Darum gehts
- Luis de la Fuente führt Spanien ins WM-Finale nach 17 ungeschlagenen Spielen
- Julian Nagelsmann musste nach Deutschlands Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay gehen
- Südkoreas Hong Myung Bo erhält Morddrohungen nach verpasster K.o.-Runde
Die Mega-WM 2026 wartete auch für die Nationaltrainer mit diversen Änderungen und Neuheiten auf. Allein die jeweils dreiminütigen Hydration Breaks in jeder Halbzeit boten den Coaches bisher undenkbare Möglichkeiten, nochmals aufs Spielgeschehen Einfluss zu nehmen.
Einige Trainer haben die XXL-Bühne in Nordamerika genutzt und können die WM-Kampagne als vollen Erfolg verbuchen. Andere wiederum werden die Spiele der Endrunde möglichst rasch aus der Erinnerung streichen wollen. Blick zeigt dir die Trainer-Gewinner und -Verlierer dieser WM.
Die Gewinner
Luis de la Fuente (65)
Anderthalb Jahre nach Amtsantritt wurde er Europameister mit Spanien, nun liess er gleich auch noch den Weltmeistertitel folgen. 18 Spiele in Serie blieben die Iberer nun ungeschlagen. Es ist eine unglaubliche Bilanz, die Luis de la Fuente vorzuweisen hat für einen Trainer, der mit wenig Vorschusslorbeeren ins Amt gehievt worden war. Mittlerweile hat er aber auch den letzten Kritikern gezeigt, wozu er fähig ist. Mit 65 Jahren ist de la Fuente neu der älteste Weltmeister-Trainer der Geschichte.
Lionel Scaloni (48)
Wer sein Team zweimal in Serie in den WM-Final führt, kann so schlecht nicht sein als Trainer. Aus dem einst als Interimslösung eingesetzten Lionel Scaloni ist in Argentinien eine Legende geworden. An dieser Endrunde drohte die Albiceleste mehrfach, frühzeitig zu überhitzen. Scaloni schaffte es aber immer wieder, die Gemüter zu beruhigen, justierte die richtigen Stellschrauben – und er schaffte es, die Überfigur Messi auch mit 39 Jahren nochmals perfekt ins argentinische Spiel einzubinden.
Stale Solbakken (58)
Zugegeben: Mit Namen wie Haaland, Ödegaard, Sörloth und Nusa lässt sich ganz ansprechender Offensiv-Fussball zelebrieren. Und doch hat es Stale Solbakken geschafft, das enorme Potenzial des norwegischen Nationalteams auch auf den Rasen zu bekommen. In Köln denkt man mit Schaudern an die Solbakken-Ära zurück, stieg man doch nach einer Grusel-Saison mit dem Trainer 2012 sang- und klanglos aus der Bundesliga ab. Diesen Makel hat Solbakken längst hinter sich gelassen. Sein Name steht nun für das beste Abschneiden der Wikinger bei einer WM-Endrunde.
Murat Yakin (51)
Die beste WM aller Zeiten angesagt. Die beste WM aller Zeiten abgeliefert. Aller Störgeräusche und des holprigen Katar-Starts zum Trotz brachte Yakin die Nati rechtzeitig in die Spur zurück. Für sein Coaching im Spiel und in den Trink- und Halbzeitpausen gabs von Blick glatt die Bestnote. Und wem das nicht reicht, für den sorgte Yakin auch neben dem Platz für Glanzpunkte. Die modischen Auftritte des Baslers sorgten während Wochen in Nordamerika für viel Aufsehen und Schwärmereien.
Die Verlierer
Julian Nagelsmann (38)
Die WM 2026 wurde für Julian Nagelsmann zum Debakel. Eine Pleite im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador reichte, um die Stimmung gegenüber dem Bundestrainer komplett kippen zu lassen. Das frühzeitige Aus im Sechzehntelfinal gegen Paraguay schlug dem Fass dann den Boden aus. Das einstige deutsche Trainer-Wunderkind ist zum Buhmann geworden. Die Konsequenz: Vier Tage nach dem Ausscheiden musste Nagelsmann als Bundestrainer zurücktreten.
Sabri Lamouchi (54)
Kürzer war kein Trainer an dieser WM: Sabri Lamouchi musste nach nur einem Spiel an der Endrunde seinen Posten als tunesischer Nationaltrainer räumen. Nach dem 1:5-Debakel zum Auftakt gegen Schweden zogen die Nordafrikaner die Notbremse. Doch auch ohne den Franzosen an der Seitenlinie liefs nicht besser. Tunesien schied mit null Punkten und einem Torverhältnis von 2:12 krachend aus.
Thomas Tuchel (52)
Der Spektakel-Sieg im Spiel um Platz 3 sorgte zwar für einen versöhnlichen Abschluss der WM. Doch die Frage bei den Engländern bleibt: Was wäre, wenn die Three Lions im Halbfinal mit der Führung im Rücken nicht auf Angsthasen-Fussball umgestellt hätten. Thomas Tuchel muss für die fatalen Umstellungen im Spiel gegen Argentinien die Verantwortung tragen. Mit Kritik wird auf der Insel nicht gespart. Dabei geht rasch vergessen, dass der Deutsche für das beste WM-Abschneiden der Engländer seit dem Titelgewinn 1966 gesorgt hat.
Hong Myung Bo (57)
Die WM hatte so gut begonnen für Südkorea: Mit einem Sieg gegen Tschechien machte man einen grossen Schritt in Richtung K.o.-Runde. Zwei Pleiten später gegen Südafrika und Gastgeber Mexiko war das Unheil aber angerichtet. Trainer Hong Myung Bo, der bei der WM 2002 und dem sensationellen vierten Platz der Südkoreaner im Kader des Nationalteams stand, musste umgehend zurücktreten. Erledigt war die Sache für Hong damit aber noch nicht. Vom Staatspräsidenten wurde er als inkompetent abgetan und aufgrund von Morddrohungen war bei der Rückkehr am Flughafen gar Polizeischutz notwendig.
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