Warum geht Fahrni kurz vor dem Sensations-Titel?
Blitz-Rückzug von Thuner Klub-Retter wirft Fragen auf

Auf der Zielgeraden vor dem Sensations-Titel des FC Thun gibt Klub-Retter Beat Fahrni alle operativen Aufgaben ab. Was bedeutet das? Es gibt erste Antworten.
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Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Beat Fahrni ist für schnelle Entscheidungen bekannt. Wenn etwas passt, macht er Nägel mit Köpfen. Wenn Bestehendes überholt ist, dann dauert es nicht lange, bis es durcheinandergewirbelt wird. So auch jetzt, mitten im Thuner Fussballmärchen.

Beat Fahrni in der Stockhorn-Arena. Nun wird er hier nicht mehr so oft zu sehen sein.
Foto: keystone-sda.ch

Drei Tage nach dem zehnten Sieg des FC Thun im elften Spiel des Jahres rumpelt es hinter den Kulissen der Stockhorn-Arena. Fahrni zieht sich aus der operativen Führung zurück! Selbst der Klub schreibt von einem «früher als geplanten» Zeitpunkt. Schon per Ende März soll die Übergabe abgeschlossen sein. Warum der Blitz-Rückzug?

Er hatte viele Hüte auf – und grossen Einfluss

Erst im August hat Fahrni die zusätzliche operative Aufgabe auf der Geschäftsstelle übernommen. In diesem Zug trennte sich der Klub nach nur einem halben Jahr von CEO Annelis Straubhaar und lagerte bestimmte administrative Tätigkeiten an eine Firma von Fahrni aus. Das sorgte auch für Stirnrunzeln. Fahrni war nicht mehr nur Klub-Retter, Grossaktionär und Verwaltungsratsmitglied – sondern plötzlich auch operativ im Lead.

So gross das Strahlen von Fahrni, so gross die Veränderungen, die er beim FC Thun hinter den Kulissen anstiess.
Foto: keystone-sda.ch

Fahrni zementierte seinen Einfluss, war allerdings schon vorher Haupttreiber vieler Veränderungen. Nun gibt er die operative Führung ab, und die Zusammenarbeit mit der besagten Firma namens Uxan endet bereits wieder. Fahrni bleibt noch im Verwaltungsrat des FC Thun.

Fahrnis Anteil am Klub wird wohl sinken

Eine entscheidende Frage lässt der Klub aber offen. Behält Fahrni seinen grossen Einfluss, indem er der grösste Aktionär bleibt? Nach letztem Stand hält er fast einen Drittel am FC Thun (31,4 Prozent). Auf Blick-Anfrage lässt der Klub verlauten, dass Fahrni Aktionär bleibe. Aber es gibt eine Tendenz zu weniger Einfluss.

Es sei absehbar, dass sich Fahrnis Aktienpaket verwässern werde, weil im Herbst eine weitere Kapitalerhöhung geplant sei. Sprich: Weil neue Aktien dazukommen, wird Fahrnis bisheriger Anteil prozentual kleiner. Es sei zudem auch nicht ausgeschlossen, dass Fahrni einen Teil seiner Aktien verkaufe. Möglich also, dass sich Fahrni zunehmend aus dem Rennen nehmen wird.

FCT-Präsident Andres Gerber (r.) betonte stets, wie wichtig der Einstieg von Fahrni (Mitte) aus seiner Sicht für das Fortbestehen des Klubs war.
Foto: Urs Lindt/freshfocus

Sieht Fahrni seine Aufgabe in Thun als erledigt an? «Der Delegierte des Verwaltungsrats wird sich künftig wieder verstärkt auf seine unternehmerischen Tätigkeiten ausserhalb des Klubs konzentrieren», schreibt der FC Thun. «Der Plan, den FC Thun innerhalb von drei Jahren nachhaltig neu auszurichten, konnte umgesetzt werden», sagt Fahrni.

Ruhe im Sport – ständige Veränderung neben dem Platz

Vor ziemlich genau zwei Jahren sorgte Fahrni mit seinem Einstieg als Grossaktionär dafür, dass der Klub nicht Konkurs oder in ausländische Hände ging. Mit seinen Firmen ist Fahrni seit Längerem auch beim SCB, YB und weiteren Schweizer Profiklubs im Geschäft. Er brachte sein grosses Netzwerk beim FC Thun ein, stiess schon vor der Übernahme der operativen Leitung im August unzählige Veränderungen an – und damit auch einige vor den Kopf.

Das Spezielle am sensationellen Super-League-Leader: Während in der sportlichen Abteilung des Klubs rund um Präsident Andres Gerber (er übernimmt die operative Leitung des Vereins), Sportchef Dominik Albrecht und Trainer Mauro Lustrinelli durch jahrelange oder gar jahrezehntelange Zusammenarbeit eine bemerkenswerte Kontinuität herrscht, werden die anderen Bereiche auf der Geschäftsstelle ständig umgekrempelt.

Brighton Labeau (r.) und Valmir Matoshi schreiben im Schnee das Thuner Märchen weiter. Dann rumpelt es neben dem Platz.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Läuft als nächster Schritt bereits die Suche nach einem neuen CEO? Der Klub hält sich bedeckt: «Mittelfristig soll eine kaufmännische Leitung etabliert werden», heisst es. «Die Suche wird zum gegebenen Zeitpunkt initiiert.» Möglich aber, dass es auch bei der Nachfolgelösung schneller geht als angenommen. Nach Blick-Informationen sollen bereits konkrete Kandidaten im Rennen sein.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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