Es ist 15 Uhr, als im Home of FCZ Claudio Cisullo am Freitag erstmals vor die Medien tritt in seiner neuen Funktion als Verwaltungsrat und Lead Independent Director. Rund 40 Minuten später ist klar: Die Ein-Mann-Show aus der Ära Milos Malenovic ist beim FC Zürich definitiv vorbei. Vielmehr will man gemeinsam mit dem Präsidenten-Ehepaar den Verein für die Zukunft sowie mögliche Investoren bereit machen und die Kompetenzen auf mehrere Schultern verteilen. «Wir wollen Klarheit schaffen, aber ein kurzfristiger Rückzug ist kein Thema», sagt Präsident Ancillo Canepa mit Blick auf die Zukunft des Klubs. «Kein Sprint, sondern ein Halbmarathon», sagt Cisullo zur Erwartungshaltung der künftigen Ausrichtung.
…über die Rolle von Unternehmer Cisullo beim FCZ
Der neue starke Name beim FCZ wird sich aktiv in die strategische Ausrichtung und die langfristige Entwicklung des Vereins einbringen. Dass Claudio Cisullo, mit einem gemäss «Bilanz» geschätzten Vermögen von 300 Millionen Franken, selber Anteile kaufen wird, sei nicht vorgesehen. «Es ist aber sehr wohl vorgesehen, dass ich mein Netzwerk und meine Erfahrung aus rund vier Jahrzehnten in der Unternehmensführung einbringe», so Cisullo. Im sportlichen Bereich werde er derweil nichts zu sagen haben. «Das will ich auch nicht, ich weiss, was ich kann und was ich nicht kann», so Cisullo.
…über die neue Struktur mit einem CEO
Als Teil der neuen Struktur innerhalb des Klubs wird neuerdings auch ein CEO für die Geschäftsleitung gesucht. Aktuell hat Präsident Ancillo Canepa diese Position ad interim inne. «Damit wollen wir die Entscheidungsqualität und Transparenz stärken», so Canepa. Es sei wichtig, dass man hier wirklich den Richtigen finde – einen, der aus der Privatwirtschaft komme. «Wir sind im Prozess, den geeigneten Kandidaten zu finden, und hoffen, dass wir in den nächsten zwei Monaten jemanden präsentieren können.»
…über den neuen prominenten Beirat
Auf Initiative von Cisullo wurde ein Beirat beim FCZ ins Leben gerufen, dessen Mitglieder aufhorchen lassen: Unternehmer aus der Schweiz, aber auch internationale Fussballprominenz wie die zwei Champions-League-Sieger Roberto Di Matteo und Roberto Donadoni. «Es sind Persönlichkeiten mit sehr grosser Erfahrung und sehr grossem Leistungsausweis in ihren jeweiligen Tätigkeitsgebieten», sagt Cisullo zum sechsköpfigen Gremium, dem auch er künftig angehören wird. Es gehe um das Einbringen externer Perspektiven. «Der Beirat wird sich mindestens viermal pro Jahr treffen und wird keine operative Funktion haben.»
…über den neuen Technischen Direktor
Nicht Sportchef, sondern «Innenminister» sei Alessandro Mangiarratti, der vergangene Woche als neuer Technischer Direktor vorgestellt worden ist. «Er wird vorerst keine Medienkontakte pflegen», stellt Canepa gleich zu Beginn klar. «Er leitet den gesamten Bereich Fussball, und das ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe», so der FCZ-Präsident. Bei den Transfers sei Mangiarratti zwar involviert, aber: «Es soll nicht so sein, dass er an der Front die Verhandlungen übernehmen wird.»
…über die Ausrichtung der Transfer-Entscheider
Um die Prozesse von Neuverpflichtungen transparenter zu gestalten, wird eine Transferkommission über der Geschäftsleitung und dem Technischen Direktor installiert. Mit dabei: Trainer, Technischer Direktor und Präsident. «Ich will von A bis Z in diesem Prozess involviert sein», stellt Canepa fest. Wer dann konkret die Verhandlungen mit Spielern und anderen Klubs führen wird, ist noch unklar. Aktuell macht dies Berater Dino Lamberti auf Mandatsbasis. «Er ist im Moment mein verlängerter Arm, ob das auch in Zukunft so ist, werden wir sehen», so Canepa.
…über das Ende von Milos Malenovic als Sportchef
Beim Thema Malenovic gibt sich der FCZ-Präsident wortkarg, man wolle primär in die Zukunft schauen. «Es ist nie zu spät, um intelligenter zu werden», sagt Canepa. Dass diverse Stellen weiterhin mit Personen besetzt sind, die vom Ex-Sportchef Malenovic installiert wurden, sieht der 72-Jährige nicht als Problem. Zwei Personen – darunter Steven Zuber – hätten den Verein nach der Freistellung Malenovics verlassen. «Der Rest ist zu 100 Prozent loyal zum FCZ», versichert Canepa.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |

