Darum gehts
- Alessandro Vogt wechselt im Sommer von St. Gallen zu Hoffenheim
- Trotz Premier-League-Interesse kostet er nur 2,5 Millionen Franken Ablöse
- Seit 1969 wartet St. Gallen auf einen Cupsieg mit Vogt-Beteiligung
Es ist ein Tor wie gemalt: Lukas Görtler (31) schickt Alessandro Vogt (21) auf die Reise und der Stürmer tut das, was er praktisch immer tut, wenn er das Netz riecht: Er drückt ab. Direkt. Aus spitzem Winkel. Mit Wucht, mit Präzision.
Luzerns Trainer Mario Frick (51), der früher selbst Stürmer war und es wissen muss, sagt hinterher: «Das war ein unglaublicher Abschluss beim 1:0. Er hat gezeigt, warum er nächstes Jahr in der Bundesliga spielen wird.»
Hoffenheim wird die nächste Station heissen. Dabei hätten nicht wenige Experten mit einem Liga-internen Wechsel zu einem finanzkräftigeren, grösseren Verein gerechnet. Der Cup-Gegner vom Mittwoch aus Basel könnte beispielsweise einen fähigen Stürmer gebrauchen. Und da Vogt das Ausländerkontingent nicht belastet und erst ein paar wenige Profi-Monate auf seinem Buckel hat, wäre ein Zwischenschritt die mögliche Alternative gewesen.
Sogar Engländer erkundigten sich
Laut Blick-Infos gabs zwar Interesse aus der Super League, richtig konkret aber wurde es nie. Weil Vogt und sein Umfeld von Anfang an zu verstehen gaben, dass man die Saison beim FCSG beenden wolle und danach einen Wechsel ins Ausland präferiere. Bereits jetzt im Winter flattern erste Angebote rein, auch Vereine aus der Premier League erkundigen sich beim physisch starken Angreifer. Weil Vogt nur 2,5 Millionen Ablöse kostet und eine solche Summe den schwerreichen Engländern bloss ein müdes Lächeln entlockt.
Die Ausstiegsklausel in Vogts bis 2029 laufenden Vertrag ist ein Meisterstück der Beraterkunst – und macht den Stürmer auf dem Transfermarkt begehrter, als Brennholz an einem kalten Winterabend.
Dass am Ende Hoffenheim das Rennen machen wird, hat mit der Wertschätzung zu tun, die der Klub dem Stürmer entgegenbringt. Seit längerem schon bemüht man sich im Kraichgau intensiv um die Dienste des Aargauers.
Die Umstände sprechen für Hoffenheim
Dass Vogt, dieser familiäre, bodenständige Typ, von seiner Heimat Wohlen AG bloss drei Stunden zur PreZero-Arena fährt, hat ebenfalls zur Entscheidung beigetragen. Dass Hoffenheim für den sehr schüchternen Angreifer nicht gross im medialen Fokus steht, dürfte ihn zudem nicht stören. Dass die TSG eine sensationelle Saison spielt und nächstes Jahr wohl international dabei ist, spricht ebenfalls für 1899.
Bevor es im Sommer aber in die Bundesliga geht, will sich Vogt noch mit einem richtigen Knall aus St. Gallen verabschieden. Gewinnt der FCSG am Mittwoch den Cup-Viertelfinal gegen den FCB, dann steht die Tür zum langersehnten Cupsieg offen. Seit 1969 hat Grün-Weiss die Sandoz-Trophäe nicht mehr gestemmt, seit mehr als einem Vierteljahrhundert wartet man in der Ostschweiz auf einen Titel.
Ob Vogt zum Fürst wird und eine ganze Region erlöst?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 22 | -2 | 32 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |


