«Unser Teamgeist hat den Unterschied gemacht»
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Dreifach-Torschütze Nivokazi:«Unser Teamgeist hat den Unterschied gemacht»

Sions Hattrick-Schütze Nivokazi über seine 700-Minuten-Dürreperiode
«Ihr Journalisten messt die Stürmer doch nur an Toren»

Rilind Nivokazi schiesst YB nach langer Dürreperiode im Alleingang ins Elend. Der Italo-Kosovare erzählt, wie er die 700 Minuten ohne Tor überstanden hat. Die grösste Hilfe war ihm Ex-Stürmer Didier Tholot.
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Ganz viel Jubel bei Sion am Sonntagmittag: Rilind Nivokazi und Ilyas Chouaref (oben).
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rilind Nivokazi erzielt beim 3:1 gegen YB alle drei Sion-Tore
  • Er traf zuletzt am 7. Dezember 2025, blieb 700 Minuten ohne Torerfolg
  • Mit elf Toren ist Nivokazi nun Nummer 4 der Liga in der Torschützenliste
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Alain KunzReporter Fussball

Es ist der grosse Tag des Rilind Nivokazi (26). Der Italo-Kosovare schlägt gegen YB nach langer Dürreperiode gleich dreimal zu und schiesst die Krisen-Berner mit null Punkten zurück in die Bundesstadt.

Besonders beeindruckend: Nivokazis 2:0. Aus rund zwanzig Metern nimmt er Anlauf, als sich Liam Chipperfield aufmacht, den Penalty zu schiessen. Dann sprintet Nivokazi los, um ja der Erste zu sein, sollte es einen Abpraller geben. Und tatsächlich: Keller pariert, doch Nivokazi ist zur Stelle und staubt ab. Dabei ist es haarscharf! Er dringt genau dann in die Box ein, als Chipperfield den Ball tritt. Der VAR-Check geht zugunsten des Stürmers aus. 

Abgezeichnet hatte sich der Hattrick nicht unbedingt, hatte Nivokazi doch seit dem 7. Dezember letzten Jahres nicht mehr getroffen. Der Gegner damals: YB.

«Ich hoffe, dass nun die Musik gewechselt hat»

Sion gewann damals im Tourbillon 2:0. Das war Spieltag 16 und der von Bellinzona gekommene Knipser stand bei acht Toren, war ganz vorne mit dabei in der Torschützenliste. Doch dann folgen neun Spiele ohne Tor. 700 Minuten. Eine gefühlte Ewigkeit. «Du durchquerst in diesen Momenten die Wüste», sagt Sion-Coach Didier Tholot (61). Und der Franzose weiss, wovon er spricht. War er doch auch Mittelstürmer, schoss in 235 Ligue-1-Spielen 53 Tore.

«Vor dem Spiel ging es mir in der Tat nicht so gut. Aber ich wusste, dass ich das letzte Mal gegen YB getroffen hatte. Das gab mir die Zuversicht, es wieder tun zu können. Das Team hat mir in dieser Dürreperiode geholfen, was alles leichter gemacht hat.» Nun sei er einfach nur glücklich.

Und dann kann sich Nivokazi einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: «Ihr Journalisten messt uns Stürmer nur an den Toren. Aber ich helfe dem Team im Spiel, kämpfe, werfe mich voll rein, renne, halte Bälle. Das habe ich immer getan. Stürmer funktionieren in Perioden.» Es gebe solche, in denen der Ball reingeht, und solche, in denen das nicht klappt. «Jetzt hoffe ich, dass die Musik gewechselt hat.»

Nivokazi schiesst YB aus Tourbillon
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Highlights im Video:Nivokazi schiesst YB aus Tourbillon

Na ja. Es gibt schon Schreiberlinge, welche die immense Büez sehen, die ein kräftiger Mittelstürmer wie Nivokazi da vorne verrichtet, oft ganz allein. Und Tholot betont auch die Wichtigkeit dieses Jobs mantrahaft. «Na okay. Ich weiss schon, dass es gewisse bemerken», relativiert der in Perugia in der Region Umbrien in der Mitte des Stiefels aufgewachsene, aber bei Atalanta Bergamo ausgebildete 1,88-Meter-Mann. «Aber ganz generell werden Stürmer an Toren gemessen. Das ist normal und wird auch immer so bleiben. Und es ist auch richtig so. Das ist ja unser Hauptjob.»

Tholot kneift Nivokazi am Ohr

Und was hat schliesslich den Ausschlag zu diesem 3:1 gegeben? «Der Geist, der in diesem Team herrscht. Das war der Unterschied in einer eigentlich recht offenen Partie.» Und um das zu untermalen, kneift Tholot seinem Spieler im Vorbeilaufen am Ohr. Er habe viel mit Nivokazi gesprochen über die Frustration des Stürmers, nicht zu treffen, sagt Tholot. «Er ist auch sonst wichtig für die Mannschaft, indem er viel arbeitet, Bälle fixiert. Aber die Perioden, in denen du nicht triffst, in denen immer ein Bein im Weg ist, in denen das Tor wie vernagelt scheint, sind schwierig.»

Er habe seinem Stürmer gesagt, er solle sich überhaupt nicht aufs Toreschiessen fokussieren, sondern voll für das Team arbeiten. Dann kämen die Tore wieder. Und das von selbst. Prophet Didier hat recht behalten.

Und dann fügt der Franzose noch etwas hinzu: «Sowohl menschlich wie auch als Mitspieler ist Rilind schlicht fantastisch!» Und mit diesem fantastischen Mittelstürmer, der nun mit elf Toren die Nummer vier des Landes ist hinter Christian Fassnacht (15), Chris Bedia (13) und Alessandro Vogt (12) ist Sion auf allerbestem Weg in die Top 6. «Wir haben alles in unseren Händen. Wenn wir so weiterarbeiten wie gegen YB, schaffen wir das!», denkt Nivokazi.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
25
29
58
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
26
19
47
3
FC Lugano
FC Lugano
26
12
46
4
FC Sion
FC Sion
26
9
40
5
FC Basel
FC Basel
26
5
40
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
26
0
36
7
FC Luzern
FC Luzern
26
3
33
8
FC Zürich
FC Zürich
26
-11
31
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
26
-3
30
10
Servette FC
Servette FC
26
-7
28
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
26
-13
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
25
-43
14
Meisterschaftsrunde
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