Darum gehts
- Die Thuner haben nun vier Wochen Ferien – ein Privileg
- War man satt? «Eigentlich sind Löwen nie satt»
- Ist der Dompteur nun voll drin im Trainerzirkus?
Durchatmen, FC Thun. Mit dem 1:1 in St. Gallen holt der Meister in der Meisterrunde doch noch einen Punkt. Fünf Niederlagen zum Abschluss hätten – wie der Titel als Aufsteiger – wohl ebenfalls historisches Ausmass gehabt. Das ist nun abgewendet. Der Meister verabschiedet sich in die Ferien.
Es ist ein Privileg, das auf die Thuner Meistermannschaft wartet. Vier Wochen Ferien am Stück – etwas, das es im heutigen Profifussball praktisch nicht mehr gibt.
Wenn die Thuner die Vorbereitung wieder aufnehmen, wird ziemlich sicher schon die WM laufen. Der genaue Tag für den Wiederbeginn wird erst noch bekannt. Die WM startet am 11. Juni.
Ferien nötig? Roth beschreibt es elegant
Die Luft schien nach dem fixen Titel und den vielen Feierlichkeiten draussen. Oder in anderen Worten: Die Löwen waren satt. Die Löwen-Metapher hat Thun vom Aufstieg bis zum Meistertitel begleitet. Trainer Mauro Lustrinelli (50) nannte seine Mannschaft so. «Leoni» war bei Ansprachen oft sein Schlusswort – in Kombination mit einem italienischen Schimpfwort.
«Satt? Mauro sagt eben genau, dass der Löwe an keinem einzigen Tag aufsteht und erklärt, dass er keinen Hunger habe», berichtet Justin Roth (25) nach dem Remis in St. Gallen. «Aber wir sind Menschen und halt eben doch noch nicht zu hundert Prozent Löwen.» Das Sättigungsgefühl wird elegant beschrieben.
Wenn die Fussballer wieder aus ihren Ferien zurückkehren, wird die Welt in der Stockhorn-Arena, seit Donnerstag Visana-Stadion, wohl eine andere sein. Höchst fraglich, ob der Dompteur des Thuner Löwenrudels noch da ist. Mauro Lustrinelli ist mit seiner Familie zwar fest in Thun verwurzelt. Doch trotz Vertrag bis 2028 locken die grossen Ligen. Bundesligist Union Berlin ist aktuell Top-Kandidat.
Noch ist Lustrinelli da – aber es wird immer heisser
Der Tessiner und Wahl-Thuner war beim Saisonabschluss in St. Gallen als Trainer gesperrt. Weilt er gar schon bei Verhandlungen an einem anderen Ort? Nein. Er begleitet die Mannschaft in die Ostschweiz, verabschiedet sich dann regelkonform auf die Tribüne des Kybunparks und sucht sich eine Olma-Bratwurst.
Noch ist Lustrinelli da. Doch Thun-Präsident Andres Gerber (53) will im Blue-Interview gar nicht lügen. Ob er davon ausgehe, dass Lustrinelli in Thun bleibe? «Ich gehe nicht davon aus. Wenn ein Trainer einen solchen Job macht mit diesem Klub, dann ist logisch, dass er an vielen Orten ein Thema ist.»
Gerber spricht es offen aus: «Schon vor einem Monat konnte man nicht davon ausgehen, dass er auch in der nächsten Saison noch bei uns Trainer ist.» Das Hintertürchen lässt der Präsident dann doch offen: «Womit ich nicht gesagt habe, dass ich davon ausgehe, dass er weggeht.» Klar ist, dass das Lustrinelli-Thema nicht bis nach den Ferien warten kann – schon gar nicht wenn sie vier Wochen dauern.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |
