Das Spiel
Servette ist das Team, das am meisten Gegentore in der Anfangviertelstunde kassiert. Auch in St. Gallen verschlafen die Genfer wieder den Start, denn schon nach zwei Minuten gehen sie in Rückstand, weil FCSG-Captain Görtler für den Ostschweizer Traumstart sorgt. In der 15. Minute ist Servette dann schon 0:2 hinten, als Stanic mit einem Sonntagsschuss die Führung für das Heimteam erhöht.
Servette versucht in der Folge, auf die frühen Gegentreffer zu reagieren und hat lange mehr vom Spiel. Reihenweise scheitern die Genfer beinahe im Minutentakt an St.-Gallen-Goalie Zigi, der zuerst gegen Guillemenot zur Stelle ist (30.), danach einen Stevanovic-Abschluss noch in extremis mit der Schulter abwehrt (32.) und vor der Pause einen abgefälschten Schuss von Bochum-Leihgabe und Startelf-Debütant Kleine-Bekel entschärft (37.).
Erst direkt nach Wiederanpfiff kann Servette Zigi knacken. Guillemenot verbucht beim Blitzstart der Gäste den Anschlusstreffer. Servette bleibt danach weiter am Drücker, während sich St. Gallen kaum aus der eigenen Hälfte befreien kann. Und die Genfer drehen mit einem Doppelschlag das Spiel. Zuerst erzielt Guillemenot per strengem Penalty seinen zweiten Treffer des Nachmittags, Stevanovic und Douline sorgen für den 4:2-Schlussstand.
Damit gelingt den Genfern nach vier Spielen ohne Sieg ein kleiner Befreiungsschlag. St. Gallen misslingt hingegen der Start ins neue Jahr. Weil die Espen die frühe 2:0-Führung noch leichtfertig aus der Hand geben, reisst deren Serie von zuletzt drei Siegen in Folge. Und: Der Rückstand von St. Gallen auf Leader Thun beträgt nun neun Punkte – allerdings haben die Ostschweizer noch ein Spiel weniger auf dem Konto.
Die Tore
2. Minute, Lukas Görtler, 1:0. Vandermersch bringt einen weiten Einwurf in den Strafraum auf Görtler. Der FCSG-Captain setzt sich gegen Mazikou durch und haut den Ball aus der Drehung zur Führung ins Netz.
15. Minute, Jozo Stanic, 2:0. Gaal spielt einen Freistoss weit in den Genfer Strafraum. Dort kommt der Ball über Görtler von der rechten Seite ins Zentrum zu Stanic, der wie Görtler zuvor aus der Drehung in die linke Torecke trifft.
46. Minute, Jérémy Guillemenot, 2:1. Stanic will im eigenen Strafraum eine Stevanovic-Flanke mit einer Grätsche klären, legt den Ball aber perfekt für Guillemenot auf. Der Servette-Stürmer versenkt den Ball eiskalt im Netz.
80. Minute, Jérémy Guillemenot, 2:2. Kleine-Bekel erwischt im eigenen Strafraum im Luftduell Stevanovic mit dem Ellbogen am Kopf. Schiri Turkes gibt nach VAR-Überprüfung den Elfmeter, den Guillemenot souverän verwandelt.
83. Minute, Miroslav Stevanovic, 2:3. Guillemenot flankt von der rechten Seite in den Strafraum, wo sich Stevanovic im Kopfballduell gegen Kleine-Bekel durchsetzt und Servette in Führung bringt.
90. + 3 Minute, David Douline, 2:4. Nach einer Ecke verlängert Rouiller den Ball. Im Zentrum muss Douline nur noch den Fuss hinhalten und einschieben.
Der Beste
Jérémy Guillemenot. Der Ex-Espe erzielt zwei Tore selbst und bereitet den dritten Treffer vor. Viel unterwegs, gut in den Zweikämpfen drin. Starker Auftritt.
Der Schlechteste
Lange ist Bradley Mazikou der Favorit. Weil der sich nach der Umstellung von der Dreier- auf die Viererkette aber fängt, gehört diese Auszeichnung Servette-Stürmer Samuel Mraz. Der ist komplett unsichtbar.
Das gab zu reden
Die Auswechslung von Mardochée Miguel. Acht Minuten vor der Pause holt Servette-Coach Jocelyn Gourvennec sein erst 18-jähriges Juwel vom Feld. Das ist hart. Weil Miguel vor zwei Wochen wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz geflogen ist und mental eh schon schwierige Zeiten durchleben dürfte. Dass Gourvennec den Teenager bei dessen Auswechsung umarmt, ist zwar nett. Dass der Trainer die Auswechslung mit einer taktischen Massnahme begründen wird, logisch. Kaufen kann sich das Eigengewächs davon aber nicht viel. Warum Gourvennec nicht noch ein paar Minuten wartet, bleibt sein Geheimnis.
Die Stimmen
Die Schiris
Mirel Turkes und seine Assistenten haben das Spiel über weite Strecken im Griff, dann aber schaltet sich VAR Johannes von Mandach ein und will ein Foul von Kleine-Bekel an Stevanovic gesehen haben. Klar, der St.Galler trifft seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen am Kopf, aber er sieht seinen Gegenspieler nicht – und der Arm ist im Luftduell in Bewegung. Der Penaltyentscheid ist aus diesem Grund nur sehr schwer nachvollziehbar.
Die Fans
15’290 Fans beehren den Kybunpark und trotzen den Temperaturen um den Gefrierpunkt. Allen voran die rund 150 Servette-Fans, die ihre Mannschaft mit blankem Oberkörper anfeuern.
So gehts weiter
Für St. Gallen steht nächsten Sonntag das Auswärtsspiel in Luzern an (14 Uhr). Servette empfängt bereits einen Tag zuvor (18 Uhr) Sion zum Rhône-Derby zu Hause im Stade de Genève.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |






