Darum gehts
- «Leoni, cazzo!» – nicht bloss zufällige Lustrinelli-Schlussworte
- Das Löwensymbol taucht in der Thuner Sensationssaison immer wieder auf
- Captain Bürki erklärt gegenüber Blick, was es damit auf sich hat
«Mauro! Lustrinelli! La la la, la. Mauro! Lustrinelli!» Immer wieder wird der Thuner Meistertrainer von den Fans gefeiert. So auch bei der Thuner Meisterparade und Feier mit dem Pokal an diesem regnerischen Freitag in der Innenstadt.
Auf der Bühne vor mehreren Tausend Fans steht Mauro Lustrinelli (50) nicht nur spätabends als DJ im Mittelpunkt. Er ist, wie viele andere Thuner Aushängeschilder, während der stundenlangen Feierlichkeiten auch Stimmungsmacher, Champagner-Köpfer – und Redner. «Wie viele seid ihr heute?», fragt er in die Menge. «Wow! Das haben wir nicht einmal in der Champions League erlebt», antwortet er gleich selber.
«Leoni, cazzo!»
Als seine Ansprache vorbei ist, schreit er noch zwei Worte ins Mikrofon: «Leoni, cazzo!» Sie sind an die Mannschaft gerichtet. Das zweite ist ein italienisches Schimpfwort, das Lustrinelli immer wieder in den verschiedensten Kontexten verwendet. Das erste hat der Tessiner nicht bloss aus lauter Freude zufällig gewählt. «Löwen», heisst es übersetzt. Für das Sensationsteam hat es eine viel tiefere Bedeutung. Es war das Symbol, das den Aufsteiger durch die Saison bis zum Titel begleitet hat.
In den vergangenen Monaten taucht das Thuner Löwensymbol immer wieder auf. In den Katakomben des Stadions ist es zum Beispiel gross auf ein Whiteboard gemalt, was auch im exklusiven Thuner Meisterfilm von Blick mit Mauro Lustrinelli als Hauptfigur ersichtlich wird.
Captain Marco Bürki (32) verwendet das Symbol immer wieder. Nach Siegen veröffentlicht er auf Instagram oft ein Jubelbild mit Teamkollegen, untermalt mit drei Löwen-Emojis für die drei Punkte.
«Löwen erreichen Beute nicht nur vielleicht»
Vor dem Aufstieg auf den Meister-Lastwagen im Rahmen der Parade erklärt Bürki gegenüber Blick, was es mit dem Symbol auf sich hat. Im Kern: «Es geht darum, dass Löwen ihre Beute nicht bloss vielleicht erreichen, vielleicht aber auch nicht. Sondern dass diese Tiere Erfolg haben und zielgerichtet alles dafür tun.»
Mauro Lustrinelli habe die Metapher etabliert. Nach dem Essen vor Matches, nach Ansprachen in der Pause, bei der Feier in der Stadt – immer wieder waren es seine Schlussworte.
Meister Thun – das Löwenrudel. Da bleibt noch eine Frage: Ist St. Gallen am Sonntag die letzte Beute der Saison, oder ist der Meister schon satt? Nach dem fixen Titel vor zwei Wochen stand das Jagen zumindest nicht mehr im Vordergrund, rund um das 0:2 in Sion und 3:8 gegen YB waren die Löwen vielmehr mit dem Verzehr der bereits erlegten Beute beschäftigt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern 0:0 | 38 | 7 | 51 | |
2 | Servette FC 0:0 | 38 | 6 | 51 | |
3 | FC Lausanne-Sport 0:0 | 38 | -12 | 43 | |
4 | FC Zürich 0:0 | 38 | -21 | 39 | |
5 | Grasshopper Club Zürich 0:0 | 38 | -28 | 31 | |
6 | FC Winterthur 0:0 | 38 | -53 | 24 |
