Darum gehts
- FC Winterthur kämpft gegen Abstieg, 3 Siege in 18 Spielen
- Trainer Rahmen bleibt trotz Abstieg, Vertrag bis Juni 2027
- Sportchef Kaiser könnte zum FCZ wechseln, Budget dort grösser
Carlo Cremonesi ist kein Gfrörli. Trotz Minustemperaturen steht der Teammanager des FC Winterthur zum Trainingsauftakt mit kurzen Hosen am Spielfeldrand. Auf die Frage, ob er täglich in der Töss baden gehe, antwortet der 58-Jährige: «Nein, aber ich dusche jeden Morgen kalt.» Kalt geduscht wurde auch der FCW in dieser Saison. Bloss 3 Siege in 18 Spielen. Zeit für ein paar heisse Fragen.
Viel spricht dagegen. Vor einem Jahr hatte der FCW nach 18 Spielen drei Zähler mehr auf dem Konto als jetzt. Und mit Yverdon und GC zwei Konkurrenten, die ebenfalls heftig schwächelten. In dieser Saison wirken die Hoppers, als hätten sie einen Plan. Und ein zweiter klarer Abstiegskandidat ist bislang nicht in Sicht. Trotzdem will Winti-Sportchef Oliver Kaiser (46) nichts vom bevorstehenden Abstieg wissen: «Wir glauben an den Ligaerhalt. Die letzten Wochen geben Anlass zur Zuversicht. Wir haben gute Leistungen gezeigt. Leider ist es uns nicht gelungen, uns mit Punkten zu belohnen.» Was für Winti spricht: Schon in der letzten Saison wurde die Mannschaft mehrfach abgeschrieben, am Ende schaffte man die Wunder-Wende.
Ja. Der Basler hat auf der Schützenwiese einen Vertrag bis Juni 2027 unterschrieben und würde die Eulachstädter wohl auch in die Challenge League begleiten. Oliver Kaiser sagt: «Wir wollen nicht jedes Jahr einen Trainerwechsel.» Im Dezember vor einem Jahr schickte der FCW Ognjen Zaric (36) in die Wüste und holte mit Uli Forte (51) einen Feuerwehrmann. Diese Patrone hat der FCW-Sportchef in dieser Saison schon verbraucht.
Kaum. Oder um es mit Oliver Kaiser zu sagen: «Grosse Veränderungen wird es nicht geben.» Möglich, dass noch der eine oder andere Leihspieler zum FCW stossen wird. Priorität hat aber die Verkleinerung des Kaders. Erst dann wären etwaige Zuzüge möglich.
Nicht ausgeschlossen. Der FCZ sucht einen Mann mit Erfahrung. Und fähige Sportchefs wachsen nicht wie Halme auf einem Fussballrasen. Unter Oliver Kaiser ist der FCW nach 37 Jahren wieder in die Super League zurückgekehrt. Und in der zweiten Saison legte der Klub gar ein Husarenstück hin. Top 6. Trotz Mini-Budget. Seither steht der FCW wieder dort, wo er dank seiner begrenzten finanziellen Mittel auch hingehört: ans Ende der Tabelle. Dass Kaiser Jahr für Jahr seine besten Spieler verliert, macht die Sache nicht einfacher. Dass er beim FCZ massiv mehr Möglichkeiten hätte, steht ausser Frage.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |


