? Schliesst sogar ihr grösster Fan aus. Doch Wiedmer zeigt einmal mehr, weshalb sie zu Recht als Supertalent bezeichnet wird. Für mehr als 20 Sekunden träumt ihre Familie sogar von Gold. Wiedmer führt das Viererfeld im Final an.
Wird dann aber noch von allen überholt. «Der vierte Platz tut mir schon weh. Trotzdem war es eine unglaubliche Erfahrung», sagt sie nach dem Rennen. Ihr Grosi will nichts von einer Enttäuschung wissen.
«Sie ist trotzdem die Beste. Das ist wahnsinnig, was meine Noémie geleistet hat. Ich bin unheimlich stolz», sagt Vreni mit feuchten Augen. Auch Mutter Monika und Stiefvater Raymond werden emotional.
Nach der Medaillenzeremonie klettert Noémie über die Absperrung und schliesst ihre Liebsten in die Arme. Besonders innig ist die Umarmung mit Vreni. «Hoffentlich bin ich in vier Jahren wieder dabei», sagt ihr Grosi. Dann will Wiedmer in Frankreich Verpasstes nachholen.
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