Im Kontext der Migrationspolitik ist der Fachkräftemangel in unserem Land seit Jahren ein grosses Thema. Was versteht man unter einer Fachkraft? Da gibt es je nach politischer Couleur ganz unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen: Es kommen vorwiegend Taugenichtse, Sozialschmarotzer, Wirtschaftsflüchtlinge. Andere sagen, es kommen in erster Linie Fachkräfte, auf die wir dringend angewiesen sind.
Auch im Fussball haben wir offenbar einen akuten Fachkräftemangel. Da wird transferiert, was das Zeug hält. Die Klubbosse, auf der verzweifelten Suche nach Transfererlösen, sind zu Goldsuchern geworden. Es kommen Spieler wie Sand am Meer. Immer verbunden mit der Hoffnung, dass unter den Sandkörnern ein Goldfüsschen ist.
Doch die Rekrutierung von Fachkräften sollte nachhaltig sein. Es sollten Menschen kommen, die ihre Branche weiterbringen und viele Jahre stärken. Die Fachkräfte sollten mehr sein als ein Bestandteil in einem globalen Roulette, bei dem es für die Klubpräsidenten und ihre angestellten Croupiers heisst: «Faites vos jeux».
Müsste man in diesem Heuhaufen die Stecknadel finden, also genau jenen fussballerischen Facharbeiter benennen, der den idealen Typus verkörpert, dann kann man nur bei einem Namen landen: Lukas Görtler. Der 31-Jährige aus Bayern ist DIE Lösung für den fussballerischen Fachkräftemangel im Land.
Das Perpetuum mobile des FC St.Gallen ist ein Kämpfer. Ein Chrampfer, ein Antreiber, ein Torschütze, ein Leithammel auf und neben dem Platz. Ein Mann mit Horizont. Einer auch, der sich durchaus differenziert und kompetent zu politischen und gesellschaftlichen Themen äussert.
Görtler ist kein Jasager und Floskeldreher. Er kann auch unbequem sein, Missstände anprangern. Aber meist sachlich, mit Augenmass. Nie dampfplaudernd und marktschreierisch. Er ist der perfekte Captain. Ein Mann mit Ecken und Kanten. Aber immer im Dienst der Sache.
Mit seiner Konstanz und seinem Bekenntnis zum ältesten Fussballklub der Schweiz gibt er den Fans auch das Gefühl, dass er ihre Heimat mag, dass er sich mit der Region identifiziert, dass der FCSG für ihn zu einer Herzensangelegenheit geworden ist. Er schwafelt nicht wie viele andere Traumtänzer ständig von einem Transfer zu einem europäischen Topklub. Er liefert in St. Gallen. Seit Jahren.
Und man hofft, dass er dem Schweizer Fussball über das Karriereende hinaus erhalten bleibt.
Was sagt Präsident Matthias Hüppi über seinen Captain? «Solche ausserordentlichen Persönlichkeiten gibt es wenige im Fussball. Er ist eine tragende Säule. Und er weiss mittlerweile, dass er nicht die ganze Last alleine schultern muss. Das macht ihn noch besser.»
Unter Führung des bayerischen Facharbeiters könnte der Frühling für den FC St. Gallen zum Spiel ohne Grenzen werden. Wenn Lukas Görtler 26 Jahre nach dem letzten Titelgewinn der St. Galler im Mai einen Kübel in die Luft stemmt, wäre das keine grosse Überraschung.
Es wäre auch die Krönung für den perfekten Facharbeiter.
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