Zum Hüppi-Sieg im FCSG-Machtkampf
Was in St. Gallen passierte, ist eine Lektion für Investoren

Matthias Hüppi geht als Sieger aus dem Machtkampf beim FC St. Gallen hervor. Was sich bei den Espen abspielte, soll eine Lehre für Investoren im Fussball sein, sagt Blick-Sportchef Emanuel Gisi.
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Matthias Hüppi hat gewonnen – mit dem Klub den Cup und er selbst den Machtkampf beim FC St. Gallen.
Foto: keystone-sda.ch
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Emanuel GisiSportchef

Irgendwann am Dienstagabend sagt einer aus Matthias Hüppis Umfeld: «Die Sache hat eine noch grössere Wucht, als ich das je erwartet hätte.» Sicher ist sich da noch keiner im Hüppi-Lager.

Am Mittwoch ist klar: Hüppi hat den Machtkampf um den FC St. Gallen gewonnen. Hinter ihm stehen Fans, Stadtbevölkerung, Sponsoren, Stadtrat – sogar die Kantonsregierung. Ein Aufgebot, das man so zuerst einmal zusammenkriegen muss. Das ist kein Zufall.

Denn was sich in St. Gallen ereignet hat, ist eine Lektion, die Investoren im Fussball immer wieder lernen müssen: Kapital gibt Macht, aber keine Legitimität. Wer Anteile an einem Fussballklub kauft, erwirbt Aktien, aber nicht die Seele des Vereins. Die gehört den Menschen, die seit Jahrzehnten glauben und leiden. Hüppi hat diese Seele verstanden und gepflegt. Auch wenn selbst er und seine Mitstreiter die Kraft der grünweissen Welle etwas unterschätzt hatten.

Die Gegenseite dagegen wirkte über weite Strecken, als hätte sie unterschätzt, welche Art von Klub sie übernehmen wollte. Darum kann man froh sein, hat es nicht geklappt. Und gleichzeitig kann die Stadt den Putschisten Thoma und Gutjahr dankbar sein, haben sie sich zügig zurückgezogen. Hätten sie auf ihrem Plan beharrt, es wäre ein vergifteter Sommer der Schlammschlachten geworden in der Ostschweiz. Dieses unwürdige Spektakel bleibt nun allen erspart.

So bleibt Hüppi vorerst in jener Rolle, die er perfekt beherrscht: als Volkstribun und Identifikationsfigur der Ostschweiz.

Er kommuniziert nach aussen stark. Nun muss er auch nach innen überzeugen. Im Klub gibt es offenbar offene Fragen. Er muss sie klären – so, dass unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft nicht wieder eskalieren.

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