Die Schlüsselszene
Zwölf Minuten hält die gemütliche FCZ-Führung, welche die Zürcher in der elften Minute erzielt haben. Dann schiebt Christian Fassnacht ein erstes Mal ein. Man spürt schon da: Das geht viel zu einfach. Und wenn es dem YB-Wahnsinnssturm derart einfach gemacht wird, dann schlägt der weitere Male zu. Gnadenlos. Trocken. Humorlos. Aber die weiteren Tore haben ihren Ursprung im ziemlich schnellen Ausgleich.
Das Spiel
Es ist ein doppelt schmerzhafter Abend für den FCZ vor heimischem Anhang. Einerseits ist da die 2:4-Niederlage gegen YB, die sich die Mannschaft von Marcel Koller trotz früher Führung (11.), trotz eines eigentlich guten Beginns in der zweiten Halbzeit und trotz eines Chancenplus zum Schluss einfängt. Dann ist da die womöglich gravierende Verletzung (Knie?) von Chris Kablan. Der Ersatz von Selmin Hodza (fällt sechs bis acht Wochen aus) muss nach langer Pflege auf dem Platz in der 29. Minute ausgewechselt und durch Profi-Debütant Doron Lichtenstein ersetzt werden.
Zum Zeitpunkt, als sich Kablan verletzt, stehts 1:1. Getroffen für die Gäste aus Bern hat Christian Fassnacht (23.). Seiner Tor-Show – als erst fünfter Spieler knackt der 32-Jährige nach Jean-Pierre Nsame (111), Marco Streller (111), Guillaume Hoarau (103) und Marco Schneuwly (103) in der Super League die 100-Tore-Marke – sei Dank fährt Gelb-Schwarz im sechsten Liga-Spiel den vierten Sieg ein. So löst YB Lugano vorübergehend an der Tabellenspitze ab. Fassnacht wendet in der 32. Minute das Blatt und bestraft den FCZ in der 55. Minute dafür, nach dem Seitenwechsel den Ausgleich verpasst zu haben.
Die mangelhafte Chancenauswertung kommt den Zürchern letztlich teuer zu stehen. Zwei Beispiele hierfür: Statt in die Maschen knallt Damienus Reverson im Fünfmeterraum den Ball an die Latte (77.). Und 2:4-Torschütze Lindrit Kamberi muss in der Nachspielzeit mitansehen, wie Marvin Keller seinen Kopfball mit den Fingerspitzen noch an den Querbalken lenkt.
Die Tore
11. Minute, Miguel Reichmuth, 1:0. Emmanuels Hereingabe kann YB-Captain Benito mit einer Monstergrätsche klären. Allerdings bleibt der FCZ gefährlich. Reichmuth verzögert gegen Fernandes und Bukinac geschickt und schliesst dann überlegt ab.
23. Minute, Christian Fassnacht, 1:1. Im Gewusel vor dem FCZ-Strafraum gelingt es Essende, gegen Kamberi, Hack und Kablan den Ball durchzustecken. Alleine vor dem Gehäuse lässt Fassnacht daraufhin Huber keine Abwehrchance.
32. Minute, Christian Fassnacht, 1:2. Erneut führt die Kombination Essende/Fassnacht zu einem YB-Tor. Weder Hack noch Kamberi können verhindern, dass die Kugel von Essende etwas glücklich zu Fassnacht gelangt, der dieses Mal in die entfernte Ecke abschliesst.
55. Minute, Christian Fassnacht, 1:3. Es beginnt ganz hinten bei Goalie Keller und endet vorne mit dem dritten Treffer des Abends von Fassnacht. Hack und Walker kommen der Nummer 16 der Berner nach dem Zuspiel von Sène nicht hinterher.
73. Minute, Alan Virginius, 1:4. Ein Pass von Fernandes und Virginius hat aufgrund der weit aufgerückten FCZ-Abwehr nur noch Kamberi vor sich. Virginius zieht von links nach innen und vollendet mit einem Schlenzer.
86. Minute, Lindrit Kamberi, 2:4. Per direkt verwandeltem Freistoss verkürzt FCZ-Captain Kamberi kurz vor Schluss. Da scheint etwas mit der Positionierung der YB-Mauer nicht ganz geklappt zu haben.
Die Stimmen
Der Beste
In solch einem Fall ist es es ziemlich einfach: Dreifach-Torschütze Christian Fassnacht. Der Hattrick ist nicht lupenrein, weil er von der Pause unterbrochen wird, aber die Tore sind hintereinander, also nicht durch ein anderes Tor unterbrochen. Es sind dies die Liga-Treffer Nummer 12 bis 14 des Zürchers gegen seinen Lieblingsgegner. Dazu kommt eines im Cup. Wahnsinnsquote!
Der Schlechteste
Alexander Hack ist heillos überfordert. Aber der Deutsche ist nicht der Einzige. Auch Lindrit Kamberi, Leandro Schödler und Sebastian Walker sind valable Kandidaten.
Die Fans
11'715 sind im Letzigrund. Der Gästesektor ist voll, wie immer, wenn YB kommt, die Südkurve ebenfalls. Der Rest des Stadions ist nicht überfüllt. Auch wie immer. Aber die Stimmung ist stark, keine Frage.
Die Schiris
Kaum Probleme für Ref Luca Cibelli und VAR Sven Wolfensberger. Es gibt keine wirklich heiklen und schwierigen Situationen. Aber ein Ref kann ein Spiel immer zerpfeifen. Cibelli macht das nicht.
Das gab zu reden I
Als es 20 Uhr wird, ist das Warm-up in vollem Gang. Diese Uhrzeit bedeutet: Von diesem Moment an haben bereits drei von fünf Topligen ihr Transferfenster geschlossen – nur noch England und Spanien haben bis Mitternacht geöffnet. Alvyn Sanches steht bei YB immer noch auf dem Platz. Wie ist es gelungen, alle Interessenten abzuwimmeln? Trainer Gerardo Seoane: «Das war ganz einfach. Irgendwann haben wir das Telefon nicht mehr abgenommen …»
Das gab zu reden II
Beim FCZ ist einer nicht dabei, der gerne dabei gewesen wäre: Stürmer Juan José Perea. Er ist suspendiert worden, weil er verbal auf Trainer Marcel Koller losgegangen ist, was Blick am Montag publik gemacht hat. Der Coach schildert das nun so: «Ich wollte mich in der Kabine über den Sieg in Lausanne freuen, als Perea mich am Arm nahm. Wir gingen in ein Nebenzimmer. Es wurde laut. Das geht nicht, dass ein Spieler fordert, wie viel Einsatzzeit er bekommen soll. Also haben wir ihn suspendiert.» Wie lange? «Bis auf Weiteres …»
So gehts weiter
Auf den FCZ wartet am Samstag im Letzigrund das Derby gegen GC (20.30 Uhr). Zweieinhalb Stunden zuvor wird im Wankdorf die Partie zwischen YB und Luzern angepfiffen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 6 | 13 | 18 | |
2 | BSC Young Boys | 7 | 12 | 15 | |
3 | FC Sion | 6 | 3 | 12 | |
4 | FC St. Gallen | 6 | 1 | 10 | |
5 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | FC Thun | 6 | -6 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
9 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
10 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 6 | -5 | 5 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |






