48 Erkenntnisse zum XXL-Event
Auf welche neue WM-Realität wir uns einstellen müssen

48 Teams, 104 Spiele, ein Riesen-Turnier – aber was bleibt? Blick präsentiert die 48 Erkenntnisse nach der XXL-WM.
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1.

Wir durften Johan Manzambi richtig kennenlernen und bleiben mit der Frage zurück: Was wäre mit dem aufregendsten Schweizer Offensivtalent seit Xherdan Shaqiri gegen Argentinien dringelegen?

Empfang nach dem Nati-Out: Was wäre mit einem gesunden Johan Manzambi gegen Argentinien möglich gewesen?
Foto: Mike Wiss/freshfocus

2.

Kobel hält! Und ist damit endgültig aus dem Schatten von Yann Sommer getreten.

3.

Der Daten-Anbieter Opta hat ausgerechnet: Kobel war der beste Torhüter der WM.

4.

Der beste Linksverteidiger? Ricardo Rodriguez.

5.

Ebenfalls Bewertungen in den Top 5 ihrer Kategorie erhalten Xhaka, Manzambi und Ruben Vargas.

6.

Die Schotten saufen Boston leer. Und es wird keine einzige Schlägerei oder Sachbeschädigung gemeldet. Stark.

Schottische Fans animieren Jogger zu «Ex und hopp»
1:00
Keiner ist vor ihnen sicher:Schotten animieren Jogger zu «Ex und hopp»

7.

Kein WM-Teilnehmer hat in den letzten Wochen so viel an Profil gewonnen wie Erling Haaland.

Der Mann wurde mit jedem Tag für die Öffentlichkeit interessanter: Erling Haaland.
Foto: FIFA via Getty Images

8.

Die Ruder-Aktion der Norweger wurde vor wenigen Monaten von einem Influencer erfunden. Womit auch geklärt wäre, warum sich das alles aufgesetzt anfühlt.

Das sind die spektakulärsten Fantraditionen der WM
1:29
Coole Fan-Traditionen:Eine Nation begeistert mit Ruder-Choreo

9.

Das Gegenteil von aufgesetzt: Die Liebesbeziehung zwischen Algeriens Team und seinen Gastgebern in Lawrence, Kansas. Die Kraft des Sports.

10.

Wonderwall. Die W.Nuss vo Bümpliz Englands. Wunderschön.

11.

Auch ein deutscher Nationaltrainer kann den Engländern die Angst vor dem Verlieren nicht so einfach austreiben.

Thomas Tuchel und England verpassen den Finaleinzug.
Foto: FIFA via Getty Images

12.

Keiner der für die Sechzehntelfinals qualifizierten Gruppendritten hat bei dieser WM ein K.o.-Spiel ohne Penaltyschiessen gewonnen.

13.

100 Spiele hat es gebraucht, damit schliesslich die Weltnummern 1, 2, 3 und 4 in den Halbfinals standen. Nach 102 standen die 1 und 2 im Final.

14.

Über die vielen Teams an einer XXL-WM schimpfen ist einfach. Aber das Geld aus den kolportierten Fifa-Rekordeinnahmen (rund 15 Mrd. US-Dollar) nehmen dann alle gerne.

15.

Apropos viele Teams: Schön, dass wir Kapverden-Goalie Vozinha kennenlernen durften.

Kapverden-Goalie Vozinha (l.) durfte am Wochenende an einem Fifa-Legendenturnier mitspielen.
Foto: keystone-sda.ch

16.

Auch während der WM kam die härteste Kritik an den Leistungen der Nati auf SRF vom Captain des Teams.

17.

Granit Xhaka ist ein Anführer alter Schule. Das passt nicht immer allen im Team. Am Ende aber steht die beste WM der Nati-Geschichte.

Granit Xhaka ist ein Anführer, der aneckt.
Foto: TOTO MARTI

18.

Breel Embolo hat jetzt den Badewannen-Vorfall, eine platzverweiswürdige Dämlich-Schwalbe und den Vorwurf, ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft zu haben, auf dem Kerbholz. Trotzdem wird ihn die Sport-Schweiz weiterhin liebhaben.

19.

Murat Yakin, Sexsymbol. Auch die New York Times kann nicht an sich halten. Würde so über das Äussere einer Frau gesprochen, es würden Köpfe rollen.

Trainer der besten Nati der WM-Geschichte und Sexsymbol: Murat Yakin.
Foto: TOTO MARTI

20.

Für Gianni Infantino hat die Gen Z das Wort «cringe» erfunden.

21.

Man kann unter den Augen der Weltöffentlichkeit die eigenen Regeln brechen wie die Fifa im Fall Balogun und so tun, als ob nichts gewesen wäre. Ohne Konsequenzen. Deprimierend.

Armer Kerl: Folarin Baloguns Name wird immer mit der Fifa-Sch., die Trump und Infantino landete inmitten ei
Foto: keystone-sda.ch

22.

Man kann wie Folarin Balogun unverschuldet mitten in eine Fifa-Schmierenkomödie geraten und das würdevoll meistern. Respekt.

23.

Der Witz des Sommers: Sepp Blatter kritisiert die Fifa wegen mangelnder Integrität.

24.

Wobei: Hydration Breaks anzuordnen, wenn es in Vancouver 18 Grad hat, ist auch recht humorvoll.

