Die modernste Handballhalle der Schweiz steht mit der Pilatus-Arena schon in Kriens, nun sollen die Innerschweizer auch noch die passende Mannschaft dazu erhalten. Für nächste Saison rüstet der HC Kriens-Luzern massiv auf: Mit Goalie Kristian Pilipovic (31), Kreisläufer Lukas Herburger (31) und Rückraumspieler Nikola Bilyk (29) sind Sportchef Nik Tominec gleich drei Top-Transfers gelungen.
Die Neuzugänge sorgen nicht nur wegen ihrer sportlichen Qualität für Aufsehen: Denn Pilipovic (bis 2025) und Herburger (bis 2024) waren lange Leistungsträger beim Schweizermeister Kadetten Schaffhausen. Insbesondere Herburger war als Abwehrchef und emotionaler Leader bei vielen gegnerischen Fans und Teams ein rotes Tuch – so auch in Kriens. «Ich musste mir nach seinem Transfer schon den einen oder anderen Spruch aus dem Klub-Umfeld anhören», erzählt Sportchef Tominec. «Nach einem unserer Playoff-Duelle habe ich auch länger nicht mehr mit ihm gesprochen», sagt Tominec über seinen ehemaligen Mitspieler, der bei seinem neuen Verein in der Garderobe ebenfalls eine wichtige Rolle übernehmen soll.
Dass die beiden Österreicher Herburger und Pilipovic bei ihrer Schweiz-Rückkehr Kriens der alten Liebe Schaffhausen vorziehen, liegt einerseits am attraktiven Projekt in der Innerschweiz, andererseits an den freundschaftlichen Verbindungen zu Tominec und anderen Klub-Mitgliedern wie etwa Nationalspieler Jonas Schelker. «Wir haben uns sehr um die beiden bemüht», sagt Tominec. Die Kadetten wollen die Wechsel ihrer beiden ehemaligen Aushängeschilder zum ärgsten Konkurrenten nicht kommentieren.
Königstransfer Nikola Bilyk
Bei aller Brisanz dieser beiden Neuzugänge: Der Königstransfer ist jener von Bilyk. Zehn Saisons hat der Österreicher beim THW Kiel gespielt. Drei Meistertitel und ein Champions-League-Sieg stehen in seiner Titelsammlung. Mit 29 befindet sich der Rückraum-Shooter im besten Handball-Alter. Für einen Spieler dieses Kalibers sind Schweizer Klubs eigentlich kein Thema. «Wenn man gut vernetzt ist, hört man Sachen, die man nutzen muss. Zudem ist das Timing wichtig. Wir haben uns drei Monate intensiv um Nikola bemüht», erklärt Tominec.
Der Lohn habe bei seinem Transfer nicht die erste Rolle gespielt. Bei allen sportlichen Perspektiven – für ein Butterbrot kommt Bilyk nicht zum HCKL. Er dürfte zu den bestbezahlten Spielern unserer Liga-Geschichte gehören. «Eventtechnisch und wirtschaftlich bietet uns die Pilatus-Arena ganz neue Möglichkeiten. Wir verkaufen doppelt so viele Tickets wie letzte Saison und sind für Sponsoren sowie VIP-Anlässe attraktiver geworden», erklärt Tominec.
Seit dem Umzug in die neue Halle ist das Budget von 2,5 auf 3,5 Millionen Franken erhöht worden. Steigen mit dem Etat auch die Ambitionen? Auf dem Papier sieht der Kriens-Kader für nächste Saison wie ein potenzieller Meister aus, auch wenn gewisse Fragen bezüglich Gesundheit und Zusammenspiel erst auf dem Feld beantwortet werden. «Unser Klub ist in den letzten Jahren extrem schnell gewachsen. Wir setzen uns nicht mit einer Titelansage selbst unter Druck. Es geht primär um die Weiterentwicklung der gesamten Organisation», sagt Sportchef Tominec. «Titel sind nicht planbar, die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen jedoch schon.»
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