Auf den Spuren von Nati-Star Vargas
Dieses Schlitzohr will auch Algerien das Fürchten lehren

Ruben Vargas ist einer der Schweizer Überflieger an der WM. Zwei Tore, ein Assist. Entscheidend gegen Bosnien-Herzegowina und Kanada. Doch der Weg vom schmächtigen Jung-Ruben bis zum besten Ruben aller Zeiten war nicht immer geradlinig.
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Darum gehts

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Alain KunzReporter Fussball

Ruben Vargas (27) wuchs in der Luzerner Vorortsgemeinde Adligenswil auf. Heute 5600 Einwohner, 1970 waren es gerade mal 953 gewesen. Die berühmtesten Söhne des Dorfes sind drei Fussballer. Ex-Nati-Star Stephan Lichtsteiner (42), Nico Siegrist (35) und der Sevilla-Söldner.

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Ein Herz und eine Seele: Gerardo Seoane ist der grosse Mentor von Ruben Vargas beim FC Luzern, hier in dessen Debütsaison in der Super League 2017/18.

Hier, auf dem Fussballplatz Löösch, machte klein Ruben seine ersten Schritte als Fussballer. Hier entschied er sich für Fussball und gegen Golf oder Baseball, was sein Vater aus der Dominikanischen Republik, der heute Golflehrer ist, lieber gesehen hätte.

Hier, in «Adlige», wie das Dorf in der Innerschweiz bloss genannt wird, war er unter den Fittichen von Ingenieur Urs Gutzwiller, der ihn in den F- und E-Junioren trainierte.

Die zwei direkt verwandelten Eckbälle

Gutzwiller erinnert sich an einen schmächtigen Jungen, der schon damals herausgestochen sei. Der einen starken Drang nach vorne hatte und deshalb immer Stürmer spielen wollte. Der aber ein grosses Handicap hatte: seine Physis.

Urs Gutzwiller und «seine» Stars. Ruben Vargas und Stephan Lichtsteiner haben es vom FC Adligenswil in die besten Ligen der Welt und in die Nationalmannschaft gebracht.
Foto: PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

«Er war einen Kopf kleiner als die anderen und alles andere als robust.» Als er in der Löwenschule des FC Luzern – dort werden Zusatztrainings für besonders Talentierte auf der Stufe E-Junioren, also bis zehn Jahre, angeboten – ein Probetraining absolvierte, wollte ihn der FCL gleich behalten. «Wir haben das dann mit der Mutter zusammen angeschaut und sind zum Schluss gekommen, dass dies noch keinen Sinn mache», erinnert sich Gutzwiller. Das blöde körperliche Defizit. Ein halbes Jahr später klappte es dann.

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Urs Gutzwiller, Juniorentrainer von Klein-Ruben, mit Fotos von Vargas heute und damals.
Foto: PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

Auch wegen solcher Episoden: «Wir hatten abgemacht, wer die Corner schiesst. Im 7er-Fussball waren das die Verteidiger. Nicht Ruben. Doch irgendwann schnappte er sich den Ball – und verwandelte den Eckball direkt. Wir waren perplex!» Kurz darauf wiederholte er das Spielchen. Wieder ging der Ball über den Goalie hinweg ins Tor. «Ich nahm ihn deshalb raus und fragte ihn, was denn das gewesen sei. Er antwortete freudestrahlend: ‹Ich wollte Ihnen nur zeigen, was ich zu Hause eingeübt habe.›»

«Ruben setzte sich trotz der Defizite gegen Grössere durch»

Mit zehn Jahren landete er beim FCL. Laurent Prince, heute Vizepräsident und Verwaltungsrat, war damals ganz frisch Nachwuchschef. «Die Formulare für den Transfer von Ruben von Adlige zu uns waren unter den ersten Papieren, die ich unterschrieben habe. Das sehe ich heute noch vor mir.» Prince erinnert sich auch an einen körperlich schwachen Jungen. Wer hätte damals ahnen können, welche Karriere dieser schwachbrüstige Bub machen würde?

