Das Spiel
Es ist wie erwartet eine intensive Partie zwischen den beiden Teams mit den meisten Zweikämpfen pro Spiel. St. Gallen kommt besser ins Spiel und macht von Anfang an Druck. GC-Goalie Hammel muss bereits früh eingreifen, wehrt nach fünf Minuten einen Boukhalfa-Abschluss mit dem Fuss ab und lenkt Witzigs Nachschuss über die Latte. Aus dem Nichts heraus kommt plötzlich GC vor das St. Galler Tor. Asp Jensen setzt den Ball aber nur an den Pfosten.
Kurz darauf gehen die Espen in Führung. Baldé erzielt nach einem Traum-Sololauf seinen sechsten Saisontreffer. GC wird danach zunehmend stärker und kann noch vor der Pause durch Zvonarek ausgleichen.
Im Letzigrund ist jedoch nur kurzzeitig wieder alles offen. Denn die Gäste legen nach der Pause einen Blitzstart hin, als Vandermersch von einem Abpraller profitiert und erneut für die St. Galler Führung sorgt (48.). Diese könnte anschliessend noch höher ausfallen. Vogt schiesst aber gleich zweimal am Pfosten vorbei (51. und 62.). St. Gallen kann den Ball anschliessend mehrheitlich in den eigenen Reihen halten. GC erhöht den Druck erst in der Schlussphase. Doch die FCSG-Defensive lässt auch ohne den angeschlagenen Abwehrchef Stanic beim GC-Schlussfurioso in der Nachspielzeit keinen Gegentreffer mehr zu und fährt so den dritten Sieg in Folge ein.
Die Tore
28. Minute, Aliou Baldé, 0:1. Nach einem Abstoss kommt der Ball auf die linke Seite zu Baldé. Der Stürmer lässt in einem Traum-Solo zuerst Decarli an der Seitenlinie, dann Abels und Meyer im GC-Strafraum stehen und zirkelt den Ball anschliessend an Goalie Hammel vorbei ins kurze Eck.
42. Minute, Lovro Zvonarek, 1:1. Abels gewinnt an der Mittellinie im Zweikampf gegen Vogt den Ball und lanciert Zvonarek. Die Bayern-Leihgabe spielt einen Doppelpass mit Plange und zieht auf das St. Galler Tor los. Dort trifft er aus vollem Lauf am heraus eilenden FCSG-Schlussmann Zigi vorbei zum Ausgleich.
48. Minute, Hugo Vandermersch, 1:2. Baldé bedient in der Mitte Vogt, dessen Abschluss Hammel gerade noch so von der Linie kratzen kann. Der Ball landet aber genau vor den Füssen von Vandermersch, der aus kurzer Distanz rechts einnetzt.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
FCSG-Captain Lukas Görtler: «Wenn man vorne die Dinger nicht macht, muss man irgendwann aufpassen. Wir müssen heute mindestens vier Tore machen und dann wäre das Spiel etwas angenehmer. Wir haben zwar nicht viel zugelassen, der Ausgleich kam aber aus dem Nichts. Am Ende haben wir in einigen Szenen Glück, können wir das 2:1 halten. Aber da sind wir selbst schuld, weil wir das Spiel vorher nicht klarmachen.»
GC-Torschütze Lovro Zvonarek: «Es war ein gutes Spiel von beiden Seiten. St. Gallen hat gut gespielt und seine Chancen genutzt, wir leider nicht. Wir laden jetzt in der Winterpause unsere Batterien auf und kommen dann stärker zurück.»
Der Beste
Aliou Baldé. Rennt zwar oft unnötig ins Abseits, ist mit dem Ball am Fuss aber ein Hochgeschwindigkeitszug. An beiden Toren beteiligt. Starker Auftritt.
Der Schlechteste
Saulo Decarli. Lässt sich vor dem 0:1 wie ein Amateur düpieren. Steht als Captain und Abwehrchef stellvertretend für die ungenügende Defensivarbeit des Rekordmeisters.
Das gab zu reden
Nach 20 Jahren im Amt erhält Campus-Mami Karin Hug bei GC per Ende Jahr überraschend die Kündigung. Die GC-Kurve würdigt die Arbeit der langjährigen Internatsleiterin mit einem Transparent. «20 Jahr für d’Nachwuchsspieler alles geh, danke Karin.»
Die Schiris
Sandro Schärer ist neben FCSG-Captain Lukas Görtler der Einzige, der trotz kalter Temperaturen ein kurzärmliges Trikot trägt. Entsprechend viel bewegt sich der Schiedsrichter, Fehlentscheide macht er selten. Zwar pfeift er ab und an ein bisschen zu pingelig, wirkt unsouverän und bei Asp Jensens Schwalbe hätte er eine Gelbe Karte zücken können. Insgesamt aber ists ein ruhiger Nachmittag für den besten Schiedsrichter des Landes.
Die Fans
9168 Zuschauer sorgen zum Jahresabschluss für eine würdige Kulisse. Beeindruckend ist vor allem, wie viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer den Weg in den bitterkalten Letzigrund gefunden haben.
So gehts weiter
Die Super League verabschiedet sich in die Winterpause. GC empfängt danach am Sonntag, 18. Januar, Leader Thun (16.30 Uhr). St. Gallen bestreitet einen Tag zuvor auswärts das Ostschweizer Duell in Winterthur (18 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 26 | 32 | 61 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 26 | 12 | 46 | |
4 | FC Sion | 26 | 9 | 40 | |
5 | FC Basel | 26 | 5 | 40 | |
6 | BSC Young Boys | 26 | 0 | 36 | |
7 | FC Luzern | 26 | 3 | 33 | |
8 | FC Zürich | 26 | -11 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 26 | -3 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 26 | -46 | 14 |






