Es war der Krisengipfel schlechthin: YB mit sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Serie. Der FCZ seit fünf Matches sieglos. Eine der Serien musste beim direkten Zusammentreffen reissen. Bestehen bleibt die des FCZ. Denn YB siegt gegen die Stadtzürcher 3:0. Etwas hoch. Aber zweifelsfrei verdient. Und so kann man beim FCZ langsam von einer Krise reden. Oder einer Minikrise? Oder wie?
Der neue Captain Lindrit Kamberi sagt es so: «Es ist eine Chance, um irgendwann den nächsten Sieg zu holen. Ob das nun eine Krise ist oder nicht, ist irrelevant. Ich will einfach diesen Sieg. Am besten im Klassiker. Das Einzige, was zählt, ist vorwärts zu schauen.» In Bern war für den FCZ nichts zu holen. Auch wenn der Patient YB noch nicht vollständig geheilt ist. Ein erster Schritt vorwärts in Stuttgart, trotz des bitteren Europa-Outs, und nun ein zweiter in die richtige Richtung – und nicht, wie oft zuvor, rückwärts.
«Es war eine schwierige Zeit, muss ich ehrlich sagen», so Christian Fassnacht, der mit seinem 2:0 als Joker den Sieg sichert. «Wenn du in einer derartigen Negativspirale bist, heisst es von aussen sehr schnell: Wieso machen die nicht mehr? Wieso gehts nicht? Aber du bist irgendwie gelähmt. Der Druck und die Negativität sind dann enorm. Aber nach der heftigen Niederlage in Thun und zusammen mit dem Stuttgart-Spiel scheint der Knopf aufgegangen zu sein.»
Fassnacht glaubt an Trendwende
Wird also eine Zeitenwende eingeläutet? «Ich bin überzeugt», so die YB-Legende in ihrem 301. Spiel für die Berner. «Ich bin sicher, wir können eine Siegesserie an den Tag legen, so dass es heisst: ‹Hey, mit YB ist wieder zu rechnen.› Aber nicht, um den Meistertitel zu holen, dieses Spiel ist vorbei.»
Es ist Joël Monteiro, dieser begnadete wie unstete Fussballer, der das Skore früh eröffnet, nach einem Virginius-Pass. «Es wurde auch Zeit! Wir sind durch eine schwierige Periode gegangen. Ich danke Gott, dass diese beendet ist», so der Walliser. Danach hat nur YB Chancen. Den Sack macht aber erst Fassnacht zu, spät, in der 80. Minute, bevor Gigovic das Schlussresultat bewerkstelligt.
«Wir waren zu wenig giftig. Nach der Pause hatten wir mehr Kontrolle, aber kaum klare Chancen», sagt FCZ-Coach Dennis Hediger. Wie weiter? «Dieses Mal war die Niederlage verdient. Zuvor waren wir immer wieder ebenbürtig oder sogar besser, haben aber zu viel hergeschenkt.» Immerhin gabs beim FCZ auch Positives: Das gute Debüt von Youngster Silas Huber (20) im Tor anstelle von Klublegende Yannik Brecher, der zuletzt einige dämliche Gegentore kassiert hatte.
Hediger weicht bei Goalie-Frage aus
Hedigers Analyse: «Silas hat sehr viel Sicherheit ausgestrahlt. Sehr, sehr positiv. Wir kennen sein Potenzial. Schön, konnte er es abrufen.» Huber selbst sagt: «Wenn man als Goalie drei Tore kriegt, ist es meistens nicht so gut.» Beim ersten Tor spekuliert er etwas zu stark, so scheint es. «Es kann sein, dass ich hätte stehen bleiben müssen, um eine bessere Chance zu haben. Danach konnte ich ein, zwei Saves machen. In der zweiten Halbzeit war es dann schwierig für einen Goalie. Zwei Schüsse, zwei Tore.» Das Debüt ist geglückt. Fragt sich jetzt: Wer steht gegen den FC Basel am Sonntag im Tor? Hediger weicht aus, sagt, dass Huber ein Statement gesetzt habe, dies aber noch nicht sofort entschieden werde. Die Tendenz geht zum jungen Aarauer.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 22 | -2 | 32 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |

