Darum gehts
- Skicrosserin Fanny Smith kritisiert die Olympischen Spiele in Livigno
- Enttäuschung auch bei Alex Fiva: Es fühlt sich nicht olympisch an
- Strecke wird gelobt und kritisiert – fordert aber allen alles ab
Fanny Smith (33) kennt die schönen Seiten der Olympischen Spiele. Volle Tribünen, emotionale Medaillenfeiern und das besondere Knistern im Athletendorf. Die Skicrosserin nimmt bereits zum fünften Mal an Olympia teil. Das, was sie bisher in Italien erlebt hat, ist einzigartig – im negativen Sinn. «Vom olympischen Geist spüre ich hier in Livigno leider nichts», erklärt sie.
Smith stört sich unter anderem an den falschen Versprechen. «Es hiess, es gibt eine Tribüne, doch die fehlt. Das finde ich sehr schade.» Besonders schmerzt sie die fehlende Medaillenzeremonie am Abend. Denn Smith weiss, wie besonders dieser Moment ist. 2018 durfte sie sich in Pyeongchang (SKor) vor Hunderten von Leuten ihre Bronzemedaille umhängen lassen.
Der Schnee fordert den Athleten alles ab
Beim Spaziergang durch Livigno wird ihr Ärger darüber dann noch einmal grösser. «Es hat ja sogar eine kleine Bühne, wo man das problemlos hätte durchführen können», sagt sie kopfschüttelnd. Mit ihrem Frust steht Smith nicht alleine da.
Teamkollege Alex Fiva (44) kritisiert die gleichen Dinge. «Es fühlt sich nicht nach Olympia an», so der Weltmeister. Und dann wäre da auch noch die Strecke. «Nichts Besonderes. Kaum Schwierigkeiten», urteilt Smith. «Es ist traurig, dass für Olympia ein so einfacher Kurs gebaut wurde.»
Für sie als technisch starke Fahrerin ist das besonders ärgerlich. Immerhin wurde nach den Testtagen Anfang Jahr noch etwas nachgebessert. «Es hat ein paar neue Schwierigkeiten», sagt Teamkollegin Saskja Lack (25) im Anschluss an das erste Training. Trotzdem gebe es immer noch einige einfache Passagen.
Ganz anders der Tenor bei den Männern. Sie loben die Strecke in Livigno. «Es macht richtig Spass zu fahren», erklärt Olympiasieger Ryan Regez (33). Teamkollege Fiva stimmt ihm zu. Eines ist aber geschlechtsübergreifend gleich: Alle sind im Ziel erschöpft. «Der Schnee ist sehr langsam, was es brutal anstrengend macht. Du musst von oben bis unten arbeiten», so Fiva. Das dürfte sich bis zum Frauenrennen am Freitag und dem der Männer am Samstag nicht mehr ändern.
