Hockey-Leckerbissen zum Abschluss
Weshalb Kanada gegen die USA das Spiel der Spiele ist

Ein grandioses Eishockey-Turnier wird heute mit dem Traumfinal beendet. Während uns das Duell zur besten Zeit (14.10 Uhr) serviert wird, jammern die Fans in Kanada und den USA, weil sie den Wecker stellen müssen.
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Kanadas Wunderknabe Macklin Celebrini feiert einen Treffer mit Connor McDavid.
Foto: IMAGO/Imagn Images
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Die Luft knistert. Die Rivalität zwischen Kanada und den USA könnte nicht grösser sein. Und US-Star Matthew Tkachuk sagt vor dem Olympia-Final: «In den USA und in Kanada wird es keinen Fernseher geben, auf dem das Spiel nicht läuft.»

Auf den sozialen Netzwerken beschweren sich derweil viele Fans in Nordamerika über die Anspielzeit des Olympia-Finals. An der Ostküste ist es 8.10 Uhr, wenn der Puck um 14.10 Uhr unserer Zeit eingeworfen wird, an der Westküste gar 5.10 Uhr. Die Nörgler wurden dann auch prompt darauf hingewiesen, dass die europäischen Fans jeweils gar um 2 Uhr in der Nacht aufstehen müssen, wenn sie den Stanley-Cup-Final live sehen wollen. Trotz Murren dürften Millionen von Hockey-Fans den Wecker für den Knüller stellen.

Florida-Stürmer Tkachuk ist nicht unschuldig, dass die Rivalität zuletzt wieder hochgekocht ist. Beim 4-Nations-Faceoff, dem NHL-Turnier vor einem Jahr, bei dem auch Schweden und Finnland teilnahmen, hatte er sich gleich zu Beginn mit Ex-Thurgau-Stürmer Brandon Hagel geprügelt, ehe sich in den ersten neun Sekunden auch sein Bruder Brady und Sam Bennett sowie J. T. Miller und der kanadische Abwehr-Hüne Colton Parayko Saures gaben.

Spiel zwischen Team Kanada und den USA eskaliert
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Drei Kämpfe in nur 9 Sekunden:Spiel zwischen Team Kanada und den USA eskaliert

Die USA gewannen damals das Gruppenspiel, verloren aber den Final in Boston in einem rasanten, atemberaubenden Spiel in der Verlängerung.

Kanada besiegt die USA im 4-Nations-Final
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McDavid-Hammer in der Overtime:Kanada besiegt die USA im 4-Nations-Final

In Mailand wäre das grosse Rendez-vous derweil beinahe geplatzt, weil sowohl die Kanadier (3:2 n. V. gegen Tschechien und 3:2 gegen Finnland) als auch die USA (2:1 n. V. gegen Schweden im Viertelfinal) in den K.o.-Spielen Schreckmomente überstehen mussten.

Zwei unterschiedliche US-Brüder-Paare

Doch nun ist es so weit. Die Kanadier werden dabei von den Wettbüros leicht favorisiert. So bietet Sporttip für einen Kanada-Sieg nach 60 Minuten eine Quote von 2,25 und für einen Erfolg der Amerikaner eine von 2,65. Wettet man mit Erfolg auf eine Verlängerung, bekommt man den 4,05-fachen Einsatz. Eine mögliche Overtime wird mit drei gegen drei so lange gespielt, bis ein Tor fällt.

Neben den Tkachuk-Brüdern, deren Vater Keith 2002 im Olympia-Final an Kanada gescheitert war, haben die USA ein weiteres Brüderpaar in ihren Reihen, das eine grosse Rolle spielt: Der begnadete Verteidiger Quinn Hughes, der diese Saison von Vancouver nach Minnesota transferiert wurde und den Viertelfinal in der Overtime entschied, und Stürmer Jack Hughes von New Jersey, der im Halbfinal gegen die Slowaken doppelt traf. Sie stehen mit ihrem fantastischen Laufstil für Eleganz und Spektakel, während die Tkachuks auch über Klasse verfügen, aber für Wucht und robustes Spiel stehen.

Auch Kanada hat Fieslinge am Start

Doch auch Kanadas Coach Jon Cooper bildete zuletzt eine Linie mit Spielern, die nicht von Traurigkeit sind: Er stellte Washingtons stürmende Abrissbirne Tom Wilson neben Floridas Fieslinge Brad Marchand und Sam Bennett. Sollte das Trio mit den Tkachuks auf Kollisionskurs gehen, dürften die Fetzen fliegen und Freunde des emotionsgeladenen und brachialen Hockeys auf ihre Kosten kommen.

Freilich haben auch die Kanadier Spieler, die mit Tempo und Klasse den Unterschied machen können, auch wenn der verletzte Altmeister Sidney Crosby (38) erneut nicht mittun kann. Gegen die Finnen liess Cooper Edmonton-Superstar Connor McDavid und das erst 19-jährige Juwel Macklin Celebrini von den San Jose Sharks fast 26 Minuten aufs Eis. Zu ihnen gesellte er auch noch Scharfschütze Nathan MacKinnon, der dann auch das entscheidende Tor erzielte.

«Man wird wahrscheinlich kein besseres Hockey-Game finden», sagte Quinn Hughes. Und Wilson kündigte an: «Es wird ein schnelles, physisches Spiel auf einem technisch so hohen Niveau, wie man es sich nur vorstellen kann.» Es ist angerichtet. Kanada strebt das zehnte, die USA das dritte Olympia-Gold an – auf den Tag genau 46 Jahre nach dem «Miracle on Ice», als man in Lake Placid mit College-Amateuren die hoch favorisierte Sowjetunion schockte.

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