Mall sucht Ball – FCZ-Ausgleich ist Slapstick pur
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«Er würde alle neben sich besser machen»
Alarm in der FCZ-Abwehr vor FCB-Duell – kommt ein Routinier?

Das 1:1 bei Servette ist ein Fingerzeig dafür, was dem FC Zürich in der Ära nach Milos Malenovic fehlt: ein Abwehrchef, der seine Nebenleute besser macht.
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«Einer, der unter Druck nicht nervös wird.» Dennis Hediger hat klare Vorstellungen zu seinem Traum-Innenverteidiger.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

  • Die Zürcher Abwehr wirkt gegen Servette vor der Pause sehr wacklig
  • Trainer Hediger wünscht sich einen erfahrenen Verteidiger, doch Finanzen erschweren Verpflichtung
  • Gegen Basel fällt Kamberi rot-gesperrt aus
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Florian RazReporter Fussball

Abwehr-Alarm beim FC Zürich! Auch wenn das Trainer Dennis Hediger (39) so natürlich nicht sagen würde: «Wir haben genügend Spieler in der Abwehr.» Aber Spiel eins der Ära nach Milos Malenovic (40) sieht in der Defensive in den ersten 45 Minuten doch gefährlich wacklig aus.

Jetzt fallen auch noch ein bis zwei Verteidiger für den Klassiker gegen Basel aus. Und wer Hediger nach dem 1:1 bei Servette etwas länger zuhört, der merkt, wie gut ein Routinier in der Abwehr dieser jungen Mannschaft täte. Als Ruhepol, als Anführer im Spiel gegen den Ball – aber gerade auch als Mann, der die Übersicht hat, um den ersten Pass zu spielen.

«Er würde alle neben sich besser machen»

«Ein Spieler, der taktisch-technisch eine Stufe über den anderen steht», so beschreibt Hediger seinen Wunschspieler: «Einer, der das Spiel versteht, der die Ruhe hat, der weiss, wo der freie Mann steht. Einer, der unter Druck nicht nervös wird.» Und dann sagt der FCZ-Trainer: «Klar würde ich den sofort nehmen! Der würde alle neben sich besser machen.»

Aber Hediger weiss auch: «So ein Spieler ist teuer. Darum ist wichtig, dass wir sehr gut scouten.» Nebst den Finanzen kommen noch andere Klippen dazu. «So einer spekuliert erst einmal darauf, dass er in einer anderen Liga spielen kann», weiss Hediger. Und: Der Neue müsste in seinem aktuellen Klub Stammspieler sein: «Wir können nicht jemanden erst einmal drei, vier Wochen aufbauen.»

In Genf treten die Zürcher erstmals ohne Mariano Gomez (26) an, der nach Ungarn abgegeben wurde. Ohne Milan Rodic (34), der nach Zypern abgereist ist. Ohne Jorge Segura (28) auch. Der trainiert zwar noch beim FCZ, schafft es aber gegen Servette an seinem Geburtstag nicht einmal aufs Matchblatt. Und Junior Ligue (20) hat sich in den Augen der Verantwortlichen so unmöglich benommen, dass er erst einmal in die Schäm-Ecke geschickt wurde, um ein wenig nachzudenken.

So spielt der gelernte Innenverteidiger Ilan Sauter (24) hinten links. Und nimmt erst einmal 45 Minuten lang Schwimmunterricht, ehe es nach der Pause deutlich besser wird. Ihm hilft sicher nicht, dass auf seiner Seite Dribbelkünstler Matthias Phaëton (26) praktisch von der Abwehrarbeit dispensiert ist.

Im Zentrum ist Lindrit Kamberi (26) bei fast jeder Aktion die Schwere der Verantwortung anzusehen. Schliesslich gilt er jetzt als Abwehrchef. Tiefpunkt ist, wie er sich in der 72. Minute von einem langen Ball überrumpeln lässt und Florian Ayé (28) nur noch mit einer Notbremse am Weg zum Tor hindern kann.

Darum fehlt Kamberi am kommenden Wochenende im Klassiker gegen Basel. Sauter ist ebenfalls fraglich – er muss sich mit schweren Schmerzen in der Schulter auswechseln lassen. Trotzdem sagt Trainer Hediger tapfer: «Ich rede immer lieber von denen, die zur Verfügung stehen.»

Dazu gehört neu Chris Kablan (31). Der Rechtsverteidiger gibt im Stade de Genève ein in Anbetracht der Umstände ordentliches Debüt. «Ich hatte noch keine ganze Trainingswoche», sagt er selber zu seinen 61 Minuten, «so gesehen war es ein guter Start.»

«Es ist schwierig abzusagen, wenn der FCZ anruft»
1:16
Kablan über sein Debüt:«Es ist schwierig abzusagen, wenn der FCZ anruft»

Da es in Zypern keine Winterpause gibt, kommt Kablan mit Spielrhythmus, muss aber in Zürich erst einmal sein Leben neu organisieren. Wohnungssuche inklusive. Die Hoffnung des FCZ ist, dass Kablan den jungen Nebenleuten mit seiner Erfahrung und seinem Kampfgeist Stabilität verleiht.

Aber selbst wenn ihm das gelingt, ist die Partie in Genf im Minimum ein Hinweis darauf, dass sich die Investition in einen gestandenen zentralen Abwehrspieler lohnen könnte. Zumindest dann, wenn es die Zürcher ernst damit meinen, dass sie in dieser Saison noch in die Top 6 kommen wollen.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
20
18
43
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
19
16
37
3
FC Lugano
FC Lugano
20
8
36
4
FC Basel
FC Basel
20
8
33
5
FC Sion
FC Sion
20
6
31
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
20
-2
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
20
3
27
8
FC Zürich
FC Zürich
20
-7
25
9
FC Luzern
FC Luzern
20
-3
21
10
Servette FC
Servette FC
20
-7
21
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
20
-11
17
12
FC Winterthur
FC Winterthur
19
-29
10
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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