Darum gehts
- Bern vergibt am Samstag erste Gravel-SM-Titel
- Koller, Colombo und Olympia-Legenden starten
- Es gibt 10'000 Franken; Schurter fehlt verletzt
Zwar ist Mountainbike-Ass Nicole Koller (29) nach dem in den USA abgeschlossenen Saisonfinale bereits in der Winterpause, doch so ganz stimmt das nicht. Ein Rennen bestreitet die Weltcup-Topfahrerin diese Saison noch – diesen Samstag in Bern auf einem Gravelbike. Das ist die boomende Velo-Sparte mit offroad-gängigen Rennvelos.
Koller startet beim «Gravel Festival» mit einer Strecke durch den Bremgartenwald inmitten tausender Breitensportler. Der Event hat sich in den letzten Jahren als grosses Saisonschluss-Bukett der Schweizer Veloszene etabliert.
Das grösste Preisgeld aller SM im Velobereich
Doch die WM-Bronze-Fahrerin ist bei weitem nicht der einzige bekannte Name am Start. Der Grund: Beim Berner Velo-Volksfest gehts erstmals um SM-Medaillen im Gravel. Weltmeisterschaften und Weltcup-Rennen existieren in der Boom-Disziplin bereits seit einigen Jahren, einen Titel in der Schweiz gabs bisher nicht.
Der erste Gravel-Schweizermeister oder -meisterin: Das Ziel ist trotz der betont lockeren Szene dann doch sehr attraktiv. Ein SM-Titel ist ein SM-Titel – die Medaillen von Swiss Cycling, der rote Meisterdress mit dem Schweizerkreuz sind alle hochoffiziell, dazu gibts ganz nebenbei mit 10’000 Franken das grösste Preisgeld bei einer SM im ganzen Velobereich.
Und weil sich wegen der Disziplinen-Mischform sowohl Mountainbiker als auch Athletinnen und Athleten von der Strasse das «Grävele» zutrauen, ist das Startfeld verblüffend namhaft. Bei der SM-Premiere fahren sogar mehrere Olympia-Giganten mit. Mit Pascal Richard (62, Strassen-Olympiasieger Atlanta 1996), Thomas Frischknecht (56, Mountainbike-Olympia-Silber 1996) und Christoph Sauser (50, Bike-Olympia-Bronze 2000) findet sich ein ganzer Medaillensatz ein. Die drei Velo-Legenden fahren in ihren jeweiligen Altersklassen mit.
Bei den Aktiven startet neben Koller auch Strassen-Talent Ginia Caluori. Für Koller wärs nach dem Cross-Country-Titel im Sommer bereits der zweite SM-Titel 2026. Bei den Männern kommen die Weltcup-Biker Filippo Colombo, Luca Schätti, Fabio Püntener und Lars Forster.
Nur Nino Schurter muss sich mindestens ein Jahr gedulden, bis er seine beispiellose Titelsammlung womöglich mit einem neuen SM-Titel schmücken kann. Die Bike-Legende, seit dem Rücktritt oft auf dem Gravel-Bike unterwegs, erholt sich noch von einer Schulterverletzung.