Darum gehts
- Ludovic Magnin gibt sich nach dem 1:3 in Salzburg selbstkritisch
- Dominik Schmid kritisiert Teamleistung als unterirdisch
- Kommen die Wintertransfers zu spät?
Zum Glück ist wenigstens ein einzelner österreichischer Journalist etwas länger im Medienraum geblieben. Und so bekommt Ludovic Magnin (46) kurz vor Mitternacht doch noch eine positiv formulierte Frage gestellt. «Sie sind ein richtig netter Mensch», stellt er darum fest. Und macht im gleichen Atemzug klar, dass das nicht der Moment für Freundlichkeiten ist.
Nein, der Trainer des FC Basel mag sich in dieser eiskalten Donnerstagnacht nicht darüber unterhalten, dass sein Team tatsächlich noch Chancen hat auf das Weiterkommen in der Europa League. «Wir würden uns selber anlügen, wenn wir nur einen Gedanken daran verschwenden würden», sagt Magnin nach dem 1:3 bei RB Salzburg, das zeitweise wie ein Offenbarungseid wirkt.
Es ist Zeit für grundsätzliche Fragen
Magnin hat recht. Es ist nicht der Moment für nette Fragen. Sondern für grundsätzliche. Wie kann es sein, dass seine Spieler eine Halbzeit lang auftreten, als seien Zweikämpfe verboten worden? Warum wirkt das Team, als habe es zum ersten Mal vom Pressing-Fussball der Red-Bull-Schule gehört, wenn Salzburg doch laut Magnin «genau so gespielt hat, wie wir das erwartet haben»? Weshalb kommt der FCB aus der Winterpause – und wirkt schlechter eingespielt als zuvor?
Man muss die Leistung ja erschwerend unter dem Gesichtspunkt sehen, dass Salzburg derzeit selbst nicht auf dem Höhepunkt seines Schaffens ist. Trainer Thomas Letsch (57) ist angezählt in den Winter gegangen. Jetzt hat er den ganzen Druck erst mal dem Kollegen Magnin mit auf die Heimreise in die Schweiz mitgegeben.
Es ist ja schön, sind die Basler nach dem Auftritt selbstkritisch. «Das war unterirdisch von uns», sagt etwa Dominik Schmid kurz nach Abpfiff, «was wir in den ersten 45 Minuten auf den Platz gebracht haben, hat nichts mit Fussball zu tun.» Und Magnin selbst stellt fest: «Wenn du der Trainer des FC Basel bist, musst du dich nach so einer ersten Halbzeit hinterfragen.» Und: «Das war des FC Basel nicht würdig.»
Die Entwicklung geht in die falsche Richtung
Nur – und das streitet Magnin ebenfalls nicht ab: Die Entwicklung dieser Basler Mannschaft zeigt in die falsche Richtung. Seit November stagnieren die Leistungen. Oder sie werden sogar schlechter. Der Start ins Jahr 2026 ist den Baslern mit einem 1:1 gegen Sion und diesem Schock-Auftritt in Salzburg jedenfalls gründlich missraten.
Und so stellt sich vor dem Duell mit dem FC Zürich am Sonntag die Frage: Ist Magnin als Trainer des FC Basel noch zu retten? Und wenn ja: Wer rettet ihn? Zerreisst sich diese Mannschaft, die derzeit bloss wie eine Ansammlung von Einzelinteressen wirkt, für ihren Trainer?
Von den Führungsspielern hat Goalie Marwin Hitz (38) bereits seinen Abschied aus Basel angekündigt. Xherdan Shaqiri (34) hat in Salzburg so wenig Einfluss auf ein Spiel wie kaum einmal in seiner Karriere. Dominik Schmid (27) stellt sich zwar tapfer vor die Kameras und streut sich Asche übers Haupt. Aber ein Team im Alleingang aus dem Sumpf reissen kann auch er nicht. Flavius Daniliuc (24) ist so weit in ein Leistungstief gefallen, dass ihm dringend jemand eine Strickleiter hinterherwerfen sollte. Albian Ajeti (28) hat seine Spätform aus der Meistersaison exakt mit der Unterschrift unter seine Vertragsverlängerung verloren.
Und das wäre es dann schon gewesen mit Führungsspielern in diesem Kader. Philip Otele (26), aktuell einziger Flügelspieler mit einem Torriecher, wartet mehr oder weniger geduldig auf seinen Transfer und spielt nicht. Der Rest ist ganz fest mit sich selber beschäftigt. Einen richtig gut herausgespielten Angriff, der zu einer hochkarätigen Chance führt? Sucht man 2026 noch vergeblich.
Kommt der Retter aus der vierten Liga?
Bleibt die Hoffnung, dass der Retter in der glänzenden Rüstung via Transfermarkt in den St.-Jakob-Park reitet. Juilen Duranville (19) trifft zum Beispiel am Freitag das erste Mal seine neuen Kollegen. Aber der Leihspieler von Borussia Dortmund hat in dieser Saison bislang bloss 124 Minuten gespielt – in der vierthöchsten Liga Deutschlands.
Ausserdem ist er ein Flügel. Und nicht das, was sich Magnin so dringlich unter den Weihnachtsbaum gewünscht hatte: einen Mittelstürmer, der weiss, wo das gegnerische Tor steht. So einen könnte der FCB natürlich noch immer verpflichten. Bloss, wann?
«Wir sitzen am kürzeren Hebel», erklärt Sportchef Daniel Stucki (44) in der Salzburger Nacht die Basler Probleme auf dem Transfermarkt. Sprich: Der FCB muss warten, bis alle Kandidaten wissen, dass sich der erhoffte Transfer in eine der fünf grossen Ligen zerschlagen hat. Dort schliesst das Transferfenster am 1. oder 2. Februar.
Möglich, dass der FCB dann endlich eine Lösung für seinen Angriff findet. Möglich auch, dass das dann bereits zu spät ist für Ludovic Magnin und die Basler Meisterträume.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |



