Sein Herz schlägt grün-weiss
Heule fiel beim FCSG durch – jetzt ist er auf Meisterkurs

Beim FCSG wurde Michael Heule vor fünf Jahren als zu leicht befunden, nun steht der Ur-Espe mit Thun vor dem Meistertitel. Warum er auf Bratwürste angesprochen wird und weshalb er nie an sich gezweifelt hat.
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Bei Thun ist Michael Heule in dieser Saison ein Überflieger.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Michael Heule wechselt im Sommer 2025 von SLO zum FC Thun
  • In Thun liegt er 14 Punkte vor seinem Herzensverein St. Gallen
  • Der 24-Jährige debütierte 2021 für St. Gallen
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Stefan KreisReporter Fussball

Es gibt Ostschweizer, die passen ihren Dialekt an, weil sie in der Restschweiz aufgezogen werden. Und dann gibts Menschen wie Michael Heule. Die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Als er im Sommer zum FC Thun wechselt, sei sein Dialekt am Anfang ein bisschen Thema gewesen, so Heule. Aber das habe sich schnell erledigt. «Mittlerweile werde ich in erster Linie auf die Olma-Bratwurst angesprochen», sagt der 24-Jährige mit einem herzhaften Lachen. 

Dass er Ostschweizer ist, hört man in jedem Satz. Dass sein Herzensverein der FCSG im Sommer an ihm interessiert war, ist kein Geheimnis. Weil er bei den Espen aber nur als Backup hinter Chima Okoroji vorgesehen ist, entscheidet sich Heule für einen Wechsel ins Berner Oberland. «Ich musste die Emotionen, die mitgespielt haben, vom Sportlichen trennen. Der Entscheid für Thun war der, der für meinen Weg am besten war.» 

Es ist eine bemerkenswerte Aussage, weil Heules Herz seit der Kindheit grün-weiss schlägt. Aufgewachsen im Rheintal, ist der FC Widnau sein erster Klub, mit zehn der Wechsel zum Team Rheintal-Bodensee, ehe er 2018 in den Nachwuchs des FC St. Gallen geht. 

Dort debütiert er im Mai 2021 zwar für die erste Mannschaft, den Sprung zu den Profis aber trauen sie dem Linksverteidiger nicht zu. «Von aussen betrachtet war es wohl so, dass ich körperlich nicht auf derselben Stufe war wie meine Mitspieler. Obwohl ich selber nie dieses Gefühl hatte», sagt Heule. Während sein Kumpel Christian Witzig einen Profi-Vertrag bekommt, macht der 172 Zentimeter kleine Wirbelwind einen Schritt zurück und unterschreibt beim FC Wil in der Challenge League. 

Wechsel in die Challenge League als Befreiung

Viele hätten sich in jenem Moment wohl die Sinnfrage gestellt, Heule aber beisst sich durch. «Ich habe nie an meinen Qualitäten gezweifelt. Ich habe es bei Wil einfach genossen, dass ich Fussball spielen darf. Es war eine Art Befreiung.» Nach zwei starken Jahren wechselt der beidfüssig begabte Linksfuss zu SLO in die Super League, hat dort aber Verletzungspech und schlägt sich mit einem Handbruch und einer Schambeinentzündung rum.

Nach dem Abstieg bleibt er noch ein weiteres Jahr auf der Pontaise, ehe im Sommer der FC Thun anklopft. Dass er mit den Berner Oberländern auf dem Meisterexpress sitzt, hätte er sich damals in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Dass er vor dem Direktduell am Donnerstag 14 Punkte vor seinem Herzensverein St. Gallen liegt, wohl ebenfalls nicht. 

Was noch fehlt, ist der Meistertitel. Und manchmal eine Olma-Bratwurst. «Die bringe ich meinen Teamkollegen bald mit, damit sie wissen, wie gut die schmeckt», sagt Heule mit dem herzhaften Lachen eines souveränen Tabellenführers.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
27
33
64
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
27
20
50
3
FC Lugano
FC Lugano
28
12
49
4
FC Basel
FC Basel
27
6
43
5
BSC Young Boys
BSC Young Boys
28
4
42
6
FC Sion
FC Sion
28
8
41
7
FC Luzern
FC Luzern
28
1
33
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
28
-3
33
9
FC Zürich
FC Zürich
28
-15
31
10
Servette FC
Servette FC
28
-7
30
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
27
-12
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
28
-47
15
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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