Was soll man da noch sagen? Audrey Werro zieht diese Saison im Boss-Stil durch. Auch beim Jahresabschluss in Budapest, der neu ins Leben gerufenen Ultimate Championship, lässt die Freiburgerin keine Zweifel daran, wer die Chefin über die 800 m ist. Mit einer erneuten Top-Zeit von 1:55,88 Minuten wahrt sie die Freiluft-Ungeschlagenheit in ihrem Wahnsinnsjahr 2026.
Ihr Triumph in Budapest ist nicht einfach ein Sieg mehr in ihrem verblüffenden Palmarès: Sie hat ihn gegen die Besten der Besten errungen. Olympiasiegerin Keely Hodgkinson muss als Zweite (1:56,26) einmal mehr anerkennen, dass gegen diese Audrey Werro derzeit kein Kraut gewachsen ist. Und auch Hollands Ausnahmeläuferin Femke Broeders-Bol, die auf Rang drei läuft, hat das Nachsehen (1:56,74).
Erfreulich aus Schweizer Sicht: Im Final von Budapest setzt als Fünfte auch Valentina Rosamilia (1:58,53) ein dickes Ausrufezeichen, derweil Veronica Vancardo nicht an den Start ging.
Werro kassiert für den Sieg satte 150’000 Dollar und sammelt damit nach EM-Gold und dem Diamond-League-Diamanten einen weiteren grossen Titel. «Wirklich verrückt», meint sie im TV-Interview mit SRF. «Ich durfte eine wunderbare Saison erleben. Auch heute hatte ich grossen Spass, auch wenn das Rennen ein Stück weit taktisch war. Aber es war gleichzeitig auch einfach für mich, ich bin einfach vorne weggelaufen», ergänzt sie schmunzelnd.
Hodgkinson muss über die Bücher
Werro hat gut lachen. Sie hat ihre Konkurrenz einmal mehr zurückgebunden, um nicht zu sagen: deklassiert. Was wohl im Kopf von Hodgkinson vorgeht? Die Britin war ausgeruht nach Budapest gereist. Während Werro in den letzten Wochen alle paar Tage Top-Zeiten lieferte, aber auch Gefahr lief, an Kraft einzubüssen, fühlte sich ihr Körper eigenen Aussagen zufolge noch nicht bereit, wieder Rennen zu laufen. Lausanne, Zürich und Brüssel liess Hodgkinson deswegen aus. Alles, in der Hoffnung, in Budapest einen Knaller rauszulassen. Doch wie schon bei der EM in Birmingham guckt der Superstar im Duell mit Werro in die Röhre.
Moser und Ehammer sahnen ab
Ebenfalls über einen starken Jahresabschluss freuen darf sich Angelica Moser. Die Stabhochspringerin, die im August in Birmingham EM-Gold gewann, glänzt auch in Budapest – und zwar, indem sie ihre Saisonbestleistung von 4,85 m egalisiert und damit auf dem dritten Rang landet. Genauso wie Simon Ehammer im Weitsprung. Dem Appenzeller reicht eine Marke von 8,07 m, um aufs Podest zu springen. Beide Schweizer Aushängeschilder streichen mit ihren dritten Plätzen 40'000 Dollar ein.