Darum gehts
- Sion holt in Basel ein Unentschieden, bleibt aber 28 Jahre sieglos
- Franck Surdez, 23, verstärkt Sion nach Belgien-Rückkehr als neuer Flügelspieler
- Letzter Sion-Sieg in Basel war 1997, Didier Tholot unter den Torschützen
Gestohlen ist der Punkt nicht, keineswegs. Und wenn Donat Rrudhani seine Grosschance in der 79. Minute (nach einem Klassetunnel von Boteli gegen Daniliuc …) genutzt hätte – Sion hätte zum ersten Mal nach 28 Jahren als Gewinner eines Meisterschaftsspiels aus dem Joggeli heimreisen können. So aber bleibt Trainer Didier Tholot mit seinem 3:1 aus dem Jahr 1997 der letzte Walliser Torschütze bei einem Sion-Sieg in Basel.
«Das mit Didier ist unglaublich lange her, das stimmt. Das nächste Mal klappt es dann», sagt Sportchef Barthélémy Constantin zufrieden. Und weiter: «Wir wollten mehr, klar. Aber unser Weg stimmt. Unsere Position in der Rangliste auch.» Anders und kurz ausgedrückt: Sion ist erwachsen geworden. «Dem pflichte ich bei», sagt der Präsidentensohn. «Aber YB und Basel bleiben dennoch die beiden grossen Mannschaften des Landes. Da ist noch eine lange Strasse zu gehen.»
Kronig: «Wenn wir so weitermachen, können wir unseren Platz festigen»
Zufrieden ja. Restlos zufrieden nein. Das ist das Credo dieses neuen FC Sion. Da werden Ansprüche geltend gemacht wie schon lange nicht mehr. «Wir haben viel Aufwand betrieben und uns dafür nicht belohnt. Deshalb können wir nicht zu hundert Prozent zufrieden sein», sagt Jan Kronig ganz Ähnliches wie sein Chef. «Doch wenn wir mit diesem Selbstvertrauen und mit dieser Spielidee weitermachen, können wir unseren Platz in den Top sechs festigen.»
Wenn man sich die Mannschaft des FC Sion so anschaut, dann ist vielleicht eine Position nicht absolut top besetzt. Nämlich der eine Flügel. Das haben auch Barth und Vater CC erkannt – und gehandelt. Mit Franck Surdez (23) haben sie einen ehemaligen U21-Nationalspieler geholt, der als absolutes Juwel von Xamax vor zwei Jahren von den Neuenburgern in die toughe Jupiler Pro League in Belgien zu Gent gewechselt war.
Henchoz hat bei Surdez Bedenken wegen des Rhythmus'
Dort setzte sich der Wuschelkopf aber nur bedingt durch. Dabei hatte alles gut begonnen. Denn ab Juli 2024 war der gebürtige Neuenburger Stamm. Doch das ändert sich Anfang 2025. Da spielte er gar keine Rolle mehr. Der Beginn der aktuellen Spielzeit war dann wieder vielversprechend. Doch dann verliert der Linksaussen seinen Platz erneut und bleibt bis Ende Jahr mehrheitlich Joker. In dieser Zeit gelingt ihm immerhin eines seiner drei Tore in der JPL.
«Das wird nicht einfach zu Beginn für Franck, weil ihm der Rhythmus abgeht», prophezeit Stéphane Henchoz, der den Jungen aus seiner Zeit bei Xamax kennt. Der Lausanne-Sportchef weiter: «Denn unsere Super League mag technisch nicht die beste sein. Aber physisch und läuferisch ist sie unglaublich anspruchsvoll. Da ist mancher mit grossem Namen schon aus allen Wolken gefallen.»
Schon gegen Luzern am Samstag könnte Surdez erstmals im Kader stehen. «Wir sind dann Favorit», sagt Kronig. Erst recht mit Surdez? Man wird es sehen. Jedenfalls sagt der junge Mann, er könne es kaum erwarten, im Tourbillon aufzulaufen. Wir sind gespannt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |

