Darum gehts
- Leandro Schödler (20) beeindruckt als Profi seit Juli
- Er spielt trotz ungewohnter Position souverän und ohne Nervosität
- In allen 8 Super-League-Spielen 2026 steht er in der Startelf
Leandro Schödler (20) scheint nichts, aber auch wirklich gar nichts aus der Ruhe zu bringen. Das war Mitte Juli bei seinem Profi-Debüt vor knapp 19’000 heissblütigen Espen-Fans so. Und das ist auch bei seiner allerersten Pressekonferenz nicht anders.
Wie ein alter Hase beantwortet der erst 20-Jährige die Fragen – und strahlt auch auf dem Podium jenes Selbstvertrauen aus, das er zum Saisonauftakt auf den Rasen im St. Galler Sitterstadion legte.
Obwohl der gelernte Innenverteidiger auf ungewohnter Position im zentralen Mittelfeld ranmuss, dirigiert er, als habe er nie irgendwo anders gespielt. Er ist präsent, geht keinem Zweikampf aus dem Weg, kauft seinen Gegenspielern den Schneid ab, wird gleichzeitig von den Rängen herab beleidigt. Von Nervosität trotzdem keine Spur. «Am Ende ist es bloss Fussball. Es spielt keine Rolle, ob ich mit der U21 des FCZ gegen Bavois spiele oder mit der ersten Mannschaft in der Super League», sagt Schödler.
Das Lob von Alex Frei
In allen acht Super-League-Spielen steht der 20-Jährige in der Startelf. Als Belohnung schneit am Donnerstagmorgen ein Aufgebot für die U21-Nati rein. Coach Alex Frei sagt: «Leandro hat Ausstrahlung, ist präsent, polyvalent, und er spielt immer.» Nicht ausgeschlossen, dass Schödler in den EM-Quali-Spielen gegen Luxemburg, Island und Frankreich seine Chancen erhalten wird.
Jahrelang fliegt der Aargauer beim SFV unter dem Radar. Erst mit 19 kriegt er sein erstes Aufgebot für eine U-Nati. Gezweifelt hat Schödler trotzdem nie: «Ich wusste immer, dass es keine Rolle spielt, ob ich für die U15 oder die U16 aufgeboten werde. Mein Ziel war immer die U21 oder die A-Nati.»
Nicht der einfachste Weg zum Profi
Weil der 191-Zentimeter-Mann Schödler zwar schon als Teenager immer einer der Grössten ist, die Muskeln aber nicht richtig nachwachsen, wird er zum Spätzünder. «Ich war mit 15 recht dünn, weshalb ich für ein halbes Jahr zum FC Red Star ausgeliehen wurde.»
Mit vier tritt er dem FC Windisch bei, mit elf überzeugt er in Spielen gegen den FC Aarau und wechselt kurz darauf ins knapp 40 Kilometer entfernte Nachwuchszentrum des FCZ. «Nicht einfach» sei das gewesen, so Schödler. Weil seine Eltern ihn immer hin und her gefahren hätten. «Dafür bin ich ihnen heute noch unglaublich dankbar. Das ist nicht selbstverständlich.»
Ebenso wenig selbstverständlich ist der Weg, den der 20-Jährige in den letzten Monaten zurückgelegt hat. Auch wenn Schödler nicht so wirkt, als hätte er je daran gezweifelt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 8 | 16 | 22 | |
2 | FC Sion | 8 | 9 | 18 | |
3 | BSC Young Boys | 8 | 12 | 16 | |
4 | FC Basel | 8 | 2 | 13 | |
5 | Servette FC | 8 | -1 | 10 | |
6 | FC St. Gallen | 8 | -5 | 10 | |
7 | FC Zürich | 8 | -6 | 10 | |
8 | FC Luzern | 8 | -5 | 9 | |
9 | Grasshopper Club Zürich | 8 | -7 | 8 | |
10 | FC Thun | 8 | -9 | 7 | |
11 | FC Vaduz | 8 | -2 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 8 | -4 | 6 |
