Darum gehts
- Franjo von Allmen brilliert beim Erzbergrodeo in der Steiermark 2026
- Der Olympiasieger erreicht trotz harter Strecke Platz 264 von 1'500
- 500 Fahrer im Hauptrennen, nur 15 erreichen das Ziel
1500 Fahrer starten am Quali-Rennen, davon qualifizieren sich 500 fürs Haupt-Rennen und am Renntag schaffen es lediglich 15 Piloten ins Ziel. Das Erzbergrodeo ist eine der härtesten Motorrad-Veranstaltungen überhaupt. Mittendrin: Ski-Alpin-Star Franjo von Allmen (24). Dass der dreifache Olympiasieger im Sommer gerne auf seine KTM steigt, ist kein Geheimnis.
Seine Fähigkeiten auf zwei Rädern beeindrucken hingegen sogar die österreichische Töff-Legende Heinz Kinigadner (66): «Starke, starke Leistung von Franjo», ordnet der heutige KTM-Berater das Abschneiden des Schweizers in der österreichischen Steiermark ein. Und: Kinigadner hat auch mindestens einen kleinen Teil zu von Allmens Erfolg beigetragen.
Wollte trotz Quali nicht starten
Denn der Skifahrer wollte nach seiner bestandenen Qualifikation zunächst nicht im Hauptrennen starten. Kinigadner verrät Blick, weshalb: «Franjo ist ein Motocross-Fahrer, der gerne Gas gibt und sein Motorrad nicht schiebt.» Denn schieben gehört dazu, das Erzbergrodeo ist der pure Überlebenskampf auf zwei Rädern. Viele Passagen sind derart steil oder mit Felsbrocken versperrt, dass schon ein Vorwärtskommen im Schritttempo ein Erfolg ist.
Von Allmen tritt im Hauptrennen dann doch an, schafft in vier Rennstunden zehn der 27 Checkpoints und sichert sich am Schluss Platz 264. Zwar sagt Kinigadner, dass er es nicht war, der von Allmen umstimmte, um am Hauptrennen mitzumachen. Trotzdem hat die Offroad-Legende dem Olympiasieger einen Tipp mitgegeben: «Das passt schon, du kannst die ersten fünf bis zehn Minuten Vollgas geben.» Das liegt an der Streckencharakteristik im alten Bergwerk.
Töff und Ski gehen Hand in Hand
Laut Kinigadner sind Skifahrer auf der Motocross-Piste indes keine Seltenheit. Besonders die Österreicher nutzten den Töff-Sport früher als Abwechslung zum harten Sommertraining. Kinigadner zählt auf: «Franz Klammer, Günther Mader oder Werner Grissmann haben jeden Sommer auf ihren Maschinen an Rennen teilgenommen – bis es der ÖSV verboten hat.»
Das ist schon Jahrzehnte her. 2022 und 2023 hat auch Marcel Hirscher (37) am Erzbergrodeo teilgenommen. Gemäss Kinigadner ist der Österreicher ebenfalls ein begnadeter Töfffahrer. Nun hat auch von Allmen seine Feuertaufe erfolgreich abgelegt.