Darum gehts
- Auf einen Schlag lockert Croci-Torti in Thun alle auf
- Lustrinelli lässt sich vom Lugano-Trainer anstecken
- Sofameister? So sieht die Thuner Ausgangslage nun aus
Natürlich sind die Thuner enttäuscht. Perfekter als an diesem Samstag beim ausverkauften Heimspiel und einem traumhaften Frühlingstag wird der Rahmen für den ersten Titel der 128-jährigen Vereinsgeschichte wohl nicht mehr. Sogar ein Fan aus Kanada ist extra für das Spiel erstmals nach Europa gereist.
Weils für Thun trotzdem nicht gereicht hat, analysiert Trainer Mauro Lustrinelli (50) nüchtern und etwas geknickt die neue Ausgangslage. Bis Mattia Croci-Torti (44) dazwischengrätscht! Der Lugano-Coach heitert die Stimmung in den Katakomben der Stockhorn Arena auf einen Schlag auf. Plötzlich lachen alle im Raum. Aber der Reihe nach.
Lustrinelli zuerst trocken, dann aufgelockert
Blick spricht Lustrinelli an der Pressekonferenz auf die spezielle Situation an. Einerseits die verspielte Meisterfeier aufgrund der dritten 0:1-Niederlage gegen Lugano in Folge – gleichzeitig ist der Titel alles andere als entglitten. Im Gegenteil, bereits am Sonntag könnte es so weit sein. Wie einfach fällt es den Thunern, auf die neue Situation umzustellen?
«Soll ich jedes Mal nach einer Niederlage weinen?», entgegnet Lustrinelli trocken. «Es geht weiter. Am Sonntag regenerieren wir gut und gucken dann das Spiel vor dem Fernseher. Vielleicht können wir dann feiern, vielleicht in einer Woche.» Humorlos.
An diesem Punkt ergreift Croci-Torti unerwartet das Wort. «Aber es ist schön, diese Frage gestellt zu bekommen. Porca miseria!» Bedeutet so viel wie: «Verdammt noch mal.» Sein Ausruf und schallendes Lachen danach steckt alle an.
Lustrinelli kann nicht anders, als ebenfalls zu lachen. «Es stimmt, was er sagt. Schön, wenn man so antworten kann.» Plötzlich ist die Stimmung aufgelockert. «Für einmal hoffe ich, dass YB gewinnt», sagt der Thun-Coach schelmisch. Die nächsten Lacher im Medienraum sind garantiert.
Die nächsten Thuner Meisterbälle kommen angeflogen
Tatsächlich stehen die Thuner Chancen auf die nachträgliche Party am Sonntag gut. Wenn YB beim Heimspiel im Wankdorf gegen St. Gallen (Anpfiff 16.30 Uhr) auch nur einen Punkt holt, feiern die Thuner auf dem Sofa vor dem TV den Titel.
Und das Sofa wird dann erst der Anfang sein. Denn die Freinacht hat die Stadt Thun auch für den Sonntag bewilligt, sollte der Meistertitel fix werden.
Die Enttäuschung über eine verpasste Meisterfeier im eigenen Stadion und in der Innenstadt kann sich in Thun wegen der zweiten Chance also in Grenzen halten. In der Stockhorn Arena findet ein Public Viewing des YB-Spiels gegen St. Gallen statt, während die Mannschaft vorerst in geschlossener Gesellschaft mitfiebert.
Tritt das Team dann mit dem Champagner in die Öffentlichkeit, wird die Enttäuschung vom Samstagabend bei den Thun-Fans wohl komplett in den Hintergrund rücken. Wenn es nicht reicht, gibts beim Auswärtsspiel im St. Jakob-Park in Basel am nächsten Samstag den zweiten von fünf Matchbällen zum Meistertitel. «Porca miseria!», würde Croci-Torti sagen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 34 | 37 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Basel | 33 | 6 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 34 | 4 | 43 | |
2 | FC Lausanne-Sport | 34 | -7 | 42 | |
3 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
4 | FC Zürich | 34 | -21 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |

