Auch im vierten Anlauf klappt es für FCB-Trainer Slavisa Jokanovic nicht, seinen ersten Sieg in der Super League zu feiern. «Das war ein komisches Spiel», bilanzierte der Serbe nach dem Abpfiff. Die Ratlosigkeit über den Auftritt seiner Mannschaft brachte er mit einem Einblick in sein Seelenleben ziemlich genau auf den Punkt: «Am Ende habe ich das Gefühl, dass es eine Partie war, die wir gewinnen mussten. Andererseits habe ich das Gefühl, dass wir komplett den Faden verloren haben und dieses Spiel auch hätten verlieren können.»
Es ist zwar erst Anfang November, doch Thun und Basel eröffneten am Sonntagnachmittag beim 3:3 vorzeitig die Weihnachtszeit – mit Geschenken auf beiden Seiten. Thun legte vor und lud die Gäste defensiv zum Tag der offenen Tür ein: Schon nach 40 Sekunden traf der FC Basel durch Zan Celar zum 1:0, nach 12 Minuten erhöhte Philip Otele bereits auf 2:0. Ein echter Raketenstart für Rot-Blau.
Omlin sieht zweimal nicht gut aus
Die Hoffnung auf den grossen Befreiungsschlag nach bald zwei Monaten ohne Ligasieg war riesig, verpuffte jedoch durch Jonas Omlin, der einen völlig gebrauchten Nachmittag erwischte und die Präsente postwendend zurückgab. Erst leitete ein Riesenbock des FCB-Keepers den Thuner Anschlusstreffer ein, kurz darauf folgte ein Distanzschuss von Reichmuth, den Omlin mit seinen Qualitäten mindestens halten darf, wohl eher halten muss.
Mit dem 2:2 ging es in die Halbzeitpause und den Baslern war der Schock über den Spielverlauf ins Gesicht geschrieben. Zwar ging der FCB nach dem Seitenwechsel durch einen verwandelten Penalty von Celar erneut in Führung, gab den Vorsprung aber abermals mit einem Geschenk aus der Hand: Ein Freistoss von Thuns Fabio Fehr wurde von Kevin Rüegg unglücklich per Kopf ins eigene Tor verlängert. Ein Punkt, mit dem der FCB in der aktuellen Tabellenlage herzlich wenig anfangen kann. «Diese vielen Auf und Abs während eines Spiels sind auf professionellem Niveau nicht akzeptabel», stellt Jokanovic unmissverständlich klar.
«Stecken in schwieriger Situation»
Auch bei den Spielern herrschte nach dem Schlusspfiff Ratlosigkeit und Ernüchterung. Weder Doppeltorschütze Zan Celar noch Metinho, der sich formverbessert zeigte, konnten sich über ihre persönliche Leistung freuen. «Am Ende geht es ums Gewinnen, deshalb bin ich extrem enttäuscht», so Celar, der seinen ersten Doppelpack im FCB-Trikot feierte. «Wir stecken einfach in einer sehr schwierigen Situation», ergänzte Metinho. Ein Rezept für den Weg aus der Krise scheint derzeit niemand parat zu haben. «Ich weiss es nicht, wir müssen als Team zusammenstehen», so der Mittelfeldspieler vielsagend. Celar ähnlich ideenlos: «Alles und jeder muss besser werden, wir müssen zusammenhalten und das Selbstvertrauen zurückgewinnen.»
Von jenem, offensichtlichen Problem mit dem Selbstvertrauen der Mannschaft wollte der Trainer derweil wenig wissen: «Es wirkt ständig so, als wäre es ein mentales Problem. Ich sehe aber Fussballprobleme.» Immerhin in einem Punkt herrscht im FCB-Lager Einigkeit: Nach der Länderspielpause muss der FC Basel gegen Luzern dringend ein anderes Gesicht zeigen. Sonst wird aus der Ratlosigkeit schnell mal eine Panik.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 13 | 21 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 13 | 16 | 28 | |
3 | FC Sion | 13 | 11 | 26 | |
4 | FC St. Gallen | 13 | 2 | 22 | |
5 | FC Zürich | 13 | -1 | 21 | |
6 | Servette FC | 13 | 1 | 17 | |
7 | FC Basel | 13 | -4 | 15 | |
8 | FC Thun | 13 | -10 | 14 | |
9 | FC Luzern | 13 | -7 | 13 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 13 | -13 | 11 | |
11 | FC Vaduz | 13 | -5 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 13 | -11 | 7 |