Darum gehts
- Kevin Behrens attackiert Mitspieler im Testspiel, beleidigt ihn schwer
- FC Lugano kündigt interne Massnahmen an, Behrens entschuldigt sich öffentlich
- Vorfall geht viral: 34-jähriger Stürmer erneut in Skandal verwickelt
Es ist auch drei Tage danach inakzeptabel und kaum zu glauben, was Lugano-Stürmer Kevin Behrens (34) in einem Testspiel angerichtet hat. Wie von der Tarantel gestochen rennt er auf Mitspieler Georgios Koutsias (21) los, schubst ihn zu Boden und beschimpft ihn: «Du kleine Missgeburt, sei leise!»
Die Bilder gingen viral. Der Eklat sorgte bei allen Beteiligten für Kopfschütteln. «Sowas habe ich noch nie erlebt», kommentierte Sportchef Sebastian Pelzer (45) den Vorfall gegenüber RSI. Wenige Stunden später liess der Klub ein Statement raus und kündigte Sanktionen gegen die Spieler an.
Gibts eine saftige Busse?
Inzwischen ist Lugano aus dem Trainingslager in Benidorm zurückgekehrt. Am Montagnachmittag schreibt der Klub, dass er den «Fall Behrens» intern bewertet, die entsprechenden disziplinarischen Massnahmen ergriffen und damit geregelt habe. Zudem habe sich der Spieler vor der gesamten Mannschaft entschuldigt. Mehr Informationen geben die Tessiner nicht preis.
Unabhängig davon, welche Sanktionen intern ausgesprochen wurden, hat Behrens mit seiner Aktion keine Sympathien gewonnen – im Gegenteil. In einem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis würde ein solcher Vorfall wohl eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Dass im Profifussball aufgrund spezieller Vertragsverhältnisse andere Massstäbe gelten, ist bekannt.
Dennoch bleibt eine zentrale Frage offen: Ist Behrens im Tessin überhaupt noch tragbar?
Skandalakte begann in Wolfsburg
Eine Fragestellung, mit der man sich in Deutschland bestens auskennt. Denn Behrens ist kein unbeschriebenes Blatt. Vor zwei Jahren weigerte er sich beim VfL Wolfsburg während einer Autogrammstunde, ein Regenbogen-Trikot des Klubs zu unterschreiben. Dabei sei auch der Satz gefallen: «So eine schwule Scheisse unterschreibe ich nicht.»
Nach diesem homophoben Spruch war Behrens bei vielen Fans unten durch. Aus «Bum! Bum! Behrens!», wie er während seiner Zeit bei Union Berlin gerufen wurde, wurde bundesweit der «Skandal-Stürmer», der fortan in fast allen Stadien der Bundesliga ausgepfiffen wurde.
Sport-Bild-Reporter erinnert sich
Blick kontaktiert Sport-Bild-Reporter Robert Schreier, der damals über jenen Skandal als Erstes berichtet hat und sämtliche Details kennt. «Es war schnell klar, dass Behrens in Wolfsburg nicht mehr tragbar ist. Eigentlich hätte das Arbeitsverhältnis sofort beendet werden müssen. Stattdessen blieb er noch ein halbes Jahr bis zum Ende der Saison unter Vertrag», erinnert er sich.
Auf Schreier wirkte Behrens schon damals «prollig». Entsprechend misst er auch dem jüngsten Eklat in Lugano grosses Gewicht bei. «Ein solcher Vorfall ist von ähnlicher Tragweite. Einen Spieler kann man dafür nicht einfach ungestraft davonkommen lassen», sagt der Sport-Bild-Reporter. Inwiefern man diese Einschätzung im Tessin teilt, wird sich zeigen.
Im Sommer hatte der FC Lugano Behrens trotz seiner Vorgeschichte eine zweite Chance gegeben und sich auf seine Zusicherung verlassen, die Werte des Vereins zu respektieren. Am vergangenen Freitag wurde dieses Versprechen jedoch eindeutig verletzt. Ob Behrens im Tessin weiterhin tragbar ist, müssen die Verantwortlichen an der Pressekonferenz zum Rückrundenstart klären.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |
