Darum gehts
Blick: Sie sind als Nati-Headcoach mit drei WM-Silbermedaillen dekoriert. Würden Sie hier in Mailand gerne Ihre Olympia-Bilanz aufpolieren?
Patrick Fischer: Ja, definitiv!
Welche Erinnerungen sind Ihnen vom Vor-Viertelfinal-Out gegen Deutschland 2018 und dem Viertelfinal-Out 2022 gegen Finnland geblieben?
Keine guten. In Pyeongchang war es ein bitteres Spiel und Out gegen die Deutschen. Aber schon über das ganze Turnier hinweg sind wir nicht richtig in Schwung gekommen. In Peking starteten wir eigentlich gut, schossen aber kaum Tore und holten lediglich einen Sieg. Ein Ausscheiden im Viertelfinal war nicht, was wir uns erhofft hatten. An Olympischen Spielen haben wir bisher noch keine grossen Stricke zerrissen. Unser Ziel hier ist, das zu ändern.
Was macht das Olympia-Turnier im Vergleich zur WM so anders?
Die Spieler kommen aus der Liga, international ist das Tempo dann aber höher, und bei Olympia fehlt im Gegensatz zur WM die Anlaufzeit für die Teams. Bereits nach wenigen Tagen gehts los. Auf eine Weltmeisterschaft hingegen bereiten wir uns drei, vier Wochen vor und gewöhnen uns an die Intensität. Den Spielern aus der National League gaben wir dennoch zuerst eine kurze Pause, bevor wir dann in den ersten Trainings die Intensität sogleich hochgeschraubt haben. Sie waren extrem hart, um uns möglichst schnell an den Rhythmus zu gewöhnen. Zudem ist bei Olympia die Ablenkung viel grösser. Diesbezüglich geht es aber allen gleich.
Erstmals stehen Ihnen alle NHL-Spieler zur Verfügung. Was löst das in Ihnen aus?
Eine unglaubliche Vorfreude. Es ist wirklich das erste Mal in meiner zehnjährigen Nati-Trainer-Karriere, dass ich alle zusammen auf dem Eis habe. Ein schönes Gefühl. Qualität ist da, Spielwitz ist da. Logisch, damit steigen auch die Erwartungen. Aber das ist auch gut so. Wir erwarten von uns selber genau so viel. Der Unterschied ist heute aber: Wir wissen, was wir können, wer wir sind, wie wir spielen wollen. Das gibt dem Team die nötige Ruhe. Wir sind in einer herausfordernden Gruppe. Aber: Wir dürfen einfach unser Spiel spielen. Die Challenge und Frage dabei ist: Kriegen wir das hin gegen alle?
Alle Teams treten hier mit ihren NHL-Stars an. Verleiht dies dem Turnier eine noch grössere Bedeutung für Sie?
Ja, es ist eine Riesenchance für uns als Mannschaft und für ganz viele Spieler, um sich auf dieser Bühne zu zeigen. Oft heisst es, dass an einer WM nicht immer alle Topspieler dabei sind, jetzt ist es anders. Von meinem Team könnten meiner Meinung nach viele Jungs in der NHL spielen, jetzt sollen sie das zeigen. Sie können sich mit den Besten der Besten messen. Das ist eine Motivation, um nicht nur dabei zu sein, sondern um die Medaille zu kämpfen.
Wer ist für Sie der grösste Name? Vielleicht einer, den man nicht auf dem Radar hat bei den Star-Aufgeboten?
Alle besten Hockeyspieler der Welt sind hier mit vielen grossen Namen. Aber wer besonders heraussticht, ist mit Sicherheit Sidney Crosby. Er ist eine spezielle Figur, spielerisch wie menschlich. Mehrere Teams sind gespickt mit Spielern, die die NHL dominieren. Die haben wir auch in unseren Reihen. Dieses Turnier ist für jeden Hockey-Fan ein Leckerbissen. Für uns ist es ein schönes Gefühl, zu wissen, inmitten dieser weltbesten Spieler zu sein und zu den gefährlichen Aussenseitern zu gehören.
Wie bereitet man die Mannschaft auf ein Spiel gegen das kanadische Star-Ensemble vor?
Wie auf jedes andere Spiel. Wir müssen nicht mehr hoffen, dass äussere Umstände für uns laufen, sondern wir müssen unsere DNA aufs Eis bringen. Tempo, Intensität, Selbstvertrauen. Wir wissen, was wir zu tun haben und freuen uns darauf.
Olympia und Heim-WM sind Ihre Abschiedstournee. Inwiefern beeinflusst Sie das? Vielleicht auch bei Entscheiden?
Wir trafen letztes Jahr teilweise Entscheide, jüngere Spieler zu nominieren Richtung Olympia und Heim-WM. Und dieses Jahr entscheide ich gleich, auch wenn ich nächste Saison nicht mehr dabei bin. Wir nehmen einfach die besten Spieler mit, von denen wir das Gefühl haben, sie sind die Besten in ihrer Rolle. Was sich verändert für mich, man ist sich noch bewusster, dass es die letzten Olympischen Spiele sind, dann die letzte WM. Man lebt alles noch viel intensiver. Ich bin unglaublich glücklich, das nochmals erleben zu dürfen mit den Jungs. Die Eröffnungsfeier, das olympische Dorf, ich nehme alles nochmals bewusster wahr.
Sie erlebten als Spieler zwei Olympischen Spiele 2002 und 2006. Was bleibt da unvergesslich für Sie?
Salt Lake City war mega cool, da war ich noch etwas jünger (lacht). Der Zauber von Olympia ist schon sehr speziell. Das Miteinander ist etwas Besonderes. Sportlich lief es 2002 nicht so gut. An Turin habe ich gute Erinnerungen. Aber ganz ehrlich, Kompliment an Italien. Die Arena, über die so viel geschrieben und die vielfach schlecht gemacht worden ist, ist mega schön. Wir fühlen uns wohl.
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