Darum gehts
Eines muss man Dennis Hediger (39) hoch anrechnen: Der Trainer des FC Zürich hat noch nie den Temperaturen oder den Reisestrapazen die Schuld an den schlechten Resultaten seiner Mannschaft gegeben. Aber zuletzt, nach dem 1:2 in Genf, wirkte auch Hediger etwas ratlos. «Es fühlt sich ungerecht an», sagte er nach der 12. Niederlage in seinem 20. Spiel als Profitrainer. «Schliesslich geben die Spieler immer vollen Einsatz.»
Na hoffentlich, schliesslich ist «Intensität» eines von Hedigers Lieblingswörtern. Aber genau da liegt eines der Probleme seines FCZ. Das Team hat unter Hediger zu lange einen Fussball gespielt, den es nicht beherrscht. Der drittletzte Platz in der Super League ist nicht Folge von Pech. Wer so auftritt wie Zürich, kann gar nicht erfolgreich sein.
Der FCZ tut, was der Trainer will – aber erfolglos
Klingt polemisch? Es ist nur die Schlussfolgerung nach einem Blick auf die brutalen Zahlen. Die zeigen: Ja, die Zürcher tun einerseits das, was der Trainer von ihnen verlangt. Nur drei andere Teams greifen den Gegner noch näher an dessen Tor an. Nur Thun lässt den Gegner noch weniger Pässe spielen, bevor er attackiert wird. Nur Basel lässt nach einem Ballverlust weniger Sekunden bis zu einer Abwehraktion verstreichen.
Der FCZ greift also hoch an, er stresst die Gegenspieler, er macht Druck. Nur leider wird das alles dadurch entwertet, dass die investierte Energie erfolglos verpufft. Kein Team erobert pro Spiel weniger Bälle als Zürich. Nur Lugano gewinnt weniger defensive Zweikämpfe. Vereinfacht ausgedrückt: Die Zürcher rennen auf die Gegner los, werden dann aber ausgespielt.
FCZ-Abwehr ist überall am zweitschlechtesten
Hohes Pressing gepaart mit schlechten Zweikampfwerten und nur wenigen Ballgewinnen: die perfekte Mischung für ein Debakel. Und genauso präsentieren sich die Zahlen der Zürcher Abwehr. Wohin man auch schaut – der FCZ ist immer das zweitschlechteste Team der Liga. Ob bei der Zahl der gegnerischen Gross-Chancen, bei den Eintritten der Gegner in den Strafraum oder bei der grundsätzlichen Chancenqualität der Gegner. Und ja, natürlich auch bei den Gegentoren.
Ebenso ernüchternd aus Zürcher Sicht: Auch die Offensive profitiert nicht von all den abgespulten Pressing-Metern. Der FCZ ist zwar super darin, in die Nähe des gegnerischen Sechzehners zu kommen. Nur der baldige Meister Thun kommt pro Ballbesitz noch häufiger ins Angriffsdrittel.
Keine Torgefahr
Ist der Ball aber mal vorne, ist beim FCZ auch schon wieder Schluss. 81 Prozent der Zürcher Angriffe, die bis in die Nähe des gegnerischen Tores führen, versanden, ohne dass der Ball in den Sechzehner kommt. Der schlechteste Wert der Liga – zusammen mit Winterthur und den Grasshoppers. Und ist der Ball endlich doch im Strafraum, kommt niemand seltener zum Schuss als Zürich.
Der FCZ-Fussball entblösst also hinten die eigene Abwehr und sorgt vorne für kaum Torgefahr: Wenn die Saison vorbei ist, wird der Klub sehr genau analysieren müssen, ob es daran liegt, dass er nicht die richtigen Fussballer für diese Art des Spiels im Kader hat. Oder ob das Trainerteam daran gescheitert ist, den Spielern die ambitionierten Ideen zu vermitteln.
Vorerst aber geht es darum, den Fall in die Barrage zu verhindern. Und da gibt es ein paar Anzeichen für Korrekturen. Hin, zu einem defensiv etwas weniger anfälligen Fussball. Zum Beispiel haben die Zürcher ihre Gegner etwas weniger hoch angegriffen. Und nicht zuletzt ist da die Verpflichtung des routinierten Carlos Bernegger (56) als Co-Trainer. Vielleicht hat er ja den richtigen Plan in der Tasche, mit dem der FCZ den Fall in die Barrage verhindert.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |

