Darum gehts
- Winterthur steigt nach 0:3 gegen Luzern aus der Super League ab
- Trotz Abstieg spendiert der Klub allen Fans in der Liberobar Getränke
- 100 Gegentore in der Saison, mehrere Spieler und Trainer Rahmen verabschieden sich
Das vierjährige Super-League-Kapitel endet für Winterthur mit einer 0:3-Packung. Und trotzdem ist die Stimmung auf der Schützenwiese ausgezeichnet. Während nach Schlusspfiff im Hintergrund «You will never walk alone» läuft, drehen die Spieler eine Ehrenrunde. Und sie werden von allen applaudiert. Es sind berührende Szenen. Winterthur macht halt Winterthur-Dinge. Dazu passt auch, dass der Klub allen Heim- sowie Gästefans in der traditionellen Liberobar gratis Getränke anbietet.
An manch anderen Orten hätte Resignation geherrscht. Oder auch Frust und Wut. Und das gleich aus mehreren Gründen: Natürlich wegen dem Abstieg. Aber auch weil man gegen Luzern das 100. Gegentor der Saison kassiert. Oder weil Tibault Citherlet (21) kurz vor der Pause ein völlig unnötiges Penaltyfoul begeht und mit Rot vom Platz fliegt. Last but not least aber auch aufgrund der Offensive, in der die Stürmer über ihre eigene Füsse stolpern.
Rahmen nimmt Präsident Keller in Schutz
Die Winterthurer zeigen aber auch in einem so harten und traurigen Moment Grösse. Die einzigen negativen Voten gibt es kurz vor dem 0:1. Da zeigt die Kurve ein Banner. Darauf steht: «Budgetchürzig ohni Plan endet im Tabellekeller. Mir wennd nid nomal 37 Jahr warte.» Deutlicher könnte die Message an Präsident Mike Keller und Sportchef Oliver Kaiser (46) nicht sein. Trainer Patrick Rahmen (57) stellt sich aber schützend vor seine Vorgesetzten – insbesondere der Familie Keller. «Man muss froh sein, dass es in Winterthur eine solche Familie gibt, die Jahr für Jahr investiert und langfristig diesen Verein unterstützt», betont er.
Ab sofort geht es in Winterthur um die Mission Wiederaufstieg. «In den nächsten zwei Wochen müssen wir Klarheit schaffen. Das Ziel ist, dass wir bei Trainingsstart parat sind», erklärt Rahmen. Mehrere Verträge laufen aus. Andere Spieler haben bereits ihren Abschied bekannt gegeben. Einer davon ist Goalie Stefanos Kapino (32), der im letzten Spiel auf der Tribüne sass, aber nach Schlusspfiff auf dem Rasen die eine oder andere Träne verdrückte. «Es geht etwas zu Ende. Die Spieler waren gerne da. Es ist extrem hart und tut weh. Aber ich bin enorm dankbar, dass ich mit einer solchen Truppe arbeiten konnte», sagt Rahmen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |
