Das Spiel
52 Minuten sind im Tourbillon gespielt, als es zu einer Premiere kommt: Erstmals in dieser Saison erzielt YB einen Treffer gegen Sion – und das mit dem ersten Berner Torschuss der Partie. Torschütze ist er erst zur Pause eingewechselte Monteiro.
Es ist ein bis dahin einsames offensives Highlight aus YB-Sicht, denn: Die erste Halbzeit geht klar an die Walliser. Sie sind bissiger, zielstrebiger und gefährlicher. Der Lohn: Eine verdiente 2:0-Führung zur Pause. Grosser Mann ist Stürmer Nivokazi, der gleich beide Sittener Treffer erzielt: Erst verwertet er eine schöne Vorarbeit von Teamkollege Chouaref zur frühen Führung, dann reagiert er nach einem verschossenen Elfmeter von Chipperfield am schnellsten.
Monteiros 1:2 bringt die YB-Hoffnungen aber zurück: Nur drei Minuten später hat Neuzugang Essende per Kopf die Chance auf den Ausgleich, scheitert aber an Racioppi. Das Aufbäumen der Gäste ist aber kurz: In der Folge ist Sion wieder gefährlicher. Noch vor Nivokazis drittem Treffer bleibt Lukembila am glänzend reagierenden Keller hängen.
Auch in den letzten Minuten wehrt sich YB nicht wirklich gegen die Niederlage. Racioppi muss sich einzig noch gegen einen halbgefährlichen Schuss von Bedia wehren. Nach dem 0:0 im Wankdorf und dem 2:0 im ersten Heimspiel bleibt Sion also auch im dritten Saisonduell mit YB ungeschlagen und sammelt wichtige Punkte im Kampf um die Championship Group.
Die Tore
15. Minute, Rilind Nivokazi, 1:0. Mit einem langen Ball überwindet Sion fast die gesamte Berner Defensive. Chouaref macht dann den Rest: Zuerst gewinnt er den Zweikampf gegen Benito, dann lässt er Wüthrich aussteigen, ehe er den Ball auf Nivokazi zurücklegt. Dieser muss aus knapp zehn Metern nur noch einschieben.
42. Minute, Rilind Nivokazi, 2:0. YB-Verteidiger Valery stellt sich im Zweikampf gegen Chouref ungeschickt und spielt den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand – Penalty für Sion. Chipperfield läuft an und scheitert an Keller. Nivokazi läuft aber genau im richtigen Moment in den Strafraum und versenkt den Nachschuss zum zweiten Sittener Treffer.
52. Minute, Joël Monteiro, 2:1. YB schlägt mit dem ersten Torschuss der Partie gleich zu: Sion bringt im eigenen Strafraum den Ball nicht weg, woraufhin dieser Monteiro vor die Füsse fällt – und der Joker fackelt nicht lange: Wuchtig hämmert er den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte.
77. Minute, Rilind Nivokazi, 3:1. Lukembila zieht am gegnerischen Strafraum die Aufmerksamkeit der YB-Defensive auf sich und legt dann Ball dann mit der Hacke auf Nivokazi ab. Dieser hat auf der rechten Strafraumseite freie Bahn zum Tor und lässt Keller mit einem präzisen Schuss in die hohe linke Torecke keine Abwehrchance.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
YB-Captain Loris Benito: «Wir sind so viel in dieser Saison an einem Punkt gestanden, an dem wir keine Erklärung hatten. Es ist unverständlich, wenn man ein Match wie gegen Winterthur spielt, der Aufwind gibt, dass man sich dann nicht bewusst ist, dass das auch einen Zusammenhang hat mit einem grossen Effort, den wir gemacht haben. Es geht um Zweikämpfe und Energie, und das haben wir einmal mehr nicht auf den Platz gebracht. Diese Mannschaft ist in diesem Jahr schwierig unterwegs. Diesen mentalen Zustand haben wir uns selbst zuzuschreiben. Der Match heute hat gezeigt, dass derjenige gegen Winterthur so gar nichts wert ist.»
Sion-Verteidiger Numa Lavanchy: «Wir haben heute eine tolle Leistung gezeigt. Wir wussten vor dem Spiel, dass es eine sehr wichtige Partie ist für einen Top-6-Platz. Wir sind jetzt zufrieden mit den drei Punkten. Ich denke sie sind verdient. Wir haben von Anfang an sehr gut gespielt und waren heute auf effizient. Wir müssen einfach weitergehen. Wenn wir auf unser Spiel fokussiert sind, können wir jedes Team schlagen. Wir wollen immer nach oben schauen. Solche Spiele musst du gewinnen, um den nächsten Schritt zu machen.»
Der Beste
Diesmal ist es gaaanz einfach. Rilind Nivokazi beendet seine Tordürre, die seit dem 7. Dezember anhielt. Und sagt sich: Wenn es so schön ist, dann mach ich da gleich weiter und buche auch die Saisontore Nummer 10 und 11.
Der Schlechteste
Gegen Winterthur hatte Yan Valery noch zwei Assists zum 6:1 beigesteuert,war einer der Besten. Doch seine Gegenspieler heissen nun nicht mehr Golliard oder Hunziker, sondern Chouaref und Nivokazi. Und die überfordern ihn hoffnungslos. Bis er in der Pause vom Coach erlöst wird.
Das gab zu reden
Am Montag verpflichtet. Am Sonntag schon in der Startelf. Das ging ja arg schnell mit Samuel Essende. Aber es zeigt sich schnell: Es war kein guter Entscheid, von Trainer Gerardo Seoane.. Essende gab sich wohl Mühe, war aber ein Fremdkörper. Seine auffälligste Aktion war dass Gelbfoul gegen Hajrizi.
Die Schiedsrichter
Sven Wolfensberger macht das unter dem Strich ganz gut. Wir vertrauen mal darauf, dass das auch Foul war von Berdayes an Fernandes vor dem annullierten 1:0 von Chipperfield. Am TV haben wir es nur vermuten können. Die eine oder andere Entscheidung war strittig. Aber nicht matchentscheidend.
Die Fans
Wie immer, wenn YB auswärts auftritt, ist der Gästeblock voll und die Unterstützunug für Gelbschwarz grossartig. Doch auch die Heimfans machen ordentlich Dampf, so dass der Kessel mit den 10’000 Fans am ersten Frühlingstag auch ordentlich dampft.
So gehts weiter
Beide Teams stehen am kommenden Wochenende in der 27. Runde der Super League wieder im Einsatz. Sion bekommt es dann am Samstagabend um 20.30 Uhr auswärts im «Derby du Rhône» mit Servette zu tun. YB empfängt einen Tag später um 16.30 Uhr den FC Zürich.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 26 | 12 | 46 | |
4 | FC Sion | 26 | 9 | 40 | |
5 | FC Basel | 26 | 5 | 40 | |
6 | BSC Young Boys | 26 | 0 | 36 | |
7 | FC Luzern | 26 | 3 | 33 | |
8 | FC Zürich | 26 | -11 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 26 | -3 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 25 | -43 | 14 |






