Thun ist nicht zu stoppen. Und die Konkurrenz hat das Nachsehen, wie YB am Sonntag im Kantonsderby. Der Spielstil des Leaders hat eine klare Handschrift, ist körperbetont und unbequem. Mehr als 15 Fouls im Durchschnitt pro Spiel ist hinter St. Gallen der Höchstwert in der Liga.
Als Urs Fischer bei Union Berlin innerhalb von fünf Jahren aus einem Mittelfeld-Klub der 2. Bundesliga einen Champions-League-Teilnehmer machte, predigte der heutige Mainz-Trainer jeweils: «Wir müssen eklig sein.» Und genau das sind die Thuner: eklig.
Sie tragen die Handschrift ihres Trainers Mauro Lustrinelli, der es als Stürmer dank seiner Cleverness und Schlitzohrigkeit zum Nati-Spieler und WM-Teilnehmer brachte. Es sind Eigenschaften, die es braucht, um Erfolg zu haben. Umso mehr für einen Underdog, der aufgrund der finanziell beschränkten Möglichkeiten nicht das Talent und die Breite im Kader hat wie die Konkurrenz aus Bern, Basel, Lugano oder Zürich.
Für einmal ist es ein Aussenseiter, der jene Attribute an den Tag legt, die man ansonsten den Grossen attestiert; Spiele zu gewinnen, obwohl man spielerisch nicht besser ist, Abgezocktheit in den Zweikämpfen oder glückhafte, teils späte Tore.
Anstatt zu lamentieren, täten die Gegner gut daran, vom Aufsteiger zu lernen. Denn wenn diese nicht gerne gegen Thun antreten, ist das vor allem eines: ein Kompliment für die Berner Oberländer, die die Grenzen der Fairness zwar ausreizen, aber nicht überschreiten.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |












