Die Schweizer Handballer zeigen im Quali-Rückspiel in Italien eine phasenweise desolate Leistung, die wohl schwächste in der Ära von Nati-Trainer Andy Schmid. 12:20 lautet der Pausenrückstand. Insbesondere die Abwehr präsentiert sich löchrig wie der berühmte Käse. Und auch Goalie Nikola Portner, sonst so oft die Schweizer Lebensversicherung, kann für einmal nicht in die Bresche springen. Er wird sogar kurzzeitig ausgewechselt.
Auf der Gegenseite zieht der italienische Keeper Domenico Ebner den Schweizer Schützen mit über 40 Prozent Abwehrquote den Zahn. Die zweite Halbzeit ist zwar leicht besser, reicht aber nicht, um die abgeklärten Italiener mit Trainer-Fuchs Bob Hanning in Verlegenheit zu bringen. Mit 31:38 gibts die erst zweite Pflichtspiel-Niederlage der Nati gegen Italien.
Eineinhalb Jahre ohne Pflichtspiel
Das Hinspiel am Mittwoch (32:29) liess schon erahnen, dass die Schweiz nicht auf dem Niveau der EM im letzten Januar (Platz 11) ist. Die Pleite von Faenza ist aber ein echter Nackenschlag für die sonst so aufstrebende Mannschaft, die zuletzt zweimal die EM und einmal die WM erreicht hat.
«Das ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen», sagt Andy Schmid nach dem Spiel zu SRF. «Über beide Spiele gesehen hat ihre Mentalität unser Talent geschlagen. Die Italiener haben uns die Grudtugenden des Handballs aufgezeigt. Wir sind verdient ausgeschieden», bilanziert der Nati-Trainer.
Bitterer Nebeneffekt: Ohne die WM in Deutschland 2027 wird die Handball-Nati bis zur Heim-EM 2028 keinen Ernstkampf mehr bestreiten. Sicher nicht die ideale Voraussetzung, um die vom Verband angestrebte Medaille ins Visier zu nehmen.
Das Spiel zum Nachlesen im Ticker: