Darum gehts
- Trainer Gerardo Seoane wechselt YB-Spieler Bukinac nach 24 Minuten aus
- Grund: Bukinac kam gegen Servettes Stevanovic (36) nicht zurecht
- YB hofft auf Rückkehr dreier verletzter Innenverteidiger nach Länderspielpause
So will er ja eigentlich gar nicht sein. Und doch entschliesst sich Gerardo Seoane (47) beim Heimspiel gegen Servette dazu, knallhart durchzugreifen. Nach 24 Minuten winkt er Stefan Bukinac (21) vom Feld. Bitter für den jungen Linksverteidiger, gibt der Trainer der Young Boys offen zu: «Es tut mir leid für den Spieler, aber ich glaube, dass die Massnahme die richtige war.»
Warum Seoane noch vor Ablauf der ersten halben Stunde den Wechsel vornimmt? Bukinac kommt auf seiner Seite einfach nicht mit Servettes Oldie but Goldie Miroslav Stevanovic (36) klar. «Ich hatte das Gefühl, dass er ihn ein bisschen im Sack hat», erzählt Seoane nach dem Spiel, «das hat er selbst gemerkt, und es hat ihn verunsichert.»
«Man konnte ihn vielleicht auch erlösen»
Kommt dazu, dass Seoanes Berner schon in der 13. Minute in Rückstand geraten. «Da hatte ich das Gefühl, dass man den Spieler auswechseln, vielleicht auch erlösen kann und damit der Mannschaft auch ein Zeichen gibt.»
Ob diese Massnahme das Selbstvertrauen von Bukinac stärkt, bleibt abzuwarten. Für die Mannschaft funktioniert sie an diesem Samstag – wenn auch mit einiger Verzögerung. Schliesslich schiessen die Genfer knapp fünf Minuten nach dem Wechsel ihr zweites Tor.
Dieser Gegentreffer ist ein weiteres Beispiel dafür, wie einfach diese Young Boys erwischt werden können. Ein Steilpass der Seitenlinie entlang reicht, um Kingstone Mutandwa (23) in ein Duell mit YB-Verteidiger Loris Benito (34) zu schicken. Der Servette-Stürmer gewinnt es mit so viel Leichtigkeit, dass das Ganze gar nie wie ein fairer Zweikampf aussieht.
Aber zwei Tore Rückstand? Das ist für diese Young Boys eigentlich nichts. Erst zweimal in ihren ersten neun Ligaspielen haben sie weniger als drei Tore erzielt. Weniger als zwei noch gar nie.
Heisst: Seoane wandelt mit seinen Bernern auf den Spuren eines legendären St.-Pauli-Trainers. Edgar «Edu» Preuss (1930–2018) gab seiner Mannschaft einst als taktische Massgabe aufs Feld mit: «Wir müssen den Gegner durch ständiges Toreschiessen zermürben.»
Seoane muss lachen, als er das Zitat hört. Und ja, findet er, «wir spielen, um Tore zu schiessen, ganz klar. Wir wollen unseren Zuschauern etwas bieten». Auf solche Sätze folgt allerdings meist ein Aber. Auch bei Seoane: «Aber im gleichen Atemzug muss ich sagen, dass wir keine Gegentore einkalkulieren. Es muss möglich sein, nach vorn zu spielen und trotzdem eine bessere Konterabsicherung zu haben.»
Hoffnung auf die drei verletzten Innenverteidiger
So wie gegen Servette nach der Pause. Da lassen sich die Berner nur noch einmal brutal erwischen, haben aber Glück. Servettes neuer Schwede Jesper Karlsson (28) verhängt den Konter, der gut zum 1:3 aus Berner Sicht hätte führen können.
Aber auch wenn es in Halbzeit zwei stilsicherer aussieht, was YB hinten zeigt: Die Hoffnung ist, dass nach der Nationalmannschaftspause Schritt für Schritt die verletzten Cedric Zesiger (28), Gregory Wüthrich (31) und Moritz Jenz (27) zurückkehren.
«Es ist wichtig, dass sich die Situation auf der Innenverteidigerposition entspannt, weil Sandro Lauper (29) und Loris Benito immer durchgespielt haben. Man hat gemerkt, dass sie gegen Spielende physisch am Limit waren», sagt Seoane. Und blickt zuversichtlich in die Zukunft: «Ich bin guten Mutes, dass die Verletzten zurückkommen. Auch wenn ich nicht versprechen kann, dass sie beim nächsten Heimspiel schon mit dabei sind.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 8 | 16 | 22 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 8 | 2 | 13 | |
5 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
6 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
7 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
8 | FC St. Gallen | 8 | -5 | 10 | |
9 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
10 | FC Thun | 8 | -9 | 7 | |
11 | FC Vaduz | 8 | -2 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 8 | -4 | 6 |
