Darum gehts
- YB schafft es auch gegen Sion nicht, zwei Siege aneinander zu reihen
- Goalie Marvin Keller ist zunehmend ratlos
- Sion rückt mit dem Sieg vor und hat plötzlich neue Ambitionen
Zwei Worte werden in Bern demnächst auf den Index gesetzt: «Serie» und «Rückschlag.» Es sei denn, man definiert Serie neu und erlaubt YB einen einzigen Sieg als «Serie» zu bezeichnen.
Zum x-ten Mal in dieser Saison wollen die Berner nach einem befreienden Erfolg endlich eine Siegesserie starten. In der Vorrunde gelang das nach klassischer Auslegung, als man zweimal zwei Spiele hintereinander gewann. Im neuen Jahr, in welchem alles besser hätte werden sollen, gabs gerade mal zwei mickrige Siege – und hinterher gleich Punktverluste. Wie jetzt dieses total verdiente 1:3 gegen ein in allen Belangen besseres Sion.
Weshalb es zum nächsten, zum x-ten, zum wievieltenauchimmer Rückschlag nach dem 6:1 gegen Schlusslicht Winterthur kommt, weiss keiner so genau. Auch nicht Goalie Marvin Keller (23), der wieder mal den Job fasste, sich den harten Fragen stellen zu müssen. Doch auch er dreht sich mit seinen Antworten mittlerweile im Kreis. «Es ist schwierig, hier zu stehen und etwas Neues zu sagen. Es ist ja jedes Mal dasselbe. Die Leistung muss auf den Platz. Hier war es erneut nicht der Fall. Dann machen wir es halt nächste Woche.»
Man kann YB wahlweise als Hamster im Laufrad sehen oder als Hauptdarsteller im Hollywood-Blockbuster «Und täglich grüsst das Murmeltier», in welchem Bill Murray in einer Zeitschleife festsitzt und denselben Tag immer und immer wieder erlebt. Er war mindestens so ratlos wie die Berner.
YB hadert – und Sion meldet Ambitionen an
Wie Trainer Gerardo Seoane (47), der einzig fussballerische Gründe für dieses 1:3 ausmachte. Die Motivation sei da gewesen, sagt er. Der Luzerner will weder ein Energie- noch ein Einstellungsdefizit ausgemacht haben. Dabei ist
augenscheinlich, dass es am Kopf liegt und an der Qualität. Unglaublich, wie schwach die Verteidiger agieren. So bei Nivokazis erstem von drei Streichen, als sich Benito und Wüthrich stümperhaft von Chouaref vernaschen lassen. Oder bei Valerys unbedarft versursachtem Penalty, der zum zweiten Gegentor führt. Oder bei Bukinacs viel zu langsamer Reaktion nach Lukembilas Pässchen vor dem 1:3.
Und so kann der FC Sion über einen hochverdienten Sieg jubeln. Bei sieben ausstehenden Spielen hat man sieben Punkte Vorsprung auf den Strich. Da ist jemand gekommen, um zu bleiben. «Wenn wir weiter so auftreten, dann kommt das gut», sagt Abwehrchef Jan Kronig. «Und wir haben Ambitionen!»
Will da jemand noch mehr? Europa gar? Nun, Sion hat Basel überholt und ist nun Vierter. Und wenn St. Gallen den Cup gewinnt, ist dieser Platz gleichbedeutend mit einem europäischen Ticket. Das ist dann mehr als bloss träumen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 26 | 12 | 46 | |
4 | FC Sion | 26 | 9 | 40 | |
5 | FC Basel | 26 | 5 | 40 | |
6 | BSC Young Boys | 26 | 0 | 36 | |
7 | FC Luzern | 26 | 3 | 33 | |
8 | FC Zürich | 26 | -11 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 26 | -3 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 25 | -43 | 14 |
