Darum gehts
Die Erleichterung bei den Grasshoppers nach dem 1:1 gegen Lausanne ist schon spürbar. Man ist froh, hat man den Saisonauftakt nicht komplett in den Sand gesetzt und vor allem in der zweiten Halbzeit eine klare Leistungssteigerung hingelegt.
So sagt GC-Captain Amir Abrashi: «Wenn man das ganze Spiel anschaut, ist es ein verdienter Punkt. Auswärts in Lausanne ist es nie einfach und es wird auch in Zukunft nicht einfacher werden. Die Mannschaft hat heute Teamspirit gezeigt und nie aufgegeben, also Chapeau an die Jungs.»
Damit dürfen sie jetzt laut Abrashi aber nicht stoppen. «Wir müssen jetzt daran glauben, unser Leben dafür lassen und ums Leben kämpfen. Wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen, wir haben noch einiges zu machen. Wir haben jetzt im ersten Spiel gesehen, wo wir stehen und das hat ganz gut ausgesehen.» Trotzdem gibts bei GC weiterhin Baustellen.
Baustelle 1: Torgefahr
Auch sein Trainer Peter Zeidler ist teilweise zufrieden mit dem Einstand in die neue Saison: «Ich bin zufrieden mit der Einstellung der Spieler. Womit ich nicht zufrieden bin, ist, dass wir in der ersten Halbzeit keine Torchancen hatten. In der zweiten Hälfte war das besser. Das Ergebnis geht in Ordnung und das ist eigentlich schon ein Kompliment für uns.»
Damit spricht der Übungsleiter einen wichtigen Punkt an. Erst als zur Pause die beiden wiedergenesenen Abdoulaye Diaby und Luke Plange eingewechselt wurden, wurde das Spiel der Hoppers besser. Plange wirbelte in der Offensive und sorgt so dafür, dass die Hoppers mehr Durchschlagskraft erhalten und mehr Räume vorfinden. So ist es dann auch der eingewechselte Samuele Bengondo, der GC zum verdienten Ausgleich und Punktgewinn schiesst.
Baustelle 2: Abwehrarbeit
Diaby gibt der Verteidigung die nötige Stabilität, die in der ersten Halbzeit gefehlt hat. In der zweiten Hälfte lässt GC keinen einzigen Schuss aufs Tor mehr zu, nachdem Lausanne in den ersten 45 Minuten zu zwei sehr guten Gelegenheiten und einem Treffer durch Mendes gekommen war.
Die wacklige Defensive und der harmlose Sturm sind Altlasten aus der vergangenen Spielzeit. Mit dem frischen Wind der neuen Eigentümer sollen diese laut Zeidler aber Schritt für Schritt entfernt werden: «Richard Feuz (CEO, Anm. d. Red.) kommt jeden Tag mit einem Lachen zur Arbeit, das hilft – und er kommt sehr früh. Er arbeitet sehr hart und ist enorm engagiert.»
Baustelle 3: Thema Fans
In diesen Tenor stimmt auch Amir Abrashi ein. Der Austausch sei sehr gut und wichtig, auch sei schön, dass die Besitzer in Zürich vor Ort sind, so der GC-Leitwolf. Auf die neuen Verantwortlichen kommt in den nächsten Tagen aber viel Arbeit zu. Die Fans haben bei der Anreise für einen Eklat gesorgt.
Weil die SBB keinen Extrazug zur Verfügung gestellt haben, müssen die GC-Anhänger den Regelzug nehmen und ziehen dort aus Protest gleich vier Mal die Notbremse – ein riesiges Verkehrschaos resultiert daraus. In einem Flyer schreiben die Fans: «Die SBB baut den Einsatz von Extrazügen systematisch ab.» Dies bedeute ein höheres Konfliktpotenzial, wovon alle betroffen seien, entsprechend wolle man nun ein Zeichen setzen.
Auf Anfrage von Blick schreibt der Klub: «Wir haben Kenntnis von den Vorfällen im Zusammenhang mit der Anreise nach Lausanne. Derzeit verschaffen wir uns gemeinsam mit den SBB, den zuständigen Behörden sowie den Fanvertretern einen umfassenden Überblick über die Geschehnisse. Wir entschuldigen uns bei allen Betroffenen.» Trotzdem müssen sich die Verantwortlichen wieder einmal mit den Fans auseinandersetzen – ebenfalls eine Baustelle.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 1 | 2 | 3 | |
2 | BSC Young Boys 2:1 | 1 | 1 | 3 | |
3 | FC Basel | 1 | 1 | 3 | |
4 | Grasshopper Club Zürich | 1 | 0 | 1 | |
4 | FC Lausanne-Sport | 1 | 0 | 1 | |
6 | FC Lugano | 0 | 0 | 0 | |
6 | FC St. Gallen | 0 | 0 | 0 | |
6 | FC Vaduz | 0 | 0 | 0 | |
6 | FC Zürich | 0 | 0 | 0 | |
10 | FC Sion 1:2 | 1 | -1 | 0 | |
11 | Servette FC | 1 | -1 | 0 | |
12 | FC Luzern | 1 | -2 | 0 |

