Stephan Lichtsteiner (42) ist ein absoluter Siegertyp. Drum bleibt ihm nach der 2:4-Pleite gegen den FC Luzern gar nichts anderes übrig, als den Hobby-Mathematiker zu mimen. «Wir glauben an den Titel, solange es mathematisch nicht fertig gespielt ist», so der FCB-Jungtrainer. Wohlwissend, dass eine Aufholjagd gleichbedeutend mit der irrsten Wende der Schweizer Fussballgeschichte wäre. 21 Verlustpunkte liegt der FCB hinter Leader Thun, bei 36 noch zu vergebenden Punkten.
Von den direkten Verfolgern aus St. Gallen und Lugano sind leisere Töne zu vernehmen. Mattia Croci-Torti hat dem FC Thun bei mittlerweile zwölf Punkten Rückstand bereits zum Meistertitel gratuliert. Und beim FCSG, der einen Zähler mehr auf dem Konto hat, will man erst gar nicht auf die Tabelle schauen, sondern Spiel für Spiel nehmen.
Entgegen aller Wahrscheinlichkeit aber gibts drei Gründe, die den beiden Klubs im Meisterrennen noch Hoffnung machen könnten.
Der Rasen auf der Schützenwiese
Dass die Kunstrasengastgeber aus Thun alle (!) Spiele auf Naturrasen gewonnen haben, ist der wohl bemerkenswerteste Fakt der ganzen Saison. Nun aber müssen die Berner Oberländer am Mittwoch nach Winterthur. Dort werden im April Gerüchten zufolge Kartoffeln angepflanzt. Ob der grandiose Lauf der Thuner mit acht siegreichen Spielen in Folge auf dem Schützi-Acker ein erstes Mal ausgebremst wird?
Die Direktduelle
Dass sich sowohl der FCSG als auch Lugano für die Meisterrunde qualifizieren werden, ist so gut wie sicher. Heisst: Beide Klubs treffen noch je zweimal auf den FC Thun. Und sie müssen beide je sechs Punkte holen, will man die minime Chance auf den Titel noch wahren.
Die Thuner Meisterflatter
Thun-Captain Leonardo Bertone und Kastriot Imeri wurden mit YB zweimal Meister. Und sie haben damit zwei Titel mehr auf dem Konto als das gesamte Kader der Berner Oberländer zusammen. Drum die Frage aller Fragen, die schon seit Monaten durch die Fussballschweiz geistert: Kriegt der Aufsteiger irgendwann die Flatter? Kann die Elf vor lauter Meisterträumen nicht mehr schlafen? Flattern Angebote rein, die den Spielern die Sinne vernebeln? Gibts Zoff um etwaige Meisterprämien, mit denen vor der Saison niemand rechnen konnte? Oder greift der Fussballgott noch ein und macht aus der eh schon komplett verrückten Super League ein grosses Drama?
Anzeichen dafür gibts bislang null. Drum hilft für den FCSG und Lugano wohl nur noch beten.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 26 | 12 | 46 | |
4 | FC Sion | 26 | 9 | 40 | |
5 | FC Basel | 26 | 5 | 40 | |
6 | BSC Young Boys | 26 | 0 | 36 | |
7 | FC Luzern | 26 | 3 | 33 | |
8 | FC Zürich | 26 | -11 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 26 | -3 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 25 | -43 | 14 |




