Darum gehts
- FCSG benötigt sechs Siege und Thun vier Niederlagen für den Titel
- FCSG seit zwölf Spielen ungeschlagen, Vereinsrekord und europäische Top-Werte
- Thun verlor erstmals seit November zwei Spiele in Folge, Momentum wackelt
Holt der FCSG seinen dritten Meistertitel der Klubgeschichte, wäre das vergleichbar mit dem Osterwunder. Jener sagenhaften Erzählung, die die Welt noch heute in Atem hält. Im Jahr 33 nach Christus kommts drei Tage nach der Kreuzigung zur wundersamen Auferstehung. Ob auch den Espen im Meisterrennen noch einmal Leben eingehaucht wird? Trotz zwölf Punkten Rückstand?
Die Rechnung ist einfach: Alle sechs Partien müssen gewonnen werden. Und Thun muss vier davon verlieren. Selbst dann wäre nicht klar, ob der FCSG wirklich Meister ist. Weil die Berner Oberländer derzeit das massiv bessere Torverhältnis haben. Plus 12. Die Lustrinelli-Elf hat am meisten Tore geschossen und nach Sion am zweitwenigsten kassiert.
Immerhin hat der FCSG mit Christian Witzig einen Pfarrerssohn in seinen Reihen. Und mit dem heiligen Gallus einen Mann, der einen Bären dazu brachte, ihm Feuerholz zu holen. Mit Hilfe von oben ist also definitiv zu rechnen. Und auch sonst gibts noch ein paar Fünkchen Hoffnung.
FCSG voll im Strumpf
Das überzeugendste Argument, warum der FCSG Thun noch abfangen kann, liefern die Ostschweizer gleich selbst. Seit zwölf Spielen hat die Maassen-Elf nicht mehr verloren. Vereinsrekord. Dass die Bilanz kein Zufall ist, zeigt ein Blick auf die aussagekräftigste Statistik im Fussball. Den xG-Wert. Sowohl was die erwartbaren Tore als auch die erwartbaren Gegentore angeht, stellen die Espen die mit Abstand formstärkste Equipe der Liga. Mehr noch: Sie haben europäische Top-Werte zu bieten. Zudem ist der FCSG das Pressing-Monster der Liga und hat mit Alessandro Vogt einen fürstlichen Stürmer, der nach seiner Verletzung dort weitermacht, wo er aufgehört hat.
Gegen den FCSG spricht, dass man es gegen GC (!) nicht fertigbringt, zu Hause ein Tor zu erzielen. Und auch sonst ziemlich oft ziemlich unnötig Punkte verschenkt hat. Die beiden Spiele zum Jahresstart gegen Servette (2:4) und den FCL (2:2) lassen grüssen.
Thun hingegen hat die ersten acht Spiele in diesem Jahr gewonnen und wurde erst beim 2:2 gegen den FCSG zum ersten Mal wieder von der Siegeswolke geholt. Seither gabs in vier Spielen zwei Niederlagen. Zwar hält die Mannschaft von Mauro Lustrinelli in den aussagekräftigen Statistiken weiter oben mit, aber man ist nicht mehr ganz so drückend überlegen wie noch vor ein paar Wochen.
Zuletzt gingen zum ersten Mal seit November wieder zwei Spiele in Folge verloren, das Momentum kippt. Monatelang werweisst die Fussballschweiz, wann der Aufsteiger einbrechen wird. Wann die unerfahrene Mannschaft, der David mit dem Mini-Budget, die Meisterflatter bekommt. Obs ausgerechnet im Endspurt der Saison geschieht?
Thun empfängt Basel, Lugano und YB und muss noch nach Basel und Sion. Der FCSG reist nach Luzern, nach Bern, nach Lugano und nach Basel und trifft zu Hause auf den FC Sion.
Dann, am allerletzten Spieltag, kommts zum Duell mit dem FC Thun. Wirds eine Finalissima, wäre das wohl gleichbedeutend mit dem grössten Wunder der Schweizer Fussballgeschichte. Noch grösser als das Thuner Titel-Märchen.
Und wenns nicht klappt, dürfen sich die Espen damit trösten, dass man beste Chancen auf den zweiten Cupsieg der Klubgeschichte hat.
Dafür brauchts noch nicht mal Hilfe von oben.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 32 | -17 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 32 | -27 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |

