Nati-Trainer Andy Schmid über WM-Knockout
«Ein solcher Rückschlag musste irgendwann kommen»

Am Tag nach der verpassten WM-Qualifikation spricht Nati-Trainer Andy Schmid über die Gründe für die schwache Leistung der Schweizer Handballer.
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Die Schweizer Handballer scheitern in der WM-Qualifikation überraschend an Italien.
Foto: keystone-sda.ch
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Christian MüllerRedaktor Sport

Der Knockout der Handball-Nati in der WM-Quali gegen Italien kam für viele überraschend. Nicht so für Trainer Andy Schmid (42): «Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass ein solcher Rückschlag irgendwann kommen muss.» Was Schmid damit meint: Seit er vor etwas mehr als zwei Jahren das Traineramt übernommen hat, konnte sein Team in den wichtigen Momenten überzeugen. Sowohl an der WM 2025 als auch an der EM 2026 gehörte die Schweiz zu den positiven Überraschungen.

Nun sollte die erweiterte Weltspitze ins Visier genommen werden. Dabei ging vergessen, dass dieses Grundniveau nicht von alleine kommt, sondern immer von Neuem erarbeitet werden muss. «Wir sind nicht überheblich geworden. Aber wir haben uns in einer falschen Selbstsicherheit gewogen», sagt Schmid. Dies ist in beiden Spielen gegen die Italiener spürbar: Während der Underdog am Limit performt, wirken die Schweizer blockiert. Insbesondere die Defensive, die immer die Basis der Schweizer Erfolge war, kommt nicht auf ihr übliches Niveau. 20 Gegentore kassiert die Nati am Sonntag alleine in der ersten Halbzeit. 

Offensiv ist Noam Leopold der einzige Schweizer, der in Hin- und Rückspiel überzeugen kann. Leider spielt er am Flügel, wo im Handball selten Spiele entschieden werden. Im Rückraum kommt Lenny Rubin, an den letzten beiden Turnieren bester Nati-Torschütze, gar nicht auf Touren. Auch Spielmacher Felix Aellen, der in der Bundesliga eine Top-Saison spielt, bleibt überraschend blass. 

«Die Gier hat gefehlt»

«Ich sage nicht, dass wir es nicht wollten», resümiert Nati-Trainer Schmid. «Wir sind mit der Favoritenrolle nicht zurechtgekommen, haben uns von den Italienern und dem Publikum den Schneid abkaufen lassen. Wenn uns die nötige Gier fehlt, mache ich mir selbst auch Vorwürfe.»

Durch die verpasste WM ändert sich für die Schweiz plötzlich auch die Ausgangslage für die Heim-EM 2028. Denn die WM hätte als Hauptprobe für das Jahrzehnt-Highlight im Schweizer Handball dienen sollen. Diese fällt nun weg. Da die Schweizer als Gastgeber an der EM gesetzt sind, fehlen auch die sechs Qualifikationsspiele. Heisst: Den nächsten Ernstkampf bestreitet die Nati erst in fast zwei Jahren bei der EM-Eröffnung. Vielleicht bezeichnet man dann das Aus gegen Italien als den berühmten Rückschlag zum richtigen Zeitpunkt. 

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