Darum gehts
Als sich Flavius Daniliuc (24) vor zwei Jahren zu RB Salzburg ausleihen lässt, hat er ein klares Ziel vor Augen: mit Österreich an die EM 2024 zu fahren. Dank einer richtig starken Rückrunde darf der Verteidiger schliesslich tatsächlich auch mit ans Turnier in Deutschland, auch wenn er dort ohne Einsatz bleibt.
Nun steht im Sommer wieder eine Endrunde vor der Tür. Zum ersten Mal seit 28 Jahren hat sich Österreich für eine WM qualifiziert. Doch als Blick Daniliuc im Interview darauf anspricht, winkt dieser sofort ab: «Klar habe ich das im Kopf und wäre auch bereit. Aber es ist kein direktes Ziel von mir. Die Konkurrenz ist riesig, Österreich hat seine besten Spieler auf der Innenverteidiger-Position.»
Dabei müsste sich Daniliuc aufgrund seiner Leistungen, die er in den vergangenen Monaten gezeigt hat, durchaus Hoffnungen auf die WM machen können. Seit seiner Ankunft in Basel Anfang September hat er sich innerhalb weniger Wochen zum unumstrittenen Abwehrchef entwickelt. «Ich denke, ich war schon immer ein Leadertyp», erzählt der dreifache Nationalspieler.
Alleine in Spanien aufgewachsen
Mit 24 Jahren hat Daniliuc schon mehr erlebt als andere Spieler in ihrer gesamten Karriere. Als Kind muss er sich einer Herzoperation unterziehen. «Es war wirklich knapp», sagt er heute. Der Arzt verschreibt ihm danach viel Sport. Mit sieben Jahren beginnt er, mit dem Fussballspielen, mit neun unterschreibt er bei Real Madrid.
Zuerst begleitet ihn die Familie nach Spanien. Aufgrund der schwierigen Perspektiven kehrt diese später aber nach Österreich zurück. Mit elf Jahren lebt Daniliuc alleine im Internat von Real. «Das wäre eigentlich gar nicht erlaubt gewesen. Dass ich so früh erwachsen werden musste, hat mich aber sehr geprägt und weitergebracht», blickt er zurück. «Auch wenn ich dadurch nicht die Kindheit hatte, wie sie viele andere haben.»
Später geht es für Daniliuc weiter in die Akademie von Bayern München. Erst dort wird der eigentliche Offensivspieler zum Verteidiger umfunktioniert. Ein entscheidender Schritt in seiner Karriere. Von München wechselt er nach Nizza, wo er mit 19 Jahren in der Ligue 1 debütiert.
Schon 2022 stand er vor FCB-Wechsel
Plötzlich haben Klubs aus ganz Europa Daniliuc im Visier. Darunter auch der FC Basel. Im Sommer 2022 kommt es zu einem Gespräch mit FCB-Boss David Degen, am Ende macht aber die finanziell deutlich schlagkräftigere US Salernitana das Rennen. «In Italien lernst du, wie man richtig verteidigt», sagt Daniliuc. So richtig wohl habe er sich aber nie gefühlt. «Früher lag mein ganzer Fokus auf dem Fussball. Heute weiss ich, dass ich mehr in meinem Leben brauche, um glücklich zu sein.»
Auch sportlich verläuft die Zeit in Italien nicht optimal. Zweimal steigt Salernitana ab, zweimal wird der Verteidiger verliehen. Erst nach Salzburg, dann nach Verona. «Ich habe mehrfach den Boden geküsst», sagt er. Im letzten Sommer klappt es dann doch noch mit dem Wechsel zum FCB – wenn auch erst im letzten Moment.
Weil der inzwischen in der Serie C spielende Klub eine möglichst hohe Ablöse herausholen will, dauert der Verhandlungspoker bis kurz vor Ende des Transferfensters. Nach Blick-Infos für einen Schnäppchenpreis von nicht einmal einer halben Million Franken verpflichten die Basler einen Verteidiger, der sich inzwischen in der Form seines Lebens befindet. «Mit Abstand sogar», sagt Daniliuc. «Und ich habe mich noch nirgends auf dem Platz so wohl gefühlt wie hier.»
Duell gegen Ex-Klub Salzburg
Der FCB ist in der Rückrunde auch zwingend auf seinen überraschenden Königstransfer angewiesen. Nachdem die Basler am Wochenende gegen Sion die Aufholjagd in der Super League mit einem enttäuschenden Remis gestartet haben – mit Daniliuc als einzigem Torschützen –, geht es am Donnerstag in der Europa League ums europäische Überleben.
Auswärts bei Salzburg muss schon fast zwingend ein Sieg her, will der FCB noch in die K.o.-Phase einziehen. «Es wird ein Duell auf Augenhöhe. Meine ganze Familie wird da sein», freut sich Daniliuc auf die Partie gegen seinen Ex-Klub.
Vielleicht nimmt am Donnerstagabend auch Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick (67) in der Red Bull Arena Platz. Eine bessere Bühne als die eigene Heimat, um sich doch noch ins Rennen für ein WM-Ticket zu bringen, wird es für Daniliuc nicht mehr geben.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |
