Darum gehts
- Lucas Ferreira (19) trägt neu die prestigeträchtige Nummer 10 beim FC Luzern
- In seiner ersten Profisaison erzielte Ferreira 10 Tore und 4 Assists
- Die Nummer 10 war zuletzt glücklos – Ferreira soll das ändern
Vor einem Jahr kannte Lucas Ferreira (19) noch kaum jemand. Dann gelang ihm in seiner ersten Profisaison der Durchbruch und er wurde zum Shootingstar. Heute gehört der Portugiese zu den wichtigsten Offensivspielern des FC Luzern. Gemeinsam mit Matteo Di Giusto (25) soll er beim FC Luzern für die Überraschungsmomente sorgen.
Dabei greift Ferreira mit einer neuen Rückennummer an – mit einer ganz besonderen. Der offensive Mittelfeldspieler trägt neu die prestigeträchtige 10. Eine Nummer, von der er schon als Kind träumte, wie er Blick bereits im vergangenen Spätherbst erzählte.
Von der 73 zur 10
Vor einem Jahr war die 10 noch vergeben. Sinan Karweina (27) trug sie. Ferreira musste kreativ werden und entschied sich für die 73. Der Grund? «7 plus 3 ergibt 10. Die 73 gefällt mir sehr gut und passt irgendwie zu mir», sagte er damals mit seinem spitzbübischen Lächeln. Mit dieser Nummer gelangen ihm zehn Tore und vier Assists. Zudem spielte er sich damit in die portugiesische U20-Nati.
Weil Karweina den Klub inzwischen verlassen hat, konnte sich Ferreira bereits in seiner zweiten Profisaison seinen Wunsch erfüllen und die frei gewordene Nummer 10 übernehmen. Doch ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt: Glück brachte sie in Luzern zuletzt kaum jemandem.
Das schwere Erbe
Samuele Campo (31), Kevin Spadanuda (29) und Karweina konnten mit der legendären Nummer nie nachhaltig überzeugen. Campo kam im Sommer 2021 als Wunschspieler von Fabio Celestini, verlor unter Mario Frick aber komplett den Anschluss und sass seinen Vertrag bis zum Ende im Sommer 2024 aus. Seither ist er vereinslos. Ähnlich erging es einige Jahre zuvor Daniel Follonier (32), der als Luzerner Nummer 10 ebenfalls aussortiert wurde und danach im Profifussball nie mehr richtig Fuss fassen konnte.
Spadanuda hatte mehr Erfolg – allerdings erst, nachdem er die 10 wieder abgegeben hatte. Mit der Nummer 10 erlebte er ein Seuchenjahr. Nach dem Wechsel auf die 7 wurde er vom Verletzungspech weitgehend verschont und spielte befreiter auf. Karweina wiederum startete vielversprechend, verlor nach einer schweren Muskelverletzung aber zunehmend an Bedeutung. In der letzten Super-League-Saison kam er lediglich auf 300 Minuten Einsatzzeit.
Schaub und Mohr prägend in der Klubhistorie
Den letzten wirklich erfolgreichen Zehner hatte der FCL in der Saison 2020/21. Louis Schaub (31) prägte als Leihspieler vom 1. FC Köln eine der erfolgreichsten Spielzeiten der jüngeren Klubgeschichte entscheidend mit. Im Cupfinal gegen St. Gallen bereitete er beim 3:1-Sieg das 2:0 von Jordy Wehrmann vor. Insgesamt kam der österreichische Nati-Spieler in 36 Pflichtspielen auf neun Tore und elf Assists.
Den noch viel grösseren Stellenwert in der Luzern-Historie hat Jürgen Mohr (67). Der Deutsche trug die Nummer 10 in der Meistersaison 1988/89 und schoss den FCL am 10. Juni 1989 mit seinem Tor gegen Servette zum bis heute einzigen Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Ferreiras Rituale sollen ihm helfen
Nun ist Ferreira an der Reihe. Ob ihm die prestigeträchtige Nummer 10 zusätzlichen Druck macht? Dass er mit hohen Erwartungen umgehen kann, hat er bereits bewiesen. Dabei helfen ihm feste Rituale. Schon Stunden vor dem Anpfiff läuft bei ihm alles nach einem Plan: Aus den Kopfhörern dröhnt brasilianischer Funk. «Diese Musik macht mich glücklich und nimmt mir die Nervosität.» Kurz bevor es losgeht, richtet er den Blick auf die Tribüne und winkt seiner Familie und seinen Freunden zu.
So war es auch beim ersten Pflichtspiel mit der Nummer 10. Gegen Thun deutete Ferreira an, weshalb ihm der Klub diese Verantwortung zutraut. Zwar vergab er eine grosse Chance zum 2:1, ansonsten gehörte er aber zu den auffälligsten Luzernern. Die Hoffnung in Luzern ist nun gross, dass die Nummer 10 nach Jahren der Enttäuschung endlich wieder für Kreativität, Tore und Magie steht. Das Potenzial dafür hat Ferreira allemal.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 2 | 8 | 6 | |
2 | FC Lausanne-Sport | 2 | 1 | 4 | |
3 | FC Lugano | 1 | 1 | 3 | |
3 | FC St. Gallen | 1 | 1 | 3 | |
5 | FC Zürich | 2 | 0 | 3 | |
6 | FC Basel | 2 | 0 | 3 | |
7 | FC Thun | 2 | -4 | 3 | |
8 | Grasshopper Club Zürich | 1 | 0 | 1 | |
9 | FC Vaduz | 1 | -1 | 0 | |
10 | FC Sion | 1 | -2 | 0 | |
11 | FC Luzern | 1 | -2 | 0 | |
11 | Servette FC | 2 | -2 | 0 |

