Trainer-Hammer im Handball
Nati-Coach Andy Schmid übernimmt auch Kriens-Luzern

Andy Schmid treibt seine Trainer-Karriere voran und übernimmt im Sommer den Schweizer Handball-Spitzenklub Kriens-Luzern. Ein Amt, das zusammen mit seiner Rolle als Nati-Coach eine gewisse Brisanz mit sich bringt.
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Fährt neu zweigleisig als Nati- und Klub-Trainer bei Kriens-Luzern: Andy Schmid.
Foto: keystone-sda.ch
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Christian MüllerRedaktor Sport

Murat Yakin als Trainer von YB oder des FCB? Dieses Szenario eines Nationaltrainers mit Doppelmandat bei einem Verein ist im Fussball undenkbar. Im Schweizer Handball tritt genau dieses nun ein: Nati-Trainer Andy Schmid (42) wird zur nächsten Saison der neue Chef an der Seitenlinie des HC Kriens-Luzern.

Schmid begründet dies vor allem mit dem nächsten Entwicklungsschritt: «Meine Spieler werden in den zwei Jahren bis zur Heim-EM 2028 alle besser. Wenn ich mich wieder täglich mit dem Sport befassen kann, werde ich dies auch.»

Im Welthandball gibt es aktuell zahlreiche Beispiele und auch prominente Vorgänger, die schon eine ähnliche Doppelrolle gespielt haben. Mit zwei davon – dem ehemaligen Deutschland- und Berlin-Trainer Dagur Sigurdsson sowie seinem Mentor Nikolaj Jacobsen (Dänemark/Rhein-Neckar Löwen) – hat sich Schmid über die Brisanz eines Doppelmandats und den möglichen Interessenkonflikt zwischen Klub- und Nationaltrainer ausgetauscht.

«Ich bin mir sicher, dass ich mich auf meine Integrität verlassen kann, damit niemand bevorzugt oder benachteiligt wird. Ich war schon in einer ähnlichen Situation, als ich noch Spieler und designierter Nationaltrainer war», sagt Schmid. Weil von den Nationalspielern sowieso fast alle im Ausland spielen, wird das Konfliktpotenzial zusätzlich verringert. Schmid ist sich bewusst, dass wegen seines neuen Amts nicht in der ganzen Handball-Schweiz gejubelt wird. Ähnliche Doppelrollen wurden in der Vergangenheit vom Verband verhindert.

Interessenkonflikte sollen vermieden werden

Als Sicherheit wurden mit allen Parteien mehrere Punkte vereinbart: In der Zeit, in der Schmid das Doppelmandat ausübt, darf Kriens-Luzern keinen Nationalspieler verpflichten. So wird verhindert, dass er einen Wissensvorsprung bezüglich Vertragssituation seiner Spieler zugunsten des Klubs ausnutzt. Wann immer Terminkonflikte auftreten, hat die Nationalmannschaft Vorrang. Zudem werden Schmids Trainer-Staffs unterschiedlich aufgestellt sein. Heisst: Der jetzige Nati-Assistent und Kriens-Cheftrainer Thomas Zimmermann wird wohl beim Verband aufhören.

Für Schmid ist die Zusammenarbeit mit Kriens-Luzern eine Win-Win-Situation: Einerseits sammelt er tägliche Trainer-Erfahrung bei einem Klub, der sich mit der Pilatus Arena und mehreren Top-Transfers zu einer Adresse entwickelt hat, die sich auch international nicht verstecken muss. Andererseits kann er seine sportlichen Ambitionen perfekt mit der Familie, mit der er seit 2022 wieder in der Zentralschweiz wohnt, vereinbaren.

Schmids Engagement bei Kriens-Luzern läuft vorerst bis 2028. Dann endet auch sein Vertrag als Nati-Trainer.

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