Übrigens – die SonntagsBlick-Kolumne
Ist Bern der Sportkanton Nummer 1?

Wer hat am meisten Olympiamedaillen? Welcher Kanton hat die sportlichsten Menschen? Die Kolumne von Felix Bingesser.
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Franjo von Allmen – ein Berner – gehört zu den grossen Abräumern an den Olympischen Spielen.
Foto: david birri
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Felix BingesserReporter Sport

«Nume nid gschprängt», heisst es in Bern. Die Bedächtigkeit im zweitgrössten Kanton des Landes ist eines von vielen Klischees über einen der schönsten Flecken des Landes. 

Klischees und Beamtenwitze über die Berner gibt es zuhauf. Und Irrtümer. So hält sich auch hartnäckig die Meinung, dass Bern die Hauptstadt der Schweiz sei. Aber jeder Rätselfuchs und Schlaumeier weiss: Die Schweiz ist neben Nauru, der kleinsten Inselrepublik der Welt, eines von zwei Ländern, das keine Hauptstadt hat. Bern ist «nur» Bundesstadt und Regierungssitz.

Zu Bern gibt es viele Geschichten. Auch über Albert Einstein, der sieben Jahre in der Altstadt gewohnt und einige seiner bekanntesten Werke dort geschrieben hat. Geistreiche Luft.

Aber in den letzten Monaten und Jahren hat sich der Kanton Bern vor allem im Sportbereich zum Quell der Freude und des Erfolgs entwickelt. Wir reden nicht nur von Unspunnen, der Wiege des «neuzeitlichen» Schwingsports. Wir reden nicht von den vielen Berner Schwingerkönigen. Nicht vom Lauberhorn und von Adelboden, den stimmungsvollsten Skirennen im Land. Oder von Magglingen, dem Zentrum des Schweizer Spitzensports.

Thun holt im Teamsport die Kohlen aus dem Feuer

Nein, der Leitsatz «Nume nid gschprängt» gilt für die Berner Sportler und Sportlerinnen nicht. Die Kambundji-Schwestern haben die Schweizer Leichtathletik wachgeküsst. In einer Weltsportart ist Bern zum Faktor geworden. Die Bernerin Marlen Reusser ist die schnellste Frau auf zwei Rädern.

Und jetzt sorgen die drei olympischen Goldmedaillen von Franjo von Allmen für eine Sternstunde und ein Stück Berner Sportgeschichte. Auch bei den Curling-Erfolgen und bei den Eishockeyanerinnen waren bei den Olympischen Spielen Berner Beine und Arme im Spiel.

Und bald sorgen die Überflieger des FC Thun für einen der überraschendsten Titelgewinne in der Schweizer Fussballgeschichte. Dass die stolzen Young Boys und der SC Bern Winterschlaf halten, ist zwar ein Rückschlag. Aber erklärbar. Die Winterruhe der Bären dauert je nach Klima und Nahrungsangebot zwei bis sieben Monate. Vielleicht erwachen die zwei Grossklubs in diesen Frühlingstagen.

Sportlichste Bevölkerung im Wallis und Graubünden

Der Kanton Bern ist gefühlt in diesen Zeiten der Sportkanton Nummer 1. Ist er es auch tatsächlich? Nein, empirisch lässt sich dieser Eindruck nicht belegen. Denn in der ewigen Statistik der gewonnenen Olympiamedaillen liegt der Kanton Graubünden mit mehr als 100 Auszeichnungen klar in Führung. Der Kanton Bern belegt mit etwas mehr als fünfzig Edelmetallgewinnen nur Platz 2.

Und versucht man herauszufinden, in welchem Kanton die gesamte Bevölkerung am sportlichsten ist, dann müssen sich die Berner zusammen mit Zürich und Luzern mit dem dritten Rang begnügen. Die sportlichsten Menschen der Schweiz wohnen gemäss Studien in Graubünden und im Wallis. 

Egal. Die Jury der Rubrik «Übrigens» wählt den Kanton Bern zum derzeitigen Sportkanton Nummer 1.

Gratulation!

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