Temperatur egal – Trinkpausen gehörten dazu.
Foto: AFP

25.

US-Präsident Donald Trump ruft zwar wegen eines gesperrten Stürmers Fifa-Präsident Gianni Infantino an. Umgekehrt mag der Fifa-Präsident aber den US-Präsidenten lieber nicht durchklingeln, wenn der somalische WM-Schiedsrichter Omar Artan nicht in die USA einreisen darf.

Rief bei Infantino an, um die Sperre gegen US-Stürmer Balogun aufzuheben: Donald Trump.
Foto: keystone-sda.ch

26.

Fifa-Anpassungen wie die Regeln für weniger Zeitspiel und mehr Spielfluss haben funktioniert. Daumen hoch.

27.

Klatschendes Publikum im Studio, die immer gleichen Settings und Experten: Dem SRF fällt seit 20 Jahren nichts Neues mehr ein.

28.

Das ZDF hat die alte Wetten, dass…?-Couch gefunden und wettet, während der WM so viele Experten darauf quetschen zu können, wie noch niemand zuvor in der Geschichte des Fussballs.

29.

Die ARD quetscht dagegen Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger während Wochen auf die Medientribünen der US-Stadien und zeigt sie aus den denkbar unmöglichsten Blickwinkeln.

Für die ARD im WM-Einsatz: Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger.
Foto: Getty Images

30.

Gar nicht so einfach, es als TV-Station allen recht zu machen.

31.

Cristiano Ronaldo mag immer noch eine globale Ikone sein. Als Fussballer auf Top-Niveau ist er vorbei. Aber keiner traut sich, ihm das zu sagen.

32.

Anzahl von Ronaldos Ballkontakten im WM-Achtelfinal gegen Spanien: 19.

Ein Verlierer dieser WM: Cristiano Ronaldo.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

33.

Neymar kennt seine Prioritäten: Erst kommt das Duell mit dem norwegischen Goalie, dann folgen die Tränen über seine letzte WM, und irgendwann später sicher noch das Team selber.

34.

Nicht einmal Carlo Ancelotti kann die Seleçao auf Kurs bringen. Brasilien hat ein Problem.

35.

Messi beweist, was den Minimalisten dieser Welt längst klar ist: Man muss nicht jeden Weg auf sich nehmen. Wichtig sind die Wichtigen.

Schleicher, Spaziergänger, Genie: Lionel Messi.
Foto: Icon Sport via Getty Images

36.

Wenn die anderen die unglamourösen Wege nicht machen, kann der Minimalist noch so genau wissen, wann er richtig loslegen müsste.

37.

Argentinien – wie wenn Atletico Madrid Messi hätte.

38.

Deutschland. Ja, die waren dabei.

Die Deutschen erlebten eine Enttäuschung.
Foto: imago/Uwe Kraft

39.

Spanien. Wann ist je eine grosse Mannschaft so unaufgeregt in einen WM-Final gecruised?

So wild feiert ganz Spanien den WM-Titel
1:42
Durch die ganze Nacht:So wild feiert ganz Spanien den WM-Titel

40.

Die 16'601 Flugkilometer, die die Spanier zurücklegen mussten, sind WM-Bestwert für ein Team.

41.

Einer stellt diese Reisebilanz locker in den Schatten: Fifa-Boss Infantino hat bis zum Final nahezu 95'000 Flugkilometer zurückgelegt, ist also zweimal um die Welt geflogen.

Fifa-Boss Gianni Infantino (l.) und US-Präsident Donald Trump mit dem WM-Pokal.
Foto: Anadolu via Getty Images

42.

Zu 92 Prozent sollte die Schweiz vor dem letzten Gruppenspieltag im Sechzehntelfinal auf Iran treffen. Es wurde Algerien. Fussball ist eben doch keine Mathematik.

43.

Von den 16 Teams, die ohne WM-Vergrösserung nicht dabei gewesen wären, erreicht eines den Achtelfinal: Paraguay. Im Schnitt holen die 16 zusätzlichen Nationen pro Spiel 0,7 Punkte.

44.

Matias Galarza und wieder einmal der Beweis, dass ein Bösewicht noch einmal fieser wirkt, wenn er ein Babyface hat.

Paraguay-Spieler Matias Galarza wirkt unschuldiger, als er ist.
Foto: AFP

45.

Mit den Italienern wäre die WM schöner gewesen. Vielleicht klappt es ja, wenn in vier Jahren 64 Teams dabei sind.

46.

WM-Teilnehmer Iran darf nicht in den USA schlafen. Und niemanden stört es.

47.

Gibt es doch mehr als einen Georges Bregy? Einen, der vor der WM im Blick sagt: «Ich hatte nie wirklich das Bedürfnis, nochmals in die USA zu reisen. Und jetzt sowieso nicht mit der politischen Lage.» Und einen, der dann bei Schweiz – Katar eine Insta-Story mit dem Fifa-Präsidenten in Los Angeles macht?

48.

Jetzt wo die XXL-WM fertig ist, können wir sagen: Es war gross. Zuweilen grossartig. Aber ganz sicher in jeglicher Hinsicht gross.

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Eine dreifache Katastrophe:«Der WM-Final war wie eine Episode der Simpsons»
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