Beim FCL trainierte ihn die heutige geballte YB-Power. Zuerst Patrick Schnarwiler (53). Gleich drei Saisons. In der U14, U16 und U18. «Ein fairer und problemloser Spieler, mit dem die Arbeit immer grosse Freude bereitete», charakterisiert ihn der Zuger. Nur etwas fehlte halt: der richtige Body. «Damals gabs die U17 als Zwischenschritt für jene, die es nicht direkt in die U18 schafften. Ruben ging diesen Weg.»

«Hat alles, was du von einem Schwiegersohn haben willst»
2:55
Contini über Ruben Vargas:«Hat alles, was du von einem Schwiegersohn haben willst»

Schnarwiler, seit Jahren loyale rechte Hand von Gerardo Seoane, war nichtsdestotrotz voll und ganz vom Potenzial des Jungen überzeugt. «Er war technisch so gut, dass er sich gegen die Stärkeren durchsetzen konnte. Gepaart mit seiner Wendigkeit und Schnelligkeit sowie seinem starken Kopfballspiel hatte er gute Waffen, die ihm halfen, es trotz allem zu schaffen.»

Bruder Manuel erklärt Rubens spezielles Kopfballtraining

Das änderte sich mit 17, 18. Ab diesem Zeitpunkt begann man in Luzern, dem Kleinen gezielt zu Muskeln zu verhelfen. «Und er schoss irgendwann in dieser Phase auch in die Höhe», sagt Seoane, der sowohl in der U18 wie in der U21 der Trainer von Vargas war. «Die Schnellfaserigkeit hatte er schon immer. Was noch fehlte, war das Explosive, das dann später dazukam. Wie auch die nötige Schrittlänge.» Die gute Koordination, die Vargas besass, habe ihm bei dieser Veränderung seines Körpers massiv geholfen, ist sich Seoane sicher. Der heutige YB-Coach beschreibt ihn als «mutig, frech und furchtlos. Er scheute sich nie vor einem Eins-gegen-eins. Und er hat ein gutes Kopfballtiming.»

Wie er das in jungen Jahren trainierte, schildert Rubens drei Jahre jüngerer Bruder Manuel auf Tele 1: «Dass er immer wieder Kopfballtore macht, ist kein Zufall. Wir haben das immer wieder trainiert. Ich stand im Tor. Er schoss den Tennisball an die Wand und dann mit dem Kopf ins Tor. Das haben wir immer wieder geübt. Und wenn ich ihn nun Kopftore machen sehe, kommt einem das als lustige Erinnerung in den Sinn.»

Seoane: «Ein gut erzogener Vorzeigespieler»

Neben dem Platz schildert ihn Seoane als ruhigen, demütigen und schlitzohrigen Burschen, der immer zuhörte, der immer lernen wollte. «Er war nie genügsam. Nie einer, bei dem man das Gefühl hatte, er könne vom Talent alleine leben. Kurz: Ein gut erzogener Vorzeigespieler, bei dem man wusste, dass er nie für negative Schlagzeilen sorgen würde. Das alles gepaart mit einer Portion Schlitzohrigkeit. Er lotet Grenzen aus, überschreitet die aber nie. Das lateinische Blut drückt da durch, was ich durchaus im positiven Sinn sehe. Das hat mir immer gefallen.» Weil er den jungen Gerardo Seoane darin wiedererkannte? «Das haben Sie gesagt», so der YB-Coach … schlitzohrig.

Der Rest ist bekannt. Als U21-Spieler beendet Vargas eine Malerlehre. Schafft es danach in die erste Mannschaft des FCL, wo ihn Markus Babbel am 27. August 2017 erstmals einsetzt, bei einem 1:1 gegen den FCZ, bevor sein Mentor Seoane übernimmt. Es folgen die Wechsel 2019 in die Bundesliga zu Augsburg und letztes Jahr in die La Liga zu Sevilla. Und der Sprung in die Nati 2019.

Lateinisches Blut, Schlitzohrigkeit und Resilienz. Mit diesen Attributen sollte doch Algerien beizukommen sein. Mit oder ohne Vargas-Tor.

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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