«Wir brauchen zwei Siege, alles andere bringt nicht viel»
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FC Basel vor Salzburg-Spiel:«Wir brauchen zwei Siege, alles andere bringt nicht viel»

Macht es Basel wie 2014?
Der Blick nach Salzburg zeigt, was diesem FCB fehlt

Vor elf Jahren spielt der FC Basel eines seiner legendärsten europäischen Auswärtsspiele in Salzburg. Der Blick auf das Spiel von 2014 macht klar, was der aktuellen Ausgabe des FCB fehlt.
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Was zeigen Shaqiri und Co. gegen Salzburg? Vor dem Spiel werden Erinnerungen an 2014 wach.
Foto: Philipp Kresnik/freshfocus

Darum gehts

  • FC Basel gewann im März 2014 2:1 gegen Salzburg mit zehn Spielern
  • Der damalige FCB hatte vieles, was der aktuellen Ausgabe fehlt
  • Rekordspieler Fabian Frei erinnert sich
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Florian RazReporter Fussball

Wären da ein paar Eier griffbereit, die österreichischen Journalisten würden sie werfen. Die Atmosphäre ist sowieso schon aufgeheizt, als Murat Yakin im März 2014 im Medienraum des Salzburger Stadions Platz nimmt. Kurz darauf springen die heimischen Medienvertreter entrüstet auf. «Das können Sie doch nicht sagen!», ruft einer erbost.

Es ist das Ende eines legendären Auswärtsspiels des FC Basel in der Europa League. Eines, das die Basler 2:1 gewinnen, obwohl sie ab der 9. Minute mit einem Mann weniger spielen – und kurz darauf 0:1 in Rückstand geraten. Es ist ein Auftritt, von dem die aktuelle Mannschaft durchaus etwas abschauen könnte.

«Basel hat eine ganz andere Mannschaft»

Auch wenn der heutige FCB-Trainer Ludovic Magnin (46) findet: «Wir können ja auch Spiele aus dem Jahr 1912 oder von vor der Geburt Christi anschauen. Heute ist doch eine ganz andere Welt, Basel hat eine ganz andere Mannschaft.»

Stimmt. Wer den FCB von 2014 mit jenem von 2025 vergleicht, stellt fest: Vieles, was das damalige Team mit Yann Sommer, Frei, Valentin Stocker und Marco Streller auszeichnete, fehlt der aktuellen Ausgabe: Da waren in jeder Reihe Führungsspieler, da war über Jahre gewachsener Zusammenhalt, da war ein unerschütterliches Selbstvertrauen – und vor allem der unbedingte Wille, Spiele zu gewinnen.

FCB-Rekordspieler Fabian Frei (37, 543 Spiele für Rotblau) erinnert sich an die damalige Stimmung im Basler Team: «Wir waren die klare Nummer 1 der Schweiz. Da hast du natürlich ein anderes Selbstvertrauen, als wenn du um jeden Punkt kämpfen musst.» Etwas ist ihm von jenem Rückspiel im Achtelfinal besonders geblieben: «Irgendwie wollten wir einfach nicht, dass die uns rauswerfen.»

Es geht auch ein wenig um die Ehre, als sich Salzburg und Basel 2014 duellieren. Österreich gegen Schweiz. Konzernfussball gegen ein Basler Team, in dem neben Frei acht weitere Eigengewächse zum Einsatz kommen. Es ist ein Duell der Gegensätze.

Das Basler Talent spielt heute in Salzburg

Längst vergangene Zeiten. Inzwischen gilt Red Bull als Vorbild von FCB-Präsident David Degen (42). Der spielt 2014 gegen Salzburg übrigens auch – und muss nach 42 schwachen Minuten bereits raus. Unter Degen hat sich das Beuteschema des FCB auf dem Spielermarkt jenem von Salzburg angeglichen: Hoch im Kurs stehen sehr junge, sehr schnelle Offensivspieler.

Der Unterschied: Salzburg kauft dank finanzieller Power im Schnitt ein Regal höher ein. Und mit Enrique Aguilar (18) spielt eines der grössten Basler Talente in Salzburg. Weil der Stürmer in seiner Heimatstadt keine Perspektive gesehen hat.

Etwas, das Frei von 2014 auch noch in Erinnerung geblieben ist: «Am Ende war unsere Abwehr wild zusammengewürfelt. Da sieht man, wie wichtig Spieler sind, die sonst nicht so häufig spielen. Es gibt dir auf dem Feld ein gutes Gefühl, wenn du rausguckst und denkst: Unsere Bank ist richtig stark.» Ein Unterschied zum aktuellen FCB, wie er feststellt: «Da habe ich derzeit selten das Gefühl, dass einer von draussen reinkommt und noch das Spiel entscheidet.»

Der Spielunterbruch, der zum Geisterspiel führt

Wer weiss, möglicherweise stolpert einer der aktuellen FCB-Spieler ja doch auf seinem Instagram-Feed noch über die Highlights von 2014. Und lässt sich inspirieren. Vielleicht ist ja gerade das Salzburg-Spiel der Moment, in dem die FCB-Ausgabe 2026 endlich Fahrt aufnimmt.

Nur etwas muss sich nicht unbedingt wiederholen. 2014 gelingt den Baslern der Umschwung auch, weil das Spiel in Halbzeit eins während rund 15 Minuten unterbrochen werden muss, nachdem aus dem Basler Fanblock unter anderem eine Capri-Sonne in Richtung RB-Spieler Kevin Kampl geworfen worden ist.

Das ist auch der Grund für die aufgebrachten Journalisten. Als Yakin auf die Tumulte angesprochen wird, sagt er: «Unsere Fans sind immer eine grosse Unterstützung.» Dann gibt er freimütig zu, dass seine Basler die Pause genutzt haben, um sich taktisch neu aufzustellen. Zu viel für die österreichische Medienseele. Basel muss danach als Strafe für das Fanverhalten das Viertelfinal-Heimspiel gegen Valencia vor leeren Rängen austragen.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
20
18
43
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
19
16
37
3
FC Lugano
FC Lugano
20
8
36
4
FC Basel
FC Basel
20
8
33
5
FC Sion
FC Sion
20
6
31
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
20
-2
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
20
3
27
8
FC Zürich
FC Zürich
20
-7
25
9
FC Luzern
FC Luzern
20
-3
21
10
Servette FC
Servette FC
20
-7
21
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
20
-11
17
12
FC Winterthur
FC Winterthur
19
-29
10
Meisterschaftsrunde
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