Darum gehts
- FC Basel seit fünf Heimspielen ohne Sieg, Stars sind frustriert
- Trainer Magnin betont Unterscheidung zwischen Frust und Enttäuschung
- Holt der FCB vom BVB den belgischen Teenie-Star Julien Duranville?
Seit fünf Heimspielen hat der FC Basel zu Hause nicht mehr gewonnen. Zuerst eine Schlappe gegen Lugano. Dann vier Remis. Jenes vom Sonntag inklusive. Das stinkt den Stars gewaltig. «Die Leistung war nicht da, die wir uns erhofft haben», sagt Captain Xherdan Shaqiri. «Das war alles zu wenig, um zu gewinnen.» Und Torschütze Flavius Daniliuc lässt seinem Frust freien Lauf: «Es ist unverständlich, dass wir hier nicht drei Punkte holen. Egal gegen wen. Wir sind der FC Basel! Doch wir schaffens einfach nicht.»
Magnin verliert seinen Humor fast nie
Doch ist das wirklich Frust? Trainer Ludovic Magnin ist bekannt für seine Emotionalität. Die beinhaltet, dass er auch mal seinen Gefühlen Auslauf lässt. Aber auch, dass er in Stresssituationen seinen Humor oft behält.
Auch am Sonntag, als er den Unterschied zwischen Frust und Enttäuschung zu erklären versucht: «Ich habe oft ein Frustgefühl nach den Spielen in der Kabine gehabt, wo man sich gefragt hat, wie man mit solch einer Leistung keine Punkte gemacht hat.» Heute aber sei eine Enttäuschung da. «Weil wir wissen, dass wir nicht so gespielt haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Wichtigste im Leben ist es zu wissen, ob man etwas gut macht oder weniger gut. Da muss dann auch gradestehen, wenn man nicht so gut war. Das haben meine Spieler gemacht. Jeder von uns muss über seine Leistung enttäuscht sein.»
Ein Top-Stossstürmer garantiert keine Siege – zeigt YB auf
So, da wir das nun nach diesem kleinen Exkurs in die Etymologie oder zumindest in die Wissenschaft der Wortbedeutung wissen, geht es um profanere Dinge. Wie den Stossstürmer, den zu finden der FC Basel einfach nicht in der Lage ist. Einen wie Chris Bedia, der die Torschützenliste mit 12 Toren anführt. Aber, Klammer auf, das hindert YB nicht daran, mit 19 sogar vier Punkte weniger zu haben als der FC Basel. Klammer zu. Ein effektiver Stossstürmer löst nicht alle Probleme.
«Ich will die Spieler nerven und sauer machen»
Bei Basel sieht es so aus: Albian Ajeti, 1008 Minuten Super League in 19 Spielen, drei Tore. Moritz Broschinski, derzeit verletzt, 442 Einsatzminuten in 14 Spielen, ein Tor. Und der Debütant, Kaio Eduardo, 69 Minuten in zwei Spielen, null Tore.
Dass Magnin den 20-Jährigen bringt, der letzte Saison an Vaduz ausgeliehen war, in der Promotion League in sieben Spielen viermal getroffen und im Trainingscamp starke Spiele gezeigt hat, ist Ausdruck einer gewissen Verzweiflung.
Auf nichts anderes lassen auch die Voten des Coaches schliessen: «Wir haben diese Saison schon extrem viel versucht in der Sturmposition. Wenn der Trainer immer andere Lösung ausprobiert, bedeutet dies, dass auch er nicht zufrieden ist. Damit habe ich auch die Hoffnung, den Konkurrenzkampf anzuheizen und gewisse Spieler zu nerven und derart sauer zu machen, dass sie explodieren. Das ist auch menschlich. Aber wir haben keine Lösung gefunden, die uns dauerhaft zufriedenstellt.»
Kommt Problem-Teenie Julien Duranville?
Der österreichische Nationalspieler Michael Gregoritsch hätte diese zufriedenstellende Lösung heissen können. Aber Augsburg, so hat es Sportchef Daniel Stucki durchblicken lassen, habe das dickere Portemonnaie gehabt als die Bebbi. Nun geistert der Name Julien Duranville herum. Belgier, bei Anderlecht ausgebildet und nun beim BVB. Wo Trainer Niko Kovac sagt: «Für ihn ist es schwierig, dabei zu sein. Er ist gut, aber die anderen sind besser.» Und so kam er diese Saison gerade mal auf zwei Einsätze in der … Regionalliga. Für unsere Super League könnte das dennoch reichen. Disziplinarische Probleme hin oder her.
Duranville hat einen geschätzten Marktwert von sieben bis acht Millionen Euro. Etwa so viel wie der teuerste Basler, Bénie Traoré. Aber der Junge ist erst 19. Laut Sky-Transferexperte Florian Plettenberg stehe der FCB kurz vor der Verpflichtung. Doch auch ein Guru irrt mal. Mal schauen.
Jedenfalls sagt Magnin, und das ganz generell: «Wir dürfen nicht links und rechts Ausreden suchen, die ausserhalb des Platzes liegen. Das hat mich als Trainer und Spieler immer genervt. Unabhängig von dieser Schiene: Wir haben die Spieler, um besser zu spielen als gegen Sion.»
Gegen eine Verstärkung würde er sich gleichwohl nicht wehren.
Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball-Fans. Folge deinem Lieblingsverein in der Super League, der Challenge League oder aus den internationalen Top-Ligen, erhalte personalisierte Inhalte und verpasse keine Story mehr. Jetzt followen!
Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball-Fans. Folge deinem Lieblingsverein in der Super League, der Challenge League oder aus den internationalen Top-Ligen, erhalte personalisierte Inhalte und verpasse keine Story mehr. Jetzt followen!
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |


