Kommentar zum Spielstil des Sensation-Aufsteigers Thun
Von Thun lernen, anstatt lamentieren

Der FC Thun spielt körperbetont und unbequem, schreibt Christian Finkbeiner, stv. Fussballchef bei Blick. Doch anstatt zu lamentieren, soll die Konkurrenz von Thun besser lernen.
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Abgezockt: Trainer Mauro Lustrinelli und Abwehrchef Marco Bürki.
Foto: Pius Koller
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Thun ist nicht zu stoppen. Und die Konkurrenz hat das Nachsehen, wie YB am Sonntag im Kantonsderby. Der Spielstil des Leaders hat eine klare Handschrift, ist körperbetont und unbequem. Mehr als 15 Fouls im Durchschnitt pro Spiel ist hinter St. Gallen der Höchstwert in der Liga.

Als Urs Fischer bei Union Berlin innerhalb von fünf Jahren aus einem Mittelfeld-Klub der 2. Bundesliga einen Champions-League-Teilnehmer machte, predigte der heutige Mainz-Trainer jeweils: «Wir müssen eklig sein.» Und genau das sind die Thuner: eklig.

Sie tragen die Handschrift ihres Trainers Mauro Lustrinelli, der es als Stürmer dank seiner Cleverness und Schlitzohrigkeit zum Nati-Spieler und WM-Teilnehmer brachte. Es sind Eigenschaften, die es braucht, um Erfolg zu haben. Umso mehr für einen Underdog, der aufgrund der finanziell beschränkten Möglichkeiten nicht das Talent und die Breite im Kader hat wie die Konkurrenz aus Bern, Basel, Lugano oder Zürich.

Für einmal ist es ein Aussenseiter, der jene Attribute an den Tag legt, die man ansonsten den Grossen attestiert; Spiele zu gewinnen, obwohl man spielerisch nicht besser ist, Abgezocktheit in den Zweikämpfen oder glückhafte, teils späte Tore.

Anstatt zu lamentieren, täten die Gegner gut daran, vom Aufsteiger zu lernen. Denn wenn diese nicht gerne gegen Thun antreten, ist das vor allem eines: ein Kompliment für die Berner Oberländer, die die Grenzen der Fairness zwar ausreizen, aber nicht überschreiten.

YB mit Blitzstart und Chancenwucher – Thun dreht das Derby
3:00
Highlights im Video:YB mit Blitzstart und Chancenwucher – Thun dreht das Derby
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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
29
34
68
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
29
23
54
3
FC Lugano
FC Lugano
29
10
49
4
FC Basel
FC Basel
29
4
46
5
FC Sion
FC Sion
29
8
42
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
29
3
42
7
FC Luzern
FC Luzern
29
3
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
29
-2
36
9
Servette FC
Servette FC
29
-6
33
10
FC Zürich
FC Zürich
29
-16
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
29
-14
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
29
-47
16
Meisterschaftsrunde
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