Inder Rankireddy stellt neuen Badminton-Weltrekord auf
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Mit 565 km/h gesmasht:Inder Rankireddy stellt neuen Badminton-Weltrekord auf

Badminton-Star Rankireddy hält den Weltrekord
Basel rollt für den Speed-König den Teppich aus

Der Inder Satwiksairaj Rankireddy smashte den Badminton-Shuttle so schnell wie kein Mensch vor ihm – und sitzt dadurch auf dem Thron der rasantesten Sportarten der Welt. Reich wird er damit nicht – in Basel spielt er gerade, weil er «einfach gerne draufhaut».
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Satwiksairaj Rankireddy ist eine der Badminton-Grössen, die diese Woche in Basel aufschlagen.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Satwiksairaj Rankireddy erzielt Weltrekord von 565 km/h im Badminton
  • Indien holte Rekord, übertraf Malaysias Marke von 493 km/h
  • Rankireddy ist Doppelspezialist und frühere Weltnummer eins
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Wenn Xherdan Shaqiri (34) im Joggeli mit voller Wucht in Richtung Tor abdrückt, erreicht der Fussball wohl eine Geschwindigkeit von 120 bis 170 Stundenkilometern. Ein solcher Schuss wie ein Strich, ganz in Roberto-Carlos-Manier, kann schon eindrücklich sein. Doch wenige Meter Luftlinie neben dem Basler Fussballtempel stellt dieser Tage ein anderer Athlet den FCB-Captain locker in den Schatten.

Satwiksairaj Rankireddy (25) ist Doppelspezialist im Badminton, gemeinsam mit Chirag Shetty (28) die frühere Weltnummer eins – und in dieser Woche Anwärter auf den Turniersieg beim Swiss Open in der St. Jakobshalle. Vor allem aber ist Rankireddy der Speed-König im Weltsport. Kein anderer Mensch hat in einer anderen Disziplin je eine höhere Geschwindigkeit aufgestellt.

Die schnellsten Sportarten der Welt

Badminton: 565 km/h (Satwiksairaj Rankireddy, Indien)

Golf: 388 km/h (Kyle Berkshire, USA)

Formel 1: 372,5 km/h (Valtteri Bottas, Finnland)

Hornussen: 306 km/h (Messung ETH Zürich)

Squash: 281,6 km/h (Cameron Pilley, Australien)

Tennis: 263 km/h (Samuel Groth, Australien)

Fussball: 210,9 km/h (Ronny Heberson, Brasilien)

Baseball: 197 km/h (Oneil Cruz, Dominikanische Republik)

Lacrosse: 194,73 km/h (Jarrod Neumann, USA)

Eishockey: 183,7 km/h (Alexander Rjasanzew, Russland)

Ski alpin: 161,9 km/h (Johan Clarey, Frankreich)

Volleyball: 139 km/h (Morteza Sharifi, Iran)

Badminton: 565 km/h (Satwiksairaj Rankireddy, Indien)

Golf: 388 km/h (Kyle Berkshire, USA)

Formel 1: 372,5 km/h (Valtteri Bottas, Finnland)

Hornussen: 306 km/h (Messung ETH Zürich)

Squash: 281,6 km/h (Cameron Pilley, Australien)

Tennis: 263 km/h (Samuel Groth, Australien)

Fussball: 210,9 km/h (Ronny Heberson, Brasilien)

Baseball: 197 km/h (Oneil Cruz, Dominikanische Republik)

Lacrosse: 194,73 km/h (Jarrod Neumann, USA)

Eishockey: 183,7 km/h (Alexander Rjasanzew, Russland)

Ski alpin: 161,9 km/h (Johan Clarey, Frankreich)

Volleyball: 139 km/h (Morteza Sharifi, Iran)

2023 brach Rankireddy unter Laborbedingungen in der Fabrikhalle eines grossen Badmintonausrüsters den Weltrekord des Malaysiers Tan Boon Heong (38), der zehn Jahre zuvor mit seinem Smash 493 km/h erreicht hatte. Rankireddy schraubte die Bestmarke auf sagenhafte 565 km/h hoch. Eine Wahnsinnszahl, die beispielsweise einen Formel-1-Boliden unter Höchstgeschwindigkeit von 370 km/h uralt aussehen lässt und die Rankireddy immer noch etwas verlegen macht. Ein kleines bisschen stolz sei er schon, meint er, um allerdings gleich anzufügen, dass es ihm viel wichtiger sei, dass der Weltrekord nun Indien gehöre: «Als Chirag und ich damals in die Fabrik eingeladen wurden, hatten wir nur ein Ziel: Einer von uns musste diesen Rekord in unser Heimatland holen.»

«Das macht viel mehr Spass»

Auf die Frage, ob er seither in Indien, wo Badminton auf der Beliebtheitsskala ziemlich schnell nach Cricket kommt, ein Volksheld sei, winkt er lachend ab. Allerdings gibt er schon im nächsten Satz wieder zu, dass er sich zu Hause doch nicht mehr unerkannt bewegen kann. Vor allem, weil seit der Weltrekordsache immer und überall damit geworben wird.

Rankireddy ist in Indien quasi ein Doppelpionier. Viele Landsmänner vor ihm priorisierten klar die Einzeldisziplin, der Mann aus der Provinzstadt Amalapuram jedoch setzte schon im Jugendalter alles auf die Doppelkarte. Schlicht, weil er «einfach gerne draufhaut» – oder wie er weiter erklärt: «Im Doppel kannst du die ganze Zeit smashen, das macht viel mehr Spass und ist unterhaltsamer, während es im Einzel viel mehr Ballwechsel gibt.» Ausserdem möge er den Teamgedanken und aufgrund der Sprünge die Ähnlichkeit zum Volleyball, das er schon immer bewundert habe.

Wie fest er «draufhauen» kann, stellt er im Training in Basel alle paar Sekunden unter Beweis. Smasht er den Federball wieder mal so irrwitzig schnell übers Netz, fragt sich der Laie, wie um alles in der Welt das Gegenüber diesen Shuttle noch erreichen soll. Doch Badmintonspieler verfügen nicht nur über hervorragende Schlagqualitäten, sondern auch über genauso gute Reflexe. Der Besuch in der St. Jakobshalle zeigt: Mindestens so eindrücklich wie die Geschosse sind die flinken Hände.

Muskelmänner im Anmarsch

Rankireddy ist ein bescheidener Speed-König. Sein Reich ist das 6,70 mal 13,40 Meter grosse Doppelfeld. Mehr braucht er nicht. Sollte er das Turnier gewinnen, muss er sich mit Partner Shetty 19'750 Dollar teilen. Im Vergleich zu grossen Weltsportarten ist das nicht viel.

Und sein Weltrekord? «Der wird sicher bald gebrochen», meint er schulterzuckend. Immer mehr halte das Krafttraining mit schweren Gewichten im Badminton Einzug, erzählt er. Muskelmänner seien jetzt gefragter. Und das wiederum erhöhe die Chancen auf noch schnellere Smashes. Dass er selbst aber der wohl kräftigste Athlet in der Basler Halle ist, verschweigt er. Warum sollte also nicht der König selbst seinen Rekord noch einmal verbessern?